Westerwelle: «Unappetitlich und fragwürdig»

Guido-Westerwelle-kopf_s-wDer deutsche Aussenminister geisselt die angeblichen neuen Ankäufe von Steuer-CDs durch den nordrhein-westfälischen Finanzminister Norbert Walter-Borjans.

Für den Ankauf von CDs mit Schweizer Bankdaten von angeblichen deutschen Steuersündern findet Guido Westerwelle gegenüber der «Bilanz» deutliche Worte: «Das Ankaufen von Diebesgut bleibt unappetitlich und fragwürdig. Diese Geschäftspraktiken müssen beendet werden.»

«Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bundesländer auf Dauer lieber Dieben ihr Diebesgut vergolden möchten, als durch das Abkommen auf rechtsstaatlich sauberen und völkerrechtlich vernünftigem Wege die hinterzogenen Steuermilliarden regulär in die Staatskassen zurückzuholen», fährt der deutsche Aussenminister im Interview in der Ausgabe des Wirtschaftsmagazins vom Freitag fort.

Nur als einfacher Bürger mag sich Westerwelle empören

Trotz ihrer Kriegsrethorik will er die SPD-Exponenten in den von ihnen geführten Bundesländern nicht zur Ordnung rufen. «Bitte beachten Sie die Kompetenzaufteilung in einem Bundesstaat, die in der Schweiz mit selbstbewussten Kantonen übrigens nicht anders als in Deutschland mit selbstbewussten Bundesländern ist», wirbt er hierzulande für Verständnis für die Zurückhaltung der deutschen Regierung.

Als Bundesbürger hält er jedoch fest: «Das Vorgehen ist auch aus Sicht des nordrheinwestfälischen Bürgers Westerwelle schwer verständlich. Denn mit dem Abkommen würden ja erhebliche Milliardenbeträge sicher und auf rechtsstaatlich sauberer Grundlage in die Bundesländer fliessen. Gerade Nordrhein-Westfalen würde als bevölkerungsreichstes Bundesland stark davon profitieren.»

Westerwelle glaubt an das Steuerabkommen zwischen Schweiz und Deutschland

Und als Aussenminister doppelt er anch: «Man kann nicht Milliardenbeträge zu Lasten der Staatskassen abschreiben, nur weil einige damit innerdeutschen Wahlkampf machen wollen.»

Damit stellt er sich der der politischen Opposition der SPD in seinem Land entgegen, die das Steuerabkommen verhindern will. Als Mitglied der bestehenden Regierung glaubt er weiter an sein Zustandekommen und auch an den guten Willen der Schweiz: «Der Abschluss der Verhandlungen zeigt das Gegenteil, nämlich dass die Schweiz Steuerhinterziehung nicht mehr dulden will.»

 

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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