«Hold the horses, liebe Sozialdemokraten»

Brütende Sommerhitze liegt über Mitteleuropa. Sie bekommt nicht allen Leuten gleich. Vor allem linke Politiker aus Deutschland zeigen Überhitzungssymptome.

Thomas_Sutter_119x178Von Thomas Sutter, Leiter Kommunikation und Mitglied der Geschäftsleitung der Schweizerischen Bankiervereinigung

Die Folgen sind unkonzise Überlegungen und falsche Argumente. Ganz schlimm wird es, wenn ungesetzliche Handlungen gegen einen Nachbarstaat schön geredet werden. Und ganz peinlich sind verbale Ausrutscher, in denen die Gesetze der ältesten Demokratie der Welt so zugespitzt dargestellt werden, als würden sie die organisierte Kriminalität fördern.

Kurz: Die Pferde gehen der sozialdemokratischen Führungsriege einmal durch. Die Schweiz und die Schweizer Banken sind gut beraten, kühl und rational zu reagieren. Natürlich ist es nicht einfach einen seitenlangen in kompliziertem Juristendeutsch verfassten Vertrag richtig zu lesen oder gar zu verstehen. Gerne fasse ich also die Punkte zusammen, welche die Genossen in Deutschland in Wallungen bringen und immer wieder (bewusst) falsch verstanden werden.

  • Erstens lassen sich die Steuersätze für die Vergangenheit sehr gut mit den innerdeutschen Sätzen für die freiwillige Offenlegung vergleichen. Wieso das ungerecht sein soll, muss mir erst jemand erklären.
  • Zweitens gibt es keine Schlupflöcher für die Vergangenheitsbesteuerung. Kein deutscher Kunde kann beispielsweise mittels einer Stiftung in Liechtenstein oder einer GmbH in der Schweiz der Besteuerung entgehen.
  • Drittens dürfte in Zukunft aus zwei Gründen kein neues unversteuertes Geld aus Deutschland in die Schweiz gelangen. Einerseits werden dies die Schweizer Banken im Rahmen ihrer Weissgeldstrategie verhindern. Andererseits hat Deutschland mit dem vertraglich vereinbarten vereinfachten Amtshilfeverfahrens eine «Bazooka» in der Hand, die - auch wenn die Anzahl der Anfragen beschränkt ist – ihr Abschreckungspotenzial erfüllen wird.

«Hold the horses», liebe deutsche Sozialdemokraten. Verzocken Sie wegen einem innenpolitisch dominierten Dauerwahlkampf nicht diese historische Chance. Absatteln, liebe SPD-Landesfinanzminister. Überlegen Sie sich zuerst, was alles mit den Steuereinnahmen finanziert werden könnte, bevor aus reiner Machtpolitik der Bogen überspannt wird.

Politik ist die Kunst des Machbaren und Verträge zwischen zwei Staaten sind immer Kompromisse. Ich hoffe, dass die Hitze bald aus Mitteleuropa abzieht und die kühlen Köpfe wieder die Oberhand gewinnen.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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