Senior Loans haben gute Renditeerwartungen

Jeff_Bakalar_2Die markttechnischen Bedingungen für Senior Loans sind derzeit günstig. Selbst ein Überangebot am Markt stelle kein Problem dar, behauptet Jeff Bakalar von ING Investment Management.

«Zwar führt das aktuelle Umfeld zu einer gewissen Risikoscheu, doch schätzen wir die markttechnischen Bedingungen und Rahmendaten am Kreditmarkt als günstig ein. Wir sind weiterhin bedacht optimistisch und beobachten besorgniserregende Risiken genau. Hinsichtlich markttechnischer Daten gehen wir, Unvorhersehbares ausgeschlossen, von einer anhaltend soliden Nachfrage der Investoren aus. Insbesondere von institutioneller Seite erlebt der Markt wachsendes Interesse», sagt Jeff Bakalar, Head Senior Loan Group bei ING Investment Management (ING IM).

«Neuemissionen stehen derzeit nur in halb so hohem Masse an, verglichen zu den Hochstände im April dieses Jahres. Von einem Überangebot kann nicht die Rede sein. Was die voraussichtliche Kreditentwicklung betrifft, sind alle Indikatoren aus heutiger Perspektive im positiven Bereich – vorausgesetzt, die makroökonomischen Aussichten bleiben stabil», so der Experte weiter.

Allgemeine Ungewissheit

Bakalar weist allerdings auch darauf hin, dass die allgemeine Ungewissheit im weiteren Jahresverlauf zwangsläufig auch andere Marktbereiche belasten wird. Das gilt umso mehr, als die Konjunktur in China und den USA den Prognosen zufolge abkühlen soll.

«Angesichts der jüngsten Konjunkturbarometer, wonach eine zumindest moderate Verlangsamung des Wachstumstempos in China und den USA zu erwarten ist, hat man die Erwartungen zurückgeschraubt. Während die Sorgen um die europäische Schuldenkrise weiterhin belasten und die Nachhaltigkeit des globalen Wachstums die Anlegerstimmung trübt, werden die politischen Entwicklung in den USA zunehmend die Schlagzeilen bestimmen», sagt Bakalar weiter

Sorgen wegen der Haushaltsklippe

«Zum Jahresende hin dürften die wachsenden Sorgen um die so genannte ‹Haushaltsklippe›, vor der die USA im Januar 2013 stehen werden, die Volatilität ankurbeln. Mit einer Lösung vor den Präsidentschaftswahlen im November ist kaum zu rechnen. Wegen dieser Ungewissheit vertagen Unternehmen ihre Investitions- und Einstellungsentscheidungen. Die daraus resultierenden volkswirtschaftlichen Folgen lassen sich nicht ohne Weiteres mit dem geldpolitischen Instrumentarium der Notenbanken lindern», erklärt der ING-Mann.

Aufgrund der Marktentwicklungen könnten Parallelen zwischen dem ersten Halbjahr 2011 und der Entwicklung 2012 gezogen werden.

Die im ersten halben Jahr 2011 durch erhebliche Zuflüsse angeschwollenen Märkte erlebten im Spätsommer eine deutliche Kurskorrektur, vor allem aufgrund der Aussicht auf eine Herabstufung des Kreditrating der USA, wachsender Euro-Ängste und der Entwicklung der Geldmarktzinsen.

Zahlungsausfälle gestiegen

Bakalar relativiert: «Der grosse Unterschied zu damals besteht jedoch darin, dass die Ertragsentwicklung jetzt weitaus attraktiver ist und die relative markttechnische Positionierung sich deutlich geändert hat. Im Spätsommer 2011 sank die Nachfrage aus dem Publikumsbereich und auch von Seiten institutioneller Investoren (sowohl bei CLO als auch anderen Senior Loans). Zugleich war der Neuemissionskalender gut gefüllt. Heutzutage ist die Situation sehr viel ausgeglichener.»

Die Zahl der Zahlungsausfälle ist im Laufe des Jahres 2012 leicht gestiegen. Nachdem im ersten Quartal zwei Emittenten mit einer Kreditsumme von insgesamt 475 Millionen Dollar ausfielen, kam es im 2. Quartal zu vier weiteren Zahlungsausfällen in Höhe von insgesamt 4,4 Milliarden Dollar. Damit stieg die Ausfallrate im 12-Monats-Durchschnitt (nach Kreditsumme) von 0,21 Prozent am Ende des 1. Quartals auf 1,04 Prozent. Zum Vergleich: Ende 2011 lag die Ausfallrate auf einem Rekordtief von 0,17 Prozent.

Transparenz recht gut

Bakalar dazu: «Ein Anstieg der Kreditausfälle in dieser Zyklusphase entspricht völlig den Erwartungen, vor allem angesichts der niedrigen Ausgangsbasis. Die 12-monatige rollende Betrachtung zeigt ein weiterhin äusserst tiefes Niveau der Ausfallraten.»

Hinzu komme, dass die volkswirtschaftlichen und markttechnischen Bedingungen, die den letzten Ausfallzyklus auslösten, zurzeit nicht bestünden. Ausserdem sei die Transparenz im Hinblick auf die Problemfaktoren im Index recht gut, und das Verhältnis zwischen werthaltigen sowie potenziell leistungsgestörten Krediten halte sich bislang auf relativ niedrigem Niveau. Insgesamt bedeute dies, dass für Kreditmanager die Aussichten im Hinblick auf die Entwicklung der Ausfallrate recht günstig seien. Diese dürfte bis Ende 2012 respektive 2013 unter 2 bis 3 Prozent bleiben, so Balakar.

Optimistische Renditerwartungen

Im Sechsmonatszeitraum bis zum 30. Juni warf der S&P/LSTA Leveraged Loan Index eine Rendite von 4,54 Prozent ab. Nach Einschätzung von ING stehen die Chancen gut, dass der Markt die optimistischen Renditeerwartungen von 6 Prozent für dieses Jahr noch übertreffen wird. Grund sind der deutliche Anstieg der Kreditzinsen und ein stetiger Kursanstieg.

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Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

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Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

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Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

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Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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