Britische Hedge-Funds flüchten in die Schweiz

Steuererhöhungen für Spitzenverdiener und schärfere Kontrollen im Finanzsektor machen London weniger attraktiv. Plötzlich steht die Schweiz gut da.

Die angekündigte Erhöhung der Einkommenssteuer für Spitzenverdiener in Grossbritannien vergällt immer mehr Finanzleute. Ab April 2010 sollen sie bei einem Jahreseinkommen von über 150‘000 Pfund (rund 250‘000 Franken) 50, statt wie bisher 40 Prozent Steuern zahlen. «Die Regierung hat offenbar kein Interesse mehr daran, London als Finanzplatz zu fördern», sagte am Wochenende Crispin Odey, Gründer und Chef der Firma Odey Asset Management, die Kundengelder in der Höhe von rund 3 Milliarden Pfund verwaltet.

Odey erwägt nun, sich mit seinem Unternehmen in die Schweiz abzusetzen. Zumal er noch weiteres Ungemach befürchtet: Die EU hat die Absicht, die Hedge-Fund-Industrie strenger zu überwachen. Das wäre ein weiterer Rückschlag für die Geschäftsaktivitäten in der City of London, wo gut drei Viertel aller Hedge-Fund-Transaktionen erfolgen und auch das Private-Equity-Geschäft weit verbreitet ist.

Zahlreiche Fonds mit Abwanderungsgedanken

Bereits haben sich einige namhafte Financiers aus der Themsestadt verabschiedet, wie der Broker Peter Hargreaves oder der Investor Hugh Osmond, letzterer ist in die Schweiz umgezogen. Auch Michael Gooch, der Chef der US-Finanzgesellschaft GFI in England prüft einen neuen Firmensitz in der Schweiz. Guy Hands hat sich nach Jersey abgesetzt. Und mit Abwanderungsgedanken beschäftigt sich derzeit auch Charles Price, Gründer des Fund of Hedge-Funds Palmer Capital.

Dass es sich bei diesen Ankündigungen nicht um launische Einzelaktionen handelt, bestätigt die Firma Kinetic Partners in London. Sie ist darauf spezialisiert, Hedge-Funds von London in die Schweiz, insbesondere nach Genf zu transferieren. Gemäss David Butler berate das Unternehmen derzeit 15 Hedge-Funds, die «aktiv» einen Umzug in Erwägung ziehen würden.

Aus besten Kreisen

Imagemässig wäre ein Umzug speziell von Crispin Odey in die Schweiz ein herber Rückschlag für London. Denn der Financier ist in England eine schillernde Persönlichkeit, vor allem im Verbund mit seiner Ehefrau. Er selber scheffelte in den letzten zwei Jahren ein Vermögen, in dem er Bankaktien leer verkaufte. Seine Gattin, Nichola Pease, ist CEO der Fondsgesellschaft JO Hambro und stammt von einer der Gründerfamilien der britischen Traditionsbank Barclays ab, wo ihr Schwager John Varley als CEO amtet.

 

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Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

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Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

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