Indien will Auskunft über Depots bei der UBS

Schweizer Schwarzgeldkonti sind auch in Indien ein Politikum geworden. In einem Milliardenfall will die Regierung Druck auf die Schweiz erzeugen.

Peer Steinbrück ist nicht allein: Auch die Inder machen Front gegen die Indianer. Im laufenden Wahlkampf wurden die Steueroasen zum nationalen Politthema – und dabei vor allem die Schweiz. Die Opposition warf der Regierung vor, zuwenig zu unternehmen, um die in der Schweiz gelagerten Schwarzgeld-Milliarden zurückzuholen. Die Regierung wiederum setzte eine Task Force ein, welche die Gelder von Steuerflüchtlingen orten und Wege aufzeigen soll, um sie zu repatriieren.

Im Zentrum steht dabei der Fall des Multimilliardärs Hasan Ali Khan: Der bekannte Pferdezüchter aus Poona soll mehrere Milliarden Dollar auf UBS-Konti in Zürich versteckt haben. Seit Anfang 2007 wird gegen ihn ermittelt, Ende letzten Jahres wurde er in Mumbai verhaftet (Bild).

Der Vorwurf: Geldwäscherei und Steuerhinterziehung. Laut eigenen Angaben konnte das Enforcement Directorate, Indiens Spezialbehörde für Wirtschaftsverbrechen, unter anderem nachweisen, dass Adnan Kashoggi 300 Millionen Dollar an Hasan Ali Khan überwiesen hatte; sie begründet darauf einen Verdacht auf Geldwäscherei, zumal Indien dem saudischen Waffenhändler Kashoggi unter anderem vorwirft, die Tamil Tigers beliefert zu haben.

Bei Durchsuchungen in Poona stiessen die Steuerbehörden auf Daten, wonach Ali Khan bei der UBS in der Schweiz Depots für rund 8 Milliarden US-Dollar hält. Seit gut zwei Jahren bemüht sich Indien in Bundesbern um Einblick – erfolglos.

Wer fälschte die Dokumente?

Das Finanzministerium in New Delhi schreibt jetzt dazu: «Die Schweizer Bundes-Steuerverwaltung wies es mehrfach zurück, bank-bezogene Informationen zu teilen, mit der Begründung, dass Informationen über Bank-Einlagen von indischen Bürgern durch das Bankgeheimnis geschützt seien.»

Damit wird das Bankgeheimnis als Schutzwall für einen vermeintlichen Geldwäscher dargestellt. Aber im Fall Ali Khan wiesen die Schweizer Behörden das indische Anliegen mit der Begründung zurück, dass das Enforcement Directorate offenbar gefälschte Dokumente vorgelegt habe.

Doch nun wird klar: Das Finanzministerium lässt nicht locker. Wie die Regierung heute Donnerstag mitteilt, beharrt sie auf den Daten.

«Entschlossene Bemühungen»

Zwar seien tatsächlich gefälschte Dokumente nach Bern gelangt, aber die seien von Ali Khan gefälscht worden. Aufgrund diverser anderer Unterlagen und Beweise habe man jedoch beschlossen, den Fall weiterzuführen. Dafür will Indiens Regierung auch das Steuerabkommen mit der Schweiz neu behandeln.

«Daraus wird klar», so die Mitteilung von heute, «dass konsistente und entschlossene Bemühungen von allen betroffenen Behörden unternommen wurden, um Informationen über illegales indisches Geld auf Schweizer Konten zu erhalten.»


Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Gegen die romantische Verblödung
  • Deutsche Bank im Visier Chinas
  • Die nächste Blase platzt im Bong
  • Nacktfotos für einen Kredit
  • Die Rendite ist weiblich
  • Das sind Trumps Einflüsterer
  • Diese TV-Stars verdienen am meisten
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram Follow finews.ch

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Zürcher Bankenverband

News und Einschätzungen zum Zürcher Finanzplatz.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

SELECTION

Selection

So ruinieren Sie Ihre Karriere

Schon ein zu fester Händedruck könnte Ihrer Karriere abträglich sein.

Selection

Selection

Wie sich Angstkultur ausbreitet

Mehrere Tausend Stellen im Schweizer Bankgewerbe sollen verschwinden. Besonders betroffen davon ist das mittlere Kader.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

weitere News