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Mittwoch, den 04. April 2012 um 14:19 Uhr |
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Hans-Peter Bauer — Die allermeisten Sachverständigen sind sich einig: Wenn die Preisentwicklung weitergeht wie in den letzten fünf Jahren, scheint eine Blase unvermeidlich. Das augenblickliche Niveau hingegen wird – mit Ausnahmen – keineswegs als bedrohlich empfunden. Also sind es nicht die augenblickliche Immobilienpreise an sich, die Sorgen bereitet, sondern die Strukturen und Bedingungen, die die künftige Dynamik der Preissteigerungen bedingen.
Die aussergewöhnlich stetige Zuwanderung der letzten Jahre hat zweifellos zu einem Nachfrageüberhang und damit zu einer Preissteigerung für Wohnraum geführt. Inzwischen ist das Angebot in vielen Orten nachgezogen, so dass bei rückläufigen Zuwanderungssalden der zuwanderungsbedingte Preisdruck in den nächsten Jahren deutlich nachlassen dürfte.
Dafür tritt ein ebenfalls schon seit Jahren wirksamer Faktor immer deutlicher zu Tage: nämlich die verstärkte Präferenz für selbstgenutztes Wohneigentum – oder prägnanter formuliert der stärker werdende Wunsch, die langfristige Vermögensverwaltung/Altersvorsorge in die eigene Hände zu nehmen.
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Mittwoch, den 22. Februar 2012 um 15:16 Uhr |
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Hans-Peter Bauer — Die Euro-Seilschaft hat eine weitere Gletscherspalte erfolgreich überwunden: Griechenland hat soeben die verbindliche Zusage über einen erneuten Hilfskredit von 130 Milliarden Euro erhalten.
Wenn man aber das Kleingedruckte liest, fragt man sich unwillkürlich, wie viel von dem dringend benötigten Geld eigentlich den Weg in die griechische Realwirtschaft finden wird. Die Einrichtung eines Sonderkontos, die Priorisierung der Mittel zur Begleichung von Zinsen und Tilgung und die permanente Etablierung einer «Troika-Aufsicht» lassen nichts Gutes erahnen. Allem Anschein nach schätzen die Gläubiger die Recovery-Rate für ihre ausstehenden Schulden auf diesem Weg höher ein als im Falle eines Staatsbankrotts.
Das Paket passt also zur närrischen Jahreszeit, Griechenland steht drauf, Gläubiger stecken drin.
Was hat das alles mit der Schweiz zu tun? Sehr viel. Griechenland fehlen nach wie vor nicht nur die Mittel für einen endogenen Aufschwung, nach fünf Jahren Krise ohne unmittelbare Aussicht auf Besserung nimmt die Gefahr sozialer Unruhen zu. All dies wird den Euro auf weiteres belasten, zumal neue Stolpersteine wie Portugal und Spanien ebenfalls immer bedrohlicher erscheinen. Die Europäische Zentralbank wird deshalb wohl auf längere Frist nicht an der Zinsschraube drehen können.
Mit anderen Worten: Die Schweiz wird wohl trotz des EUR/CHF-Mindestkurses von 1.20 noch länger als eine attraktive Alternative für risiko-averses Kapital in Europa betrachtet werden. Durch ihre «Bindung» an den Euro muss die Schweizer Nationalbank zudem die expansive Geldpolitik mittragen. Dies entspricht zur Zeit durchaus der anti-deflationären Grundhaltung der SNB, sie wird dadurch aber immer länger in ihrer Handlungsfähigkeit auf dem Schweizer Immobilienmarkt eingeschränkt.
Summa summarum, Schweizer Immobilien – insbesondere Toplagen und Wohnen – werden trotz dem Griechenland-Deal gesucht bleiben. |
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Donnerstag, den 02. Februar 2012 um 11:45 Uhr |
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RAP — Es musste ja so kommen: Wer etwas gegen Mitt Romney hat, schlachtet sein UBS-Konto aus. Bereits macht die Demokratische Partei das «Swiss Bank Account» des republikanischen Präsidentschaftskandidaten zum Teil ihrer Kampagne – ein erster Spot ist jetzt erschienen. Sein Titel: «An Ordinary Swiss Account».
Und auch die Unterstützer von Romneys innerparteilichem Gegner News Gingrich weisen – stilistisch durchaus ähnlich – in einem neuen Clip auf die Schweizer Bankverbindungen hin.
Dumm nur, dass sie dazu das Logo der Berner Kantonalbank einblenden…
Die Botschaft scheint jedenfalls in beiden Fällen klar: Wer ein «Swiss Bank Account» hat, hat etwas zu verstecken. |
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Mittwoch, den 01. Februar 2012 um 16:06 Uhr |
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RAP — Auf den ersten Blick fällt die Sache in die Kategorie «Die Welt spinnt»: Im US-Bundesstaat Oregon wollen ein paar Marketing-Entwickler eine Hundebank lancieren. Oder genauer: Eine Bank für Hundefreunde.
Die «Wag Bank», so ihr Name, erinnert zuerst einmal an einen Fasnachtsscherz, aber die Idee klingt dann doch vernünftiger, wenn man sie nochmals eine Stufe genauer ausformuliert: Es ist eine Bank, die sich an das spezifische Zielpublikum der Hundebesitzer und Hundeliebhaber richtet.
Klingt das jetzt wirklich nur verrückt?
Zu denken geben müsste jedenfalls die Einsicht dahinter: Wie Jeff Stephens, Chef einer Beratungs- und Branding-Firma in Portland, ausführt, will er eine Grundschwäche des Banking angehen. Denn die heutigen Banken hätten keineswegs das Problem, dass sie verhasst oder umstritten sind; nein, vielmehr seien sie den meisten Leuten egal.
«Es gibt eine Gleichheit der Produkte und der Dienstleistungen, und deshalb gibt es auch eine Gleichheit der Erfahrung. Würde man die Logos in den Filialen zudecken, würde man bei den wenigsten Banken merken, wo man ist», so Stephens gegenüber der Wirtschafts-Site «The Fiscal Times».
Mit der «Wag Bank» soll nun eine bestimmte – und grosse – Zielgruppe über einen sehr emotionalen Bezugspunkt abgeholt werden. Einen Kern bildet dabei die Tatsache, dass Hunde durchaus auch finanzielle Folgen nach sich ziehen. Im weiteren soll aber übers gemeinsame Interesse an Vierbeinern eine Gemeinde entstehen, deren Beziehungen über Finanzgeschäfte hinausgeht.
Noch ist die «Wag Bank» nicht viel mehr als eine Website (sowie gute Werbung für ein Beratungsunternehmen). Aber zu denken geben kann immerhin die entscheidende Einsicht dahinter, und die lautet: Banken sind den meisten Leuten hundewurst. Was wiederum grosse Entwicklungschancen bietet. Denn vor diesem Hintergrund liesse sich das Konzept, das hier angedeutet ist, immerhin weiterdenken: Dass Eltern – beispielsweise – emotional anders angesprochen werden müssen als – bespielsweise – Menschen, die viel reisen und ständig um den Globus fliegen, ist selbstverständlich. Vielleicht ist es Zeit, dass wir diese Unterschiede auch den Bankfilialen ansehen. |
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Dienstag, den 24. Januar 2012 um 17:41 Uhr |
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Titel der «Huffington Post», 24. Januar 2012
RAP — Dass der republikanische Präsidentschaftskandidat über 20 Millionen Dollar pro Jahr verdient, ist die eine Sache. Dass er bis 2010 ein Konto auf den Cayman Islands hatte, ist eine andere. Aber dass er ein SWISS BANK ACCOUNT hatte, gibt politisch doch am meisten her im laufenden Wahlkampf.
Heute wurde bekannt, wieviel Geld Mitt Romney besitzt, versteuerte und wo er es deponiert hatte. Zusammengefasst: Er besitzt viel an vielen Orten, aber die Rede ist vor allem von einem – vom SWISS BANK ACCOUNT. Dass es auch noch ein UBS-Konto war, stellt für viele Kommentatoren dabei das Tüpfelchen auf dem i dar.
Wer die Schlagzeilen ansieht, die derzeit aus den USA herüberkommen, ahnt denn auch: Der Nimbus der Schweizer Banken ist immer noch gewaltig – wenn auch zweifelhaft. Denn obwohl Romney sein SWISS BANK ACCOUNT offenbar steuerlich deklariert hatte, obschon er sogar auf der windigeren Insel Bermuda ein Depot besass, ist eines klar: Die Schweizer Bankverbindung erscheint als Symbol für (irgendwie) unsaubere Geschäfte.
«The Atlantic» titelte: «Romney's Swiss Bank Account is A Gift for Democrats», und «Vanity Fair» wagte heute die Voraussage: «Wenn wir jedes Mal, wo Newt Gingrich in den nächsten Wochen das Schweizer Bankkonto erwähnt, eine Münze kriegen, werden wir reich.»
Soll man da frustriert die Achseln zucken? Ach was. Wir wagen eine andere Voraussage: Die Ausrufezeichen, mit denen diese Konti erwähnt werden, könnten am Ende fast wieder wieder nützlich sein für den brand namens Schweizer Bank.
Denn eine Lektion, die da einmal mehr wiederholt wurde, lautet: Ein SWISS BANK ACCOUNT ist halt schon etwas Besonderes. Und ziemlich aufregend. |
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Donnerstag, den 12. Januar 2012 um 01:01 Uhr |
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Die Branche könnte heute bei sich selber neuen Sinn und neue Zuversicht finden: Die Rezepte finden sich in den Regeln früherer Bankiers-Generationen. Ein Beitrag von Robert U. Vogler.
Erst gab es die Turbulenzen um die nachrichtenlosen Vermögen, dann tobten die internationalen Debatten über die masslosen Gehälter und Boni. Es folgte die Finanzkrise, wobei einige Banken nur mit Staatshilfe überlebten, in der Schweiz die UBS und in deren Windschatten die Credit Suisse. Einige wenige Banker fuhren für weite Teile des Finanzplatzes Schweiz einen gewaltigen Reputationsschaden ein, so gewaltig, dass das höchste Gut einer Bank – das Vertrauen der Kunden und der Öffentlichkeit – noch auf lange Zeit beschädigt und unter schärfster Beobachtung bleiben wird, auch für unbeteiligte Institute.
Diese Entwicklung begleitet uns nun bereits seit Ende der Neunzigerjahre. Doch wie konnte es so weit kommen?
Die heutige Situation wäre in der Schweiz zu verhindern gewesen, wenn einige alte Grundsätze des Bankgeschäfts beherzigt worden wären, Tugenden, die man mit gutem Recht auch als schweizerisch bezeichnen kann. Sie sind eigentlich Selbstverständlichkeiten, viele davon basierend auf einer guten Erziehung im Elternhaus: gemeint sind Anstand, Ehrlichkeit und Respekt, Bescheidenheit und Rücksicht auf sozial Schwächere sowie Ehrgeiz in einem gesunden Ausmass. Es sind dies Eigenschaften auch eines echten Bankiers.
Kapitulation vor den Söldnern
Aber was mussten wir in den letzten rund zehn Jahren erleben? Eine nahezu totale Verwässerung dieser Werte, eine Kapitulation vor Söldnern, angeblich bestens ausgebildeten Investmentbankern, Managern angelsächsischen Zuschnitts, in ihrer Mehrheit in Tat und Wahrheit skrupellos und gefühlslos gegenüber jeglichen gesellschaftlichen Konflikten, total von sich selbst eingenommen, oft mit einem grossen Manko an Anstand, das kaum mehr aufzufüllen ist. «Leider ist es heute so: Die Hoffnung auf Anstand reicht nicht immer», sagte Hilmar Kopper, der ehemalige Vorstandssprecher der Deutschen Bank, unlängst in einem Interview.
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