Mär
11
2010
Today

Anzeige CPanel

Banner

Telefonnummer der Redaktion: +41 79

Contrarian-Gelegenheiten in den USA und Japan PDF Drucken E-Mail
Montag, den 23. November 2009 um 08:36 Uhr

In Zeiten der Erholung bevorzugen die Anleger meist jene Aktien, die während der Krise am wenigsten gelitten haben, behauptet Simon Mungall.

Simon Mungall ist Head of Multimanager beim britischen Vermögensverwalter Ignis Asset Management und hat diesen Beitrag exlusiv für finews.ch verfasst.

Simon_MungallDer Zusammenbruch des amerikanischen Hedge-Fund Long-Term Capital Management im Jahr 1998 führte zu einem Run auf Technologiewerte.

Bei der Rally nach der jüngsten Krise hat sich die Hoffnung bisher insbesondere auf die Aktien von Schwellenländern und Rohstoffunternehmen konzentriert.

Ironischerweise bereitet dieser Prozess nicht selten den Boden für die nächste Aktienmarktblase. Anleger sollten sich also davor hüten, der Masse zu folgen und dabei zu riskieren, in eine Momentumfalle zu tappen.

Unterschätztes Potenzial in Japan und den USA

Das Kapital dürfte in den kommenden Monaten weiter an die globalen Aktienmärkte zurückkehren, und die Rally sollte im Zuge der Erholung der Risikobereitschaft entsprechend an Breite gewinnen. Bei Ignis Multimanager haben wir verschiedene, von der herrschenden Marktmeinung abweichende Möglichkeiten untersucht, um von dieser Erholung zu profitieren.

Generell haben wir unser Engagement in Fonds von Stockpickern erhöht, die unseres Erachtens ungeachtet schwacher wirtschaftlicher Aussichten in der Lage sind, gute Erträge zu erwirtschaften. Unser Interesse gilt dabei insbesondere den Industrieländern wie den USA und Japan, deren Potenzial von der Mehrzahl der Anleger nach wie vor unterschätzt wird.

Keinesfalls nur rosige Aussichten

Die Aussichten für die entwickelten Märkte sind keinesfalls rosig. Die Stimmung hatte zuletzt jedoch extrem pessimistische Züge angenommen, so dass es beträchtlichen Spielraum für positive Überraschungen gibt. Vor allem scheint der Markt die Fähigkeit der Industrienationen zu unterschätzen, die derzeitige Krise aus eigener Kraft zu überwinden.

Zum Beispiel besteht eine extrem hohe Nachfrage nach dem Erwerb der US-Staatsbürgerschaft. Das Land wird daher weiterhin junge, talentierte und einsatzfreudige Menschen zur Stärkung seines Wirtschaftspotenzials gewinnen. Die USA sind flächenmässig auch gross genug, um diese Arbeitskräfte aufzunehmen.

Gefahren einer strafferen Geldpolitik

Auch wenn das Wachstum der Binnenwirtschaft vorerst schwach bleiben dürfte, so hat sich das Bruttoinlandprodukt im 4. Quartal 2008 doch derart mässig entwickelt, dass die Vorjahresvergleichszahlen für das aktuelle Quartal nur positiv ausfallen können. Hinzu kommt, dass das US-Leistungsbilanzdefizit inzwischen drastisch geschrumpft ist und die Sparquoten auf ein annehmbares Niveau zurückkehren.

Die grösste Gefahr besteht darin, dass die Industrienationen zu früh zu einer strafferen Geldpolitik übergehen. Die Zentralbanken werden unter zunehmendem Druck stehen, die Zinsen zu erhöhen, da sich die Basiseffekte niedriger Rohstoffpreise jetzt allmählich materialisieren und folglich mit einem Anstieg der Inflation zu rechnen ist. Dies ist ein wichtiger Zeitpunkt für die kurzfristigen Aussichten.

Fed nimmt Inflation in Kauf

Wir gehen jedoch davon aus, dass die Notenbanken im Zweifel eher eine höhere Inflation in Kauf nehmen als Zinsanstiege. In einer Erklärung des Offenmarktausschusses der Federal Reserve zu Beginn des Monats hiess es dann auch, dass die US-Notenbank die Zinsen für einen «längeren Zeitraum» niedrig halten würde. Nach Ansicht vieler sind damit mindestens sechs Monate gemeint. In der Zwischenzeit wird es nach wie vor Spielraum zur Erwirtschaftung solider Erträge geben.

Demgegenüber scheinen die Anleger die Risiken in den Schwellenmärkten auf eine zu leichte Schulter zu nehmen. China, der Motor des Schwellenländerwachstums, verfügt als Planwirtschaft nicht über die notwendige politische und soziale Flexibilität, um dieses Wachstum zu unterstützen.

Japan wird unterschätzt

Japan ist vielleicht besser positioniert, um die asiatische Wachstumsstory zu tragen, und seine Fähigkeiten diesbezüglich werden sicherlich unterschätzt. Das Land verfügt über fundamental solide Unternehmen von Weltklasse, die seit vielen Jahren unter schwierigen inländischen Bedingungen überlebt haben und somit dem derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld ganz gut die Stirn bieten können.

In Japan geht zudem nun eine Generation in Rente, die vielfach über Vermögen im Ausland verfügt, die jetzt für Konsumzwecke zurückgeholt werden und damit der Binnenwirtschaft zugutekommen dürften. Was den heimischen Aktienmarkt betrifft, so muss sich dieser erst noch von den Tiefständen des vergangenen Jahres analog zu seinen Pendants in den übrigen Industrieländern erholen.

Verlustpotenzial begrenzt

Nach einem Kurseinbruch von etwa 50 Prozent gegenüber den Höchstständen von 2007 ist es schwierig, den Grenzverkäufer auszumachen. Sollten wir allerdings falsch liegen, dürfte das Verlustpotenzial angesichts derart niedriger Bewertungen gering sein.

Im aktuellen Umfeld nehmen sich die Fundamentaldaten wichtiger denn je aus. Erfolgreich werden unserer Meinung nach Stockpicker mit der richtigen Nase für Unternehmen sein, die diesen Fundamentaldaten unabhängig von der jeweiligen Marktdynamik gerecht werden.

 

 


Diesen Artikel bookmarken:

 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Banner

JOKE(R)


Ein offener Brief an den griechischen Ministerpräsidenten
+ weiterlesen

WANDELANLEIHEN

Alles über Convertibles.

AgaNolaDie auf Wandelanleihen spezialisierte Asset-Management Boutique in Pfäffikon SZ.


News: «Wandelanleihen zu Unrecht unterschätzt»

Aktuell: Neuer Fonds nach UCITS III geplant

PRIVATE BANKING

Bank Clariden Leu

Aktuell: «Markanter Gewinnsprung»

eFinancialCareers.ch
Aktuelle Jobangebote von eFinancialCareers.
+ weitere Jobangebote
JobDirectory.ch
Aktuelle Jobangebote von Arbeitgebern der Finanzbranche.
+ weitere Jobangebote

Geschenkidee

Smartbox

article thumbnail
+ weiterlesen

Newsletter

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Buchtipp

Neustart: 50 Ideen für einen starken Finanzplatz Schweiz

Neustart

50 Ideen für einen starken Finanzplatz Schweiz

Von Claude Baumann und Ralph Pöhner.

Das Buch versammelt 33 namhafte Persönlichkeiten und präsentiert deren zukunftsgerichtete Ideen.

+ Mehr zum Buch und bestellen

swiss_banking_cover_120

Swiss Banking - wie weiter?

Aufstieg und Wandel der Schweizer Finanzbranche. Wie aus einem Erfolgsmodell ein Hochrisiko-Faktor für die Schweiz wurde.

+ Mehr zum Buch und bestellen

Magazine

PRIVATE Ausgabe 1/2010 – Das Magazin für private und institutionelle Investoren.

PRIVATE Ausgabe 1/2010 – Das Magazin für private und institutionelle Investoren.

Anregungen

Telefonnummer der Redaktion:
+41 76 385 03 04

Schreiben Sie uns Ihre Ideen, verraten Sie Gerüchte oder sagen Sie uns einfach, über welches Thema Sie gerne etwas lesen würden.

+ Mitteilung schreiben

 
Droht der Schweiz eine neue Schandliste?
Montag, 08. März 2010
article thumbnailSteuerdelikte sollen künftig eine Vortat zur Geldwäscherei werden. Warum dies ein Unsinn ist, schreibt David Zollinger von der Privatbank Wegelin.
+ weiterlesen
Das bekommen Sie für 2,5 Millionen Franken
Mittwoch, 10. März 2010
article thumbnailEin Einfamilienhaus mit Sicht über den Zugersee in Walchwil. Oder ein Einfamilienhaus mit Sauna und Pool in Uitikon Waldegg. Oder ein Haus mit Garten in Rickenbach.
+ weiterlesen
50 Websites, die Ihr Leben erleichtern
Montag, 23. November 2009
article thumbnailFür Arbeit und Freizeit: Wir haben für Sie das Web durchwandert und Favoriten zusammengetragen.
+ weiterlesen