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Die neue Powerfrau der Credit Suisse PDF Drucken Diesen Beitrag per E-Mail weiterempfehlen
Sonntag, den 10. Januar 2010 um 06:08 Uhr

Mit Pamela Thomas-Graham übernimmt bei der Credit Suisse eine Frau gleich mehrere Leitungsfunktionen. Damit setzt CEO Brady Dougan ein Zeichen.

Pam_1Ob Personalberater im Bankenbereich, Unternehmensberater für Öffentlichkeitsarbeit oder Branding- und Kommunikationsspezialist – das Echo auf die Wahl von Pamela Thomas-Graham zur neuen Chefin für Personalwesen, Unternehmenskommunikation, Markenführung und Werbung bei der Credit Suisse ist positiv.

«Das ist eine mutige, aber sicherlich richtige Entscheidung», sagt Raoul Stöhlker, Chef der Zolliker Kommunikationsfirma Stöhlker. Auch Roger Sandmeier, Creative Director der Zürcher Werbeagentur Facing, findet es gut, dass eine Frau in diese Position gewählt wurde. Weil es in der heutigen Zeit entscheidend sei, dass vermehrt weibliche Energien in das Businessumfeld einfliessen würden, so Sandmeier.

Roman Bussinger von der Schweizer a&u Kaderberatung findet es ebenfalls positiv, dass eine Frau in die Geschäftsleitung der Credit Suisse berufen wurde, auch wenn dies allein natürlich nicht den Ausschlag gab.

Zwischen High-Society und US-Politik

Mit der Wahl der 46-jährigen Pamela Thomas-Graham stelle die Credit Suisse Fachkompetenzen, Soft Skills und Führungskompetenz in den Vordergrund, erklärt Bussinger weiter. Dass diese Frau sowohl in New Yorks High-Society als auch in der US-Politik gut vernetzt ist und bereits mehrere Spitzenpositionen in der US-Wirtschaft inne hatte, sei für die Schweizer Grossbank sicher sehr nützlich. «Schliesslich ist die Credit Suisse global tätig, und die USA sind ein wichtiger Markt», so Bussinger.

Auch dass sie Afro-Amerikanerin ist, trägt laut Bussinger zur Glaubwürdigkeit der Credit Suisse bei. «Ziel vieler Unternehmen heute ist es, der Diversity Rechnung zu tragen. Die Credit Suisse hat dies nun weiter geführt».

Gute Aussenwirkung

«Diese Frau wirkt dynamisch, kraftvoll und international», erklärt Raoul Stöhlker. «Mit ihr vermittelt die Credit Suisse eine Vision, wohin man sich in Zukunft bewegen will».

Pamela Thomas-Graham hat ihr Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an der Harvard Universität mit Bestnoten abgeschlossen und war während dieser Zeit auch bei Goldman Sachs im Personalwesen tätig. «Diese Verbindung von Sachverstand und Energie vermittelt Kompetenz. Die Frau scheint ihren Aufgaben gewachsen zu sein. Das kann eine gute Aussenwirkung für die Credit Suisse haben», so Stöhlker.

Zuletzt arbeitete Pamela Thomas-Graham als Managing Director bei der Private-Equity-Gruppe Angelo, Gordon & Co. in New York. Zuvor war sie unter anderem Group President beim Modeunternehmen Liz Claiborne sowie Vorsitzende und Geschäftsführerin von CNBC Television und CNBC.com. Während zehn Jahren war sie zudem bei der Beratungsfirma McKinsey, zuletzt als Partner.

Zu viele Jobs für eine Person?

Trotz all der positiven Attribute wirft die Besetzung auch Fragen auf. «Ich zweifle nicht an der fachlichen Kompetenz von Frau Thomas-Graham», erklärt Sandmeier. «Ich frage mich aber, weshalb das Personalwesen, die Markenführung und die Kommunikation einer einzigen Person angehängt werden». Gerade im gegenwärtigen Marktumfeld, da die Schweizer Banken stark unter Druck stünden, müsse man annehmen, dass dem Branding grösste Aufmerksamkeit geschenkt werde, so Sandmeier.

CS-CEO Brady Dougan sagt: «Ich bin überzeugt, dass Pamela Thomas-Graham mit ihren vielseitigen Kenntnissen beste Voraussetzungen mitbringt. In ihrer neu geschaffenen Rolle wird Pamela Thomas-Graham dazu beitragen, dass unsere Mitarbeitenden und Spitzenkräfte aus der ganzen Branche in der Credit Suisse den attraktivsten Arbeitgeber erkennen.»


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Kommentare 

 
#2 2010-01-15 09:42
Dass eine Frau in die CS-Geschäftsleitung einzieht, ist ja nun wirklich fällig. Dass es ein(e) weiter(e) Amerikaner(in) ist, ist vielleicht nötig, aber schade, denn die Swissness der Credit Suisse wird dadurch kaum verstärkt.
Aber die "HumanResourcler" mit den Marketing- und Kommunikations-Leuten unter einen Hut zu stecken, finde ich sehr seltsam. Die ehemaligen Lehrerinnen, die im HR ihre Volksschul-Mentalität auf Unternehmens-Qualifikationen umdenken, haben mit den PR-Leuten nun wirklich nichts am Hut. Die einen wollen immer alles verbergen, die anderen immer alles ausschwatzen. Wenn das nur gut geht! Da braucht es für die neue Scheffin viel Fingerspitzengefühl im Bereich des emotional IQ....
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#1 2010-01-14 14:31
Mein alter Chef - er arbeitete 20 Jahre in den USA - sagte immer, um die Amis zu verstehen braucht es nur eine Leitlinie: "Immer 70% von allem was sie rauslassen abziehen" ...
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