Fintech im Blogger-Krieg mit der Assekuranz

Schlagabtausch, Bild Shutterstock

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Helge Lach war gerade gar nicht zum Lachen zumute. Das Geschäftsleitungs-Mitglied der Deutschen Vermögensberatung DVAG mit Sitz in Frankfurt hat kürzlich in einem Blog-Eintrag scharf gegen die Konkurrenz geschossen: Nämlich gegen jene Fintech-Start-ups, die auch im Versicherungs-Geschäft aus dem Boden schiessen. Und den Platzhirschen das Terrain streitig machen.

«Sie wollen smarte Versicherungsmanager oder Versicherungshelden sein und versprechen Beratung mit nur einem Klick», giftelt Lach. Doch hinter dem selbstbewussten Auftritt verberge sich «ein Geheimnis»: Die Fintech-Anbietern seien auf eine Maklervollmacht und damit Gebühren aus. Apps würden die Kunden dazu verleiten, ihnen diese unwissentlich zu erteilen.

Schlag und Gegenschlag

«Was ist von solchen Geschäftsmodellen und Praktiken zu halten?», fragt der DVAG-Mann rhetorisch. Und stellt in 15 Punkten klar: nicht viel.

Unter den von Lach geschmähten «Versicherungshelden» sticht aus Schweizer Sicht ein Name heraus: Knip. Das deutsch-schweizerische Unternehmen gehört hierzulande zu den erfolgreichsten Fintech-Start-ups und konnte kürzlich neues Kapital in Millionenhöhe lösen.

Knip ist es denn auch, die als erste zurückgeschlagen hat. Dennis Just, Gründer und CEO von Knip, bloggte seinerseits einen «offenen Brief» Richtung DVAG. Darin nahm auch er kein Blatt vor den Mund.

«Mit dem Rücken zur Wand»

«Ihr seid der Grund, dass es uns gibt», entgegnete der Knip-Chef. Die Versicherungsvermittler seien die mit Abstand unbeliebteste Berufsgruppe in ganz Deutschland. Strukturvertriebe im Pyramidensystem seien Hauptgründe dafür, so Just.

Schliesslich machten die Anwürfe nur deutlich, so der Jungunternehmer, dass rein vertriebsorientierte und technologieferne Anbieter «mit dem Rücken zur Wand stehen».

Kampf um den Kunden

Harte Worte also, die den Konflikt zwischen Fintech-Start-ups und Finanz-Establishment in überspitzter Form darstellen. Dessen ungeachtet darf davon ausgegangen werden: Den Konflikt gibt es, gerade im Versicherungswesen, wo der Kampf um den Kunden eingesetzt hat.

Fintech-Apps kommen dabei ohne teures Agentur-Netz aus, weil sie über Mobilgeräte direkt zum Kunden gelangen. «Viele traditionelle Makler, Agenten und deren Verbände laufen derzeit Sturm in der Hoffnung, die neue Konkurrenz damit schwächen zu können», hiess es bei Knip auf Anfrage.

Wie stark es hinter den Kulissen im Schweizer Versicherungswesen brodelt, kann nur vermutet werden. Sichtbar ist, dass grosse Anbieter wie etwa Axa Winterthur selber begonnen haben, die Fintech-Schiene zu forcieren.

 

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NEWS GANZ KURZ

SNB

Nach einem verlustreichen Vorjahressemester wegen der Aufgabe des Euro-Mindestkurses erzielte die Schweizerische Nationalbank (SNB) im Halbjahr 2016 einen Gewinn von 21,3 Milliarden Franken. Die Zentralbank profitiert dabei vor allem von Wertzuwächsen im Devisen- und Goldportfolio.

Spar- und Leihkasse Bucheggberg

Die Solothurner Regionalbank hat im ersten Semester des laufenden Jahres den Halbjahresgewinn um 1,7 Prozent steigern können. Im wichtigsten Ertragspfeiler, dem Zinsengeschäft, kletterte der Brutto-Erfolg im Vergleich zum Vorjahr dank höheren Volumen um 2,9 Prozent auf 3,7 Millionen Franken.

Banque Profil de Gestion

Die Genfer Privatbank hat im ersten Halbjahr 2016 wiederum einen kleinen Gewinn erzielt: Nach 100'000 Franken im Vorjahr waren es diesmal 30'000 Franken mehr. Operativ gab es ein Plus von 260'000 Franken nach einem Verlust ein Jahr davor. Vor allem das Zins- und das Handelsergebnis legten deutlich zu, derweil das Kommissionsergebnis stagnierte.

Thurgauer Kantonalbank

Die Thurgauer Kantonalbank (TKB) hat das US-Steuerprogramm abgeschlossen, ohne eine Zahlung leisten zu müssen. Die TKB war in der Kategorie 3 des Programms. Sie hat nun vom amerikanischen Justizdepartement (DoJ) einen Non-Target Letter erhalten, womit das Programm abgeschlossen ist.

Walliser Kantonalbank

Das Staatsinstitut hat im ersten Halbjahr 2016 sowohl ein leicht höheres operatives Ergebnis als auch etwas mehr Gewinn verzeichnet. Im wichtigen Zinsen-Geschäft stieg der Bruttoerfolg um 1,8 Prozent auf rund 80 Millionen Franken. Für das Gesamtjahr erwartet die Kantonalbank weiterhin einen Gewinn auf der Höhe des Vorjahres.

VP Bank

Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat das «A–»-Rating für die VP Bank bestätigt und erhöht den Ausblick von «Negative» auf «Stable». Damit würden die operativen Fortschritte der VP Bank und die Bewirtschaftung der Risiken sowie die starke Kapitalausstattung und die erfolgreiche Integration der Centrum Bank berücksichtigt, hiess es.

Clientis Bank im Thal

Die Regionalbank hat den Halbjahresgewinn im Vergleich zum Vorjahr deutlich um über 30 Prozent auf 385'000 Franken gesteigert. Dazu beigetragen hat das gute Zinsengeschäft mit einem Plus von 11,4 Prozent auf 2,1 Millionen Franken.

Crealogix

Das Bankenberatungszentrum St. Gallen und Crealogix haben eine Partnerschaft für die betriebliche Aus- und Weiterbildung im Finanzbereich beschlossen: Mit der Lösung «I know! Banking» bieten die beiden Unternehmen eine Cloud-Lösung mit digitalen Lerninhalten zu den wichtigsten Themen im Banking an.

Compagnie Financière Tradition

Das Lausanner Brokerhaus hat im ersten Semester 2016 einen stabilen Ertrag von 425 Millionen Franken erzielt. Zu konstanten Wechselkursen entspricht dies allerdings einem Rückgang um 1,6 Prozent.

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