Swiss Life: Reich mit reichen Privatkunden

Besseres operatives Ergebnis, gute Anlageerträge, Gewinn bei AWD: Dies Erklärungen, weshalb der Versicherer positiv überrascht mit den Halbjahreszahlen.

Swiss Life hat im ersten Halbjahr 2010 einen Reingewinn von 269 Millionen Franken erzielt – fast doppelt so viel wie in der gleichen Vorjahresperiode; damals waren es 139 Millionen gewesen. Der Betriebsgewinn lag bei 415 Millionen Franken (Vorjahr: 251 Millionen).

Zur positiven Ertragsentwicklung beigetragen hätten «in erster Linie markante operative Fortschritte», so das Unternehmen

In lokaler Währung erzielte Swiss Life ein Prämienwachstum von 20 Prozent auf 12,2 Milliarden Franken. Gewachsen ist Swiss Life insbesondere im internationalen Geschäft mit vermögenden Privatkunden, in Deutschland und in Frankreich. Stabil blieb das Prämienvolumen in der Schweiz. In Deutschland stiegen die Prämien in lokaler Währung um 14 Prozent auf 1,06 Milliarden Franken, in Frankreich um 18 Prozent auf 2,83 Milliarden Franken.

AWD erzielte einen operativen Gewinn von 20,4 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2009 hatte es noch 10,9 Millionen Euro Verlust gegeben. AWD steuert deshalb diesmal ein verbessertes Segmentergebnis bei – es sind 15 Millionen Franken. Die Rückkehr in die Gewinnzone sei ermöglicht wurden durch «die tiefere Kostenbasis und die wiedergewonnene Schlagkraft», urteilt Swiss Life.

Die Gruppensolvabilität hat sich seit Ende 2009 von 164 auf 175 Prozent verbessert.

Eine Anlagerendite von 1,8 Prozent

«Swiss Life verzeichnet ein starkes erstes Halbjahr 2010», kommentiert Swiss-Life-CEO Bruno Pfister (Bild). «Dies zeigt sich insbesondere im Reingewinn, den zusätzlich realisierten Kostensenkungen und der guten Arbeit im Investment Management. Auch die Stärkung der Kundenbetreuung und Distribution beweisen, dass wir auf unserem Weg des profitablen Wachstums erneut nachhaltige Fortschritte erzielt haben.»

Zum verbesserten Ergebnis trug zudem ein guter Anlageertrag bei: Im Investment Management erzielte Swiss Life auf dem Versicherungsportfolio Nettokapitalerträge von 2,04 Milliarden Franken (Vorjahr: 1,98 Milliarden Franken). Das entspricht einer nicht annualisierten Nettoanlagerendite von 1,8 Prozent.

Für das Gesamtjahr rechnet Swiss Life mit einer Nettoanlagerendite für das Gesamtjahr von 3,6 bis 3,7 Prozent.

Ein gegenüber der Vorjahresperiode stark verbessertes Segmentergebnis weist Swiss Life im Markt Schweiz aus: Der Betriebsgewinn konnte wurde auf 282 Millionen Franken gesteigert (Vorjahr: 193 Millionen).

In Deutschland stieg das Ergebnis: von 31 auf 64 Millionen Franken. Wegen rückläufiger Anlageerträge ging dagegen das Ergebnis von Swiss Life in Frankreich zurück, und zwar von 70 Millionen auf 47 Millionen Franken.

Im Segment Versicherungsgeschäft Übrige, dem das internationale Geschäft mit vermögenden Privatkunden zugerechnet wird, verzeichnete Swiss Life einen positiven Trend. Dazu beigetragen habe, dass im internationalen Geschäft mit vermögenden Privatkunden erstmals ein Gewinn erwirtschaftet wurde, so das Unternehmen. Das Prämienvolumen konnte hier mit 3,07 Milliarden Franken beinahe verdoppelt werden.

Ein positiver Ertragsbeitrag kommt auch aus Corporate Solutions, dem weltweiten Geschäft mit Personalvorsorgelösungen. Wegen des Ausbaus des globalen Geschäfts und der Investitionen in die Produktplattform in Luxemburg resultiert für dieses Segment jedoch ein Verlust von 6 Millionen Franken; in der gleichen Vorjahresperiode waren es 14 Millionen gewesen.

Auch das Investment Management verbesserte sein Segmentergebnis von 35 Millionen auf 46 Millionen Franken.

Per Ende des ersten Halbjahrs 2010 betrug das den Aktionären zurechenbare Eigenkapital 7 681 Millionen Franken, was gegenüber Ende 2009 ein Zuwachs um 473 Millionen (7 Prozent) bedeutet.

Die von Swiss Life verwalteten Vermögen beliefen sich insgesamt auf 135 Milliarden Franken (plus 2 Prozent gegenüber Ende 2009).

Die Ziele für 2010 bleiben für Swiss Life unverändert. Bruno Pfister: «Das erste Halbjahr bestätigt, dass wir mit unseren Ambitionen für 2012 auf Kurs liegen. Auch wenn das Niedrigzinsumfeld sowie der steigende Wettbewerbsdruck grosse Herausforderungen bleiben, sind wir zuversichtlich, dass wir unsere Ziele für dieses Jahr erreichen werden.»

Hier finden Sie die Arbeitsstellen, welche Swiss Life derzeit ausgeschrieben hat.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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