Swiss Re prescht mit Gewinn voran

Unbeeindruckt von schweren Erdbeben in Neuseeland und der Rückzahlung der Anleihe an Warren Buffett verdoppelt die Rückversicherung ihren Gewinn.

Der Gewinn von Swiss Re im 3. Quartal 2010 beläuft sich auf 618 Millionen Dollar im Vergleich zu 314 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Die Eigenkapitalquote stieg in diesem Quartal um 2,4 Milliarden Dollar auf ein total von 29,9 Milliarden Dollar und liegt nun bei 9,5 Prozent, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Im Vordergrund stand in diesem Quartal neben dem Kerngeschäft auch die Rückzahlung der Wandelanleihe an Berkshire Hathaway. Seit gestern habe man sich mit dem Unternehmen über eine Rückzahlung geeignet.

«Wir freuen uns heute bekannt zu geben, dass wir dank unserer verbesserten Kapitalausstattung eine Vereinbarung über die Rückzahlung an Berkshire Hathaway erzielen konnten – ohne Aufschlag für die vorzeitige Rückzahlung», sagt Swiss-Re-CEO Stefan Lippe.

Die Zinsbelastung sowie die 20-Prozent-Prämien werden erst im 4. Quartal verbucht und den Gewinn voraussichtlich mit einer Milliarde Dollar belasten.

Laue Stürmchen blasen Gewinn auf

Die Natur meinte es dieses Quartal gut mit der Swiss Re. Unterdurchschnittlich wenige Naturkatastrophen ermöglichten ein operatives Ergebnis der Abteilung Property & Casualtyvon 1,1 Milliarden Dollar bei einem tiefen Schaden-Kosten-Satz von 76,4 Prozent.

In der Sparte Life & Health hat die Rückversicherung jedoch einen Rückschlag erlitten. Die Leistungsquote stieg von 81,1 Prozent auf 93,3 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode und liess das operative Ergebnis von 363 Millionen Dollar auf 119 Millionen Dollar schrumpfen.

Das Asset Management hingegen leistet weiterhin gute Arbeit und trug mit 1,2 Milliarden Dollar im Vergleich zu 697 Millionen Dollar im Vorjahr wesentlich zum Ergebnis der Swiss Re bei. Die Anlagerendite lag im 3. Quartal 2010 bei 2,8 Prozent.

Neuer Kundenfokus

Die Swiss Re will sich zudem, wie bereits im Oktober angekündigt, ihre Marktposition in den Kernkompetenzen Reinsurance, Corporate Solutions und Admin Re festigen. Diese drei Bereiche sollen daher in Zukunft auf höchster Management-Ebene von Mitgliedern der Geschäftsleitung geführt.

«Diese Neuausrichtung unterstreicht den hohen Stellenwert der Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Mit unserer soliden Kapitalausstattung sind wir in der anstehenden Erneuerungsrunde ein ausgezeichneter Partner für unsere Kunden», kommentiert Lippe die neue Strategie.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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