Ernst & Young sieht für Versicherer nicht rosig

«Die widrigen Umstände bieten Chancen für die europäischen Versicherer, glaubt Ernst & Young.» So beginnt zumindest die Pressemitteilung zum Ausblick für 2009.

Das Beratungsunternehmen gibt sich Mühe, seinen Jahresausblick für die Versicherungsbranche mit einer zuversichtlichen Note anzustimmen. Die europäische Versicherungsbranche werde in diesem Jahr voraussichtlich weiter wachsen, wenngleich langsamer als in vergangenen Jahren, prophezeit Ernst & Young.

Nicht allzu überraschend ist die Prognose von Marcel Stadler, Leiter der Versicherungsorganisation Schweiz und des International Insurance Center in Zürich von Ernst & Young: «Die Herausforderungen in der Versicherungsbranche werden dieses Jahr anhalten, weil sich eine Beruhigung der Finanzmärkte derzeit nicht abzeichnet.»

Schwächen treten klar zu Tage

Aber dem mutigen Versicherer gehört die Welt: «Es ist an der Versicherungsindustrie, sich den ausserordentlich widrigen Umständen zu stellen und die sich bietenden, gleichsam ausserordentlichen Chancen zu nutzen. Die fundamentalen Mechanismen des Versicherungsgeschäftes als wesentlicher Teil der Finanzindustrie offenbaren sich in der Krise in einer seltenen Deutlichkeit, die es jetzt zu nutzten gilt, um zielgerichtet, einschneidend zu handeln. Diejenigen Gesellschaften werden gestärkt, denen es gelingt, mutig einschneidende Veränderungen an die Hand zu nehmen und erfolgreich umzusetzen». Da werden wohl nicht alle die Chancen der widrigen Umstände gleich gut nutzen können.

Der Branche drohe eine Verschärfung der Regulatorien, sagt Ernst  & Young, was das Ziel bis 2012 drei grosse Regelwerke zu installieren, nicht anspruchsloser machen wird.

Ernst & Youngs fünf wichtigste Punkte für Versicherungsunternehmen im Jahr 2009:

  1. Wiederherstellung des Vertrauens in die Finanzindustrie
  2. Verifizierung und Ausrichtung der Unternehmens- und Produktstrategie
  3. Stärkung von Bilanzen und angemessener Kapitalausstattung
  4. Erneute Beschäftigung mit operativen Themen
  5. Vorbereitung auf Veränderungen in der behördlichen Aufsicht


Welches werden die erfolgreichsten Lebensversicherer sein? Unternehmen, die im Bereich Vorsorge und Sparen die Bedürfnisse über alle Verbrauchersegmente hinweg erkennen und dafür leicht verständliche Produkte bereitstellen, heisst die Antwort von Ernst & Young. Im Nichtlebengeschäft wird sich fortsetzten, was die Branche schon lange prägt: Was nicht passt oder nicht rentiert, wird verkauft,  das Portefeuille im Kerngeschäft arrondiert, meint Ernst & Young.

Für einige Versicherer ein Schicksalsjahr

Lebensversicherer werden auch 2009 mit sinkenden Erträgen zu rechnen haben. Alle Versicherer werden Abschreibern auf Vermögenswerten nicht ausweichen können. Sie müssen ein Auge auf die steigenden Absicherungskosten und Verluste durch unwirksame Absicherungen haben.

Für einige besonders exponierte Versicherer könnte 2009 gar zu einem Schicksalsjahr werden: «Sollte das Übergreifen der Krise auf die Realwirtschaft zu einem sprunghaften Anstieg ausfallender Unternehmensanleihen führen, dürften die Bilanzen entsprechend exponierter Versicherungsgesellschaften wegen zwingender Wertberichtigungen fallweise existentiell betroffen werden.»

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NEWS GANZ KURZ

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

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Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

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Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

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