AWD: 2000 neue Beschwerden

Der Swiss-Life-Beteiligung AWD werden in Österreich Beratungsmängel vorgeworfen. Konsumentenschützer sammelten 6'500 Beschwerden.

Der Verein für Konsumenteninformation VKI hatte seine Sammelaktion von Beschwerden über den AWD im Zusammenhang mit der Vermittlung der im Kurs abgestürzten Immofinanz- und Immoeast-Aktien am 15. Januar 2009 bereits abgeschlossen. Das Medienecho in Österreich auf die Ankündigung der Sammelklagen-Aktion gegen AWD – im Auftrag des Sozialministeriums  BMSAK – löste aber einer weitere Beschwerdewelle aus. Deshalb verlängerte das BMASK die Frist zur Anmeldung von Beschwerden bis zum 20. Februar. Weitere 2'000 Beschwerdeführer haben sich gemeldet, womit rund 6'500 Beschwerden über AWD-Beratungen beim VKI eingelangt sind. Die hochgerechnete Schadenssumme beträgt damit über 65 Millionen Euro.

Systemische Mängel

Die Auswertung der Beschwerden habe bisher ergeben, stellt der VKI fest, dass AWD-Berater offenbar seit Ende der Neunzigerjahre Immofinanz-Aktien als besonders «sicheres und ertragreiches» Produkt, in vielen Fällen sogar – unter Berufung auf entsprechende Gutachten –  als «mündelsicheres Investment» angepriesen haben. In vielen Fällen sei das gesamte disponierbare Vermögen eindimensional in Immofinanz- oder jedenfalls in Immobilienaktien angelegt worden.

«In einer Reihe von Fällen wurden die Aktien offenbar als Immobilienfonds beziehungsweise als Anteile an einem Immobilienfonds tituliert und das Wort Aktie bewusst vermieden. Von Kapitalgarantien sei die Rede gewesen und kein Wort von der Möglichkeit eines Totalverlustes. Als die Kurse zu sinken begannen, haben AWD-Berater offenbar – bis zum Schluss – geraten, die Aktien zu behalten, ja sogar vorgeschlagen, weitere zu kaufen,» schreibt der VKI. Er ist der Ansicht, dass es in der Beratung des AWD systematische Mängel gegeben haben muss.

Im Mai vor Gericht

Der AWD argumentiert gemäss VKI vor allem damit, dass in der Regel Gesprächsprotokolle durch die Beratenen unterzeichnet wurden, denen zufolge die AWD-Kunden über die Risken genau aufgeklärt worden seien. Der VKI geht aber davon aus, dass es vor allem darauf ankommt, was zwischen Berater und Kunden tatsächlich gesprochen wurde und dass man Aufklärungspflichten nicht durch Unterschriften unter Kleingedrucktes in Formularen wahrnehmen kann. Erste Sammelklagen sollen im Mai 2009 vor Gericht kommen. Weitere Informationen zur Sammelklagen-Aktion sind auf Verbraucherrecht.at zu finden.

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Erfindungen, die Leben retten
  • So sehen die Innovations-Labs der Banken aus
  • Die geschrumpften Banken auf einen Klick
  • Morgan-Stanley-CEO macht Kasse mit Bankaktien
  • Trumps Kabinett der Milliardäre
  • London: Der Investmentbanker Europas
  • Der Sanierer soll ein Insider-Händler sein
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram Follow finews.ch

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Zürcher Bankenverband

News und Einschätzungen zum Zürcher Finanzplatz.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

SELECTION

Selection

Wo sich ein MBA am meisten lohnt

Hier haben MBA-Absolventen ihre Studiengebühren am schnellsten wieder verdient.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

weitere News