Vaudoise: Tieferer Gewinn, höhere Dividende

Die Versicherung konnte 2011 zwar die Prämien steigern, litt aber unter einem tieferen Anlageergebnis. In Südeuropa ist sie kaum investiert.

Die Vaudoise Versicherungen erzielten im Geschäftsjahr 2011 einen leicht tieferen Reingewinn nach Steuern: Er lag mit 117,4 Millionen Franken um 2,3 Prozent unter dem Resultat von 2010. Der Rückgang sei vor allem auf eine Verminderung der Anlageergebnisse zurückzuführen.

Der Verwaltungsrat wird der Generalversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 9 Franken pro Namenaktie B beantragen – eine Erhöhung um 2 Franken gegenüber 2010.

Im Nichtleben-Bereich plant die Vaudoise-Gruppe eine neue Gewinnverwendungspolitik: Die Vaudoise Allgemeine wird ab 2012 einen Teil ihres Gewinns im Dreijahresrhythmus an ihre Kunden weitergeben.

Die Solvabilität 1 der Gruppe lag Ende 2011 bei 350 Prozent. «Unsere genossenschaftlich geprägte Positionierung und die finanzielle Gesundheit unserer Gesellschaft haben uns dazu veranlasst, eine neue Politik der Gewinnverteilung im Nichtlebengeschäft einzuleiten, bei der unsere treuen Kunden, je nach Geschäftsergebnis, in einem Dreijahresrhythmus von Prämienrabatten profitieren werden», erklärt Generaldirektor Philippe Hebeisen. Im Jahr 2012 werde dieser Rabatt bei ungefähr 15 Prozent liegen. «Wir halten zudem an einer starken Verzinsung der Anteilscheine fest», so Philippe Hebeisen.

Die verdienten Prämien im Nichtlebenbereich entwickeln sich positiv (682,2 Millionen Franken 2011 gegenüber 658,9 Millionen Franken 2010). Sämtliche Nichtlebenbranchen weisen ein Wachstum auf. Die gebuchten Prämien verzeichnen in einem Schweizer Markt, der lediglich ein Wachstum von 1,4 Prozent aufweist, eine Zunahme von 2,4 Prozent. Die Combined Ratio reduzierte sich im Jahr 2011 auf 82,2 Prozent (87,4 Prozent im Jahr 2010).

Bei den Lebensversicherungen erreichten die verdienten Prämien letztes Jahr 1'166 Millionen Franken – ein deutlicher Rückgang gegenüber den 2'314 Millionen im Vorjahr. Dieses Ergebnis sei auf einen Rückgang der Valorlife-Prämien zurückzuführen, nach einem aussergewöhnlichen Jahr, das vor allem auf die italienische Steueramnestie zurückzuführen war.

Bei der Vaudoise Leben konnte in den letzten drei Jahren ebenfalls ein gesteigertes Interesse an traditionellen Lebensversicherungen mit periodischen Prämien festgestellt werden; dies ging zu Lasten der fondsgebundenen Versicherungsprodukte.

Das versicherungstechnische Ergebnis bei den Lebensversicherungen erreichte 30,0 Millionen Franken.

Zum Anlageergebnis: Die Vaudoise-Gruppe setzte 2011 im Wesentlichen auf festverzinsliche Anlagen und Immobilienanlagen. Damit erreichte sie eine Netto-Anlageperformance von 3,0 Prozent gegenüber 3,8 Prozent im Vorjahr.

«In Anbetracht der gesunkenen Zinssätze, der negativen Entwicklung der Aktienmärkte und der Struktur der Versicherungsgeschäfte der Gruppe können diese Ergebnisse als gut bezeichnet werden», kommentiert das Unternehmen. Die Verbindlichkeiten in den südeuropäischen Ländern (GIIPS) machen weniger als 0,5 Prozent der Anlagen aus. Sie haben daher zu keinen Verlusten geführt.

Die Performance zum Marktwert stieg auf 4,6 Prozent, verglichen mit 3,9 Prozent im Jahr 2010.

Für 2012 rechnet die Vaudoise mit einem weiteren Prämienzuwachs im Nichtlebengeschäft. Dazu soll auch eine Reorganisation im Segment Vermögensversicherungen beitragen, welche die Kundennähe stärken soll.

«Solange die Marktzinssätze auf einem derart niedrigen Niveau bleiben, möchte die Vaudoise das Wachstum im Bereich der Lebensversicherungen mit Einmalprämien begrenzen», schreibt das Unternehmen weiter.

Im Anlagenbereich wagt die Vaudoise «angesichts Instabilität der Finanzmärkte» keine Voraussagen. Sie halte aber an ihrer Anlagestrategie fest, sieht daher für 2012 eine stabile Anlageallokation vor und stärkt zugleich die Absicherung gegen fallende Aktienkurse.

• Hier finden Sie alle Daten zum Jahresabschluss 2011 von Vaudoise

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Morgan-Stanley-CEO macht Kasse mit Bankaktien
  • Trumps Kabinett der Milliardäre
  • London: Der Investmentbanker Europas
  • Der Sanierer soll ein Insider-Händler sein
  • RBS: Versagen auf der ganzen Linie
  • Streitpunkt neue Kapitalregeln
mehr

SELECTION

Die faszinierendsten Bankfilialen der Welt

Die faszinierendsten Bankfilialen der Welt

Ideen aus fünf Kontinenten für die Bank der Zukunft.

Selection

Selection

Der Todesstoss fürs Online-Banking

Der Bankkunde von heute nutzt das Internet und Apps. Aber wie lange noch?

Selection

NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

weitere News