Entlassung nach Facebook-Nutzung

Eine Angestellte meldete sich krank, war am selben Tag auf Facebook und wurde deswegen gefeuert. Der Fall geschah bei der Nationale Suisse.

Das ist eine Lektion für alle Beschäftigten: Heutzutage erfährt der Chef ganz leicht, was man auf Facebook so treibt – auch zuhause. Mit dem Fall macht die Nationale Suisse auch in Deutschland und Österreich, ja selbst in China von sich reden: Der Basler Versicherer entliess eine Angestellte, weil sie sich Mitte November einen Tag lang wegen Migräne krank meldete – aber zugleich auf Facebook war.

Eine Woche später wurde die 31-jährige zu ihrem Chef zitiert und in Anwesenheit der Personalleiterin sowie eines Direktionsmitglieds entlassen; sie musste umgehend ihr Pult räumen. Dies meldet «20 Minuten online». Der Chef habe die Kündigung mit der Bemerkung erklärt: Wer während der Migräne Facebook nutzen könne, «kann auch arbeiten».

Warum wusste der Arbeitgeber das?

Nationale Suisse bestätigte den Fall gegenüber «20 Minuten online» und nahm schriftlich dazu Stellung: Die Angestellte habe angegeben, sie müsse bei Migräne im Dunkeln liegen und könne nicht am Bildschirm arbeiten. Dass sie zugleich auf Facebook war, habe das Vertrauen in die Frau «unwiderruflich zerstört». Deshalb die Trennung.

Die entlassene Angestellte ihrerseits hielt fest, sie habe vom Bett aus via iPhone aufs Internet zugegriffen. «Was mich tatsächlich schockierte, war, dass sie mir offenbar nachspionierten», sagte sie weiter. Denn die Frage ist tatsächlich: Warum wusste der Chef von ihrer Facebook-Nutzung, Inhalte inklusive?

Ihre Erklärung: Ende Oktober sei auf Facebook die Freundschaftsanfrage einer «Hannelore Müller» eingegangen – und auch andere Nationale-Suisse-Kollegen seien von der unbekannten Nutzerin kontaktiert worden. Das Fazit der Entlassenen: «Irgendjemand aus der Firma hat mir offenbar mit Hilfe dieses Kontakts nachspioniert.»

Nationale hat Facebook für Mitarbeiter gesperrt

Nationale Suisse dementiert diese Nachforschung. Eine systematische Überprüfung der Facebook-Accounts von Mitarbeitern gebe es nicht. Die Facebook-Nutzung am Krankentag habe ein Mitarbeiter zufällig entdeckt.

Allerdings: Nationale Suisse gehört zu den Unternehmen, die Facebook am Arbeitsplatz gesperrt haben. Der Entscheid fiel Mitte November. Also ziemlich genau zur Zeit, als die besagte Angestellte krank war.

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Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

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Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

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Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

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