«Die Schweiz ist für uns ein Kernmarkt»

Reto Meisser, Geschäftsführer von Invesco Asset Management (Schweiz), über die Bedeutung des Schweizer Marktes für den global agierenden Asset Manager und die strategische Ausrichtung in der Zukunft.


Gemäss einem aktuellen Ranking des Analysehauses Feri ist Invesco punkto Performance einer der Top 3-Fondsanbieter in der Schweiz, vor UBS und Credit Suisse. Was ist der Grund für diesen Erfolg?

Wir sind ein globaler und unabhängiger Asset Manager mit einem starken Verständnis für den Schweizer Markt. Unser Team ist bei Geschäftspartnern im Wholesale-Business wie im institutionellen Geschäft gut vernetzt. Viele von uns haben selbst bei den Firmen gearbeitet, die heute zu unseren Kunden zählen – seien es Grossbanken, Private Banks, Stiftungen oder Pensionskassen.

Das gibt uns ein sehr gutes Verständnis für die Bedürfnisse unserer Kunden. Zudem können wir aus der gesamten Lösungspalette eines weltweit tätigen Konzerns schöpfen, der über alle Assetklassen Anlagelösungen anbietet.

Invesco ist seit 15 Jahren in der Schweiz tätig. Hat Ihr Unternehmen noch Pläne für die Zukunft?

Auf jeden Fall. Auch wenn wir schon gut unterwegs sind, das Ende der Fahnenstange haben wir noch nicht erreicht. Aktuell bauen wir unsere Vertriebsaktivitäten kontinuierlich aus, insbesondere in den Bereichen «Equity Europe» und «Multi Asset Strategien».


«Wir wollen unseren Auftritt aktiver gestalten»


Auf diesen Gebieten können wir eine langjährige Erfahrung vorweisen. Darüber hinaus werden wir unseren Markenauftritt aktiver gestalten. Invesco ist mit rund 780 Milliarden Dollar an verwalteten Vermögen zwar einer der weltgrössten Asset Manager. Die Marke wollen wir in der Schweiz bei den Anlegern jedoch noch bekannter machen.

Betreibt Ihr Unternehmen in allen Ländern einen solchen Aufwand?

Sagen wir so: Die Schweiz ist im globalen Netzwerk von Invesco von strategischer Bedeutung. In Europa gilt das nur noch für Italien und Deutschland. Ein solcher Status als Kernmarkt bedeutet, dass hier sehr gezielt Ressourcen eingesetzt werden. Das gilt für Personal vor Ort, Kapital und den Zugang zu unseren weltweit beheimateten Investmentexperten gleichermassen.


«Wir wollen auch Alpha generieren»


Für unser Team heisst das, wir können unsere Schweizer Kunden noch bedürfnisgerechter betreuen als in der Vergangenheit. Ein weiterer Beleg für die Wichtigkeit der Schweiz in der Europastrategie von Invesco ist die Tatsache, dass wir mittlerweile in Schweizer Franken abgesicherte Anteilsklassen anbieten können.

Das ist erfreulich für Ihre Schweizer Kunden, aber kein Alleinstellungsmerkmal, weil das auch andere Anbieter leisten. Mit welchen Anlagelösungen können Sie die Anleger von sich überzeugen?

Ein wiederkehrendes Thema ist die Herausforderung, Portfolios zusammenzustellen, die nicht nur echte Diversifikation mit kontrollierter Volatilität verbinden, sondern auch Alpha generieren. Vor diesem Hintergrund ist die Nachfrage nach Multi-Asset-Strategien stark gestiegen. Sie bieten echte Diversifikation, tragen zur Streuung des Gesamtrisikos bei und eröffnen Potenzial für positive langfristige Anlageerträge.


«Das bedingt neue Anlagemodelle»


Der ‹Invesco Global Targeted Returns Fund› folgt dieser Strategie, konzentriert sich auf die aussichtsreichsten Anlageideen und kombiniert sie in einem risikogesteuerten Portfolio. Oder nehmen Sie den ‹Invesco Pan European Structured Equity Fund›, der einen Low-Volatility Ansatz verfolgt. Dieser Ansatz, verbunden mit quantitativer Aktienauswahl, ermöglicht ein Outperformance-Profil, das sich von dem traditioneller Investment-Manager abhebt.

Mit welchen Herausforderungen sieht sich Invesco derzeit konfrontiert?

Ich möchte zwei erwähnen: Zum einen sehen wir, dass die Märkte zunehmend komplexer werden und durch die Globalisierung die Abhängigkeit der verschiedenen Märket voneinander zunimmt. Dies bedingt neue Anlagemodelle.


«Wir kennen den Markt gut»


Zum anderen haben wir mit einer immer schärferen Regulierung zu kämpfen, was zum Beispiel zur Folge hat, dass wir als Fondsanbieter immer mehr Anlageklassen lancieren müssen, um den gesetzlichen Vorgaben in den verschiedenen Ländern gerecht zu werden.

Sie leiten seit Ende 2012 die Geschicke des Schweizer Ablegers von Invesco Asset Management. Was sind aus Ihrer Sicht die Gründe, warum sich Investoren für Ihr Unternehmen entscheiden?

Invesco ist seit vielen Jahren in der Schweiz aktiv und hat sich in dieser Zeit einen guten Ruf erarbeitet. Kunden wissen, dass sie Vertrauen zu uns haben können. Wir kennen den Schweizer Markt sehr gut. Unsere Mitarbeiter in Genf und Zürich arbeiten eng mit den Kunden zusammen und sind in der Lage, sie wirkungsvoll und zielgerichtet zu unterstützen.


«Wir sind nicht Teil einer Bank»


Abgesehen davon überzeugt Investoren, dass wir nicht Teil einer Bank oder Versicherung sind, die oftmals versuchen, Einfluss auf die Produktpolitik zu nehmen. Im Gegenteil, wir bieten massgeschneiderte Anlagelösungen für spezifische Anlagebedürfnisse.

Unsere Produktpalette umfasst alle wichtigen Anlageklassen, wie Geldmarkt, Obligationen und Aktien und wird durch Alternative Investments, Private Equity, Senior Secured Loans, Rohstoffe und Real Estate abgerundet.

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