ING IM mit zwei neuen Fonds

Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfeldes sind Investoren mehr denn je auf der Suche nach Renditequellen. Alfonso Papa, Chef von ING Investment Management in der Schweiz, über Risiken, neue Märkte und Volatilität.


ING Investment Management (ING IM) bringt mit zwei neu zum Vertrieb zugelassenen Fonds in den Bereichen asiatische High-Yield-Bonds und Frontier-Markets-Debt erprobte Investmentideen auf den Schweizer Markt und erweitert die Palette auf total 54 Fonds. Im Interview erläutert Alfonso Papa, wo die Attraktivität der beiden neuen Anlagefonds für Investoren liegt.

Herr Papa, worum handelt es sich bei den neu zugelassenen Fonds?

Die beiden Fonds erweitern unsere Produktpalette in den Anlageklassen Festverzinsliche Kapitalmärkte Schwellenländer (EMD) und höhere Renditesegmente Asien (High Yield) und zeugen von unserem Pioniergeist und von unserer Innovation in diesen beiden Anlageklassen.

Hochzinsanleihen als Anlagesegment sind eigentlich nichts Neues. Was zeichnet den neuen Asian-High-Yield-Fund aus?

Asiatische High-Yield-Anleihen bieten aufgrund von Bewertungsineffizienzen attraktive Investitionsmöglichkeiten. Ausserdem sind asiatische High-Yield-Anleihen in den meisten globalen High-Yield-Portfolios untervertreten. Oft fehlt es an fundamentalem Research der Marktteilnehmer und die relativ eingeschränkte Liquidität trägt zur Marktineffizienz bei. Weiter zeichnet sich die Anlageklasse durch anhaltendes Wachstum, relativ kurze Laufzeiten und im Vergleich zu europäischen und US- Amerikanischen High-Yield-Bond attraktiven Renditen aus.

Auf welche Erfahrungen und interne Research-Quellen stützt sich das Portfolio-Management ab?

Das Portfolio-Management stützt sich auf die globale Kreditexpertise unseres Hauses, aber auch auf das lokale Research vor Ort.

Welche Risiken sind zu beachten und welche Renditeziele strebt der Fonds an?

Der Fonds investiert typischerweise in Anleihen asiatischer Unternehmen (ex Japan) oder in Anleihen von Unternehmen, welche hauptsächlich in Asien operieren. In der Regel machen in Dollar ausgegebene Anleihen 90 Prozent und mehr des Portfolios aus. Insgesamt werden Währungsrisiken in Dollar abgesichert.


«Das zeugt von einer soliden Kreditqualität»


Im Gegensatz zu Staats- und Unternehmensanleihen höherer Qualität dominiert bei High-Yield-Bonds das Kreditrisiko. Der asiatische High-Yield-Markt ist ausserdem durch eine relativ hohe Branchen- und Länderkonzentration geprägt. China macht etwas weniger als 50 Prozent des Marktes aus und der Immobiliensektor ist mit 20 Prozent stark vertreten.

Das Rating BB ist mit knapp 60 Prozent repräsentiert, was verglichen zum globalen High-Yield-Market von einer soliden Kreditqualität zeugt. Entsprechend sind Ausfallraten äusserst tief und werden es über die nächsten 12 bis 24 Monate auch bleiben. Die höhere Verzinsung ist aufgrund geringerer Liquidität, höherer Marktkonzentration und weniger Transparenz sicherlich zu rechtfertigen.


«Wir achten auf die Unternehmensführung»


Unser Augenmerk liegt auch auf der Unternehmensführung. Für die eingegangenen Risiken kann der Anleger mit einer Gesamtrendite von etwas über 5 Prozent für die kommenden zwölf Monate rechnen. Das Renditeziel ist von der Verzinsung, Nettoausfallrate, Spread-Veränderung und von Zinsbewegungen abhängig.

Ihr zweiter neuer Fonds fokussiert auf Schuldtitel aus den Frontier Markets. Welche Regionen sind hier abgedeckt?

Zu den Frontier Markets zählen unter anderem Vietnam, Ecuador, Belize, Sambia, Pakistan, Mongolei, Jamaika, Senegal die Elfenbeinküste, Sri Lanka und weitere Länder.

Worin liegt die Attraktivität für Anleger?

Die nächste Generation aufstrebender Märkte, die Frontier Markets, zeichnen sich durch überdurchschnittlich stark wachsende Volkswirtschaften aus. Sowohl gegenüber Schwellenländern als auch industrialisierten Regionen, gewinnen Frontier Markets zunehmend an Bedeutung. Die Kapitalmärkte weisen signifikant höhere Renditen auf. Die Volkswirtschaften der Frontier Markets erfreuen sich einer strukturell höheren und stark wachsenden Produktivität.


«Es braucht eine fundamentale Analyse»


Die Demographie zeigt sich als ein unterstützender Faktor und trägt zur weiteren Verbesserungen der Fundamentaldaten der Länder bei. Frontier Markets sind zu anderen Anlageklassen schwach korreliert und bieten eine renditeträchtige Diversifikation für private wie institutionelle Portfolios an.

Lassen sich die Risiken in solchen Regionen – hinsichtlich politischer Stabilität, Governance-Aspekten usw. – überhaupt realistisch einschätzen?

Um in Frontier Markets erfolgreich investieren zu können muss eine differenzierte Betrachtung der einzelnen Länder erfolgen. Dazu bedarf es einer fundamentalen Analyse. Es gilt Risiken auf Länderebene, aber auch der einzelnen Anlageinstrumente zu erfassen und zu bewirtschaften.

Einzig eine langjährige Erfahrung und spezialisierte Anlageteams können erfolgreiche Investmentfonds in Aussicht stellen.

Auf welche Erfahrungen kann sich das Portfolio-Management hier abstützen?

Schwellenländer gehören seit 1993 zu unserem Anlagefokus und wir können seither auf eine erfolgreiche Entwicklung unserer Investmentportfolios in allen Emerging- Markets-Debt-Segmenten zurückschauen. Das fünfköpfige Portfolio-Management-Team greift auf sämtliche Ressourcen unseres Asset Managements zu.


«Eine renditeträchtige Portfolio-Beimischung»


Dazu gehören unsere Makroökonomen, das Multi-Asset-Team, das Emerging-Markets-Händler-Team, das Kreditanalyse-Team in Asien, Europa und den USA sowie die im EMD benachbarten Local-Currency-, Corporate- und Asian-Debt-Portfolio-Management- Teams.

Für welchen Anlegertyp sind die beiden Fonds geeignet?

Der ING (L) Renta Fund Frontier Markets Debt (Hard Currency) und der ING (L) Renta Fund Asian High Yield stehen Schweizer Anlegern, privaten wie institutionellen, ab sofort zur Verfügung.

Beide Fonds eignen sich als renditeträchtige Portfolio-Beimischung für Anleger, die Phasen höherer Volatilität und geringerer Liquidität in Kauf nehmen können, was für einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont spricht.

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