Tech-Aktien: Auch Übertreibungen ausnützen

Die Hausse bei den Technologie-Aktien geht ins siebte Jahr. Doch je älter der Bullenmarkt werde, desto mehr sei Expertise in der Aktienselektion gefragt, sagt Anders Tandberg-Johansen von DNB.

Der Bullenmarkt an der Nasdaq feiert ein Jubiläum. Seit sechs Jahren kennen die Kurse von Technologieaktien mit kurzen Unterbrechungen nur einen Weg – nach oben. Der amerikanische Technologie-Index Nasdaq 100 kletterte seit dem 9. März 2009 von 1'058 Punkten auf zuletzt mehr als 4'400 Punkte.

Das Allzeithoch von 5'048.62 Punkten – erreicht im März 2000, kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase – rückt damit immer näher. Mangels Anlagealternativen und mit Hilfe der überbordenden Liquidität auf den Märkten sind die Chancen für neue Rekordmarken gut. Das findet auch Anders Tandberg-Johansen (Bild), Head of Global Technology und Fondsmanager beim norwegischen Vermögensverwalter DNB Asset Management.

Was heute anders ist

Anders als zu Jahrtausendwende stehen die Aktienkurse nun uch auf einem solideren Fundament, s Tandberg-Johansen weiter. Nicht mehr wirklichkeitsfremde Wachstumsphantasien und Luftschlösser, sondern hohe Cashflows, niedrige Schulden und solide Geschäftsmodelle seien seit Jahren bei Investoren gefragt und rückten bei Unternehmen in den Vordergrund.

So hält das durchschnittliche Technologieunternehmen im S&P 500-Index mittlerweile 30 Prozent seines Vermögens in Cash. Gleichzeitig sitzen die Manager nicht mehr auf ihrem Geld, sondern geben es in Form von Aktienrückkäufen und Dividenden an die Aktionäre zurück. Ein Trend der sich auch 2015 fortsetzen dürfte.

Keine Schnäppchen mehr

Die Unternehmen im MSCI World Information Technology Index rechnen im angelaufenen Jahr mit einem Wachstum des operativen Gewinns von 16 Prozent. Globale Aktien kommen mit zwei Prozent gerade einmal auf ein Achtel.

«Die Ziele sind hoch, aber erreichbar», sagt Tandberg-Johansen. «Tech-Aktien sind nach der sechsjährigen Hausse zwar keine Schnäppchen mehr, aber im Vergleich immer noch attraktiv bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der für 2015 erwarteten Gewinne liegt bei rund 17. Globale Aktien liegen mit einem KGV von 15 trotz der deutlich niedrigeren Wachstumsraten nur knapp darunter.»

Übertreibungen ausnützen

Je älter der Bullenmarkt wird, desto mehr ist Expertise bei der Auswahl der Technologie-Investments gefragt. Tandberg-Johansen versucht Werte aufzuspüren, die der breite Markt noch nicht kennt. Firmen wie der Entwickler von Online-Gaming-Software Playtech mit jährlichen Wachstumsraten von 20 bis 30 Prozent fallen in diese Kategorie.

Gleichzeitig nützt Tandberg-Johansen auch Übertreibungen. Der Fondsmanager ist davon überzeugt, dass Titel wie Oracle oder SAP derzeit viel zu günstig zu haben sind. Mit einem Fokus auf Forschung und Entwicklung seien Defizite etwa im Cloud-Bereich aufzuholen. Zudem sollte das Wachstum der amerikanischen Wirtschaft die Ausgaben im IT-Bereich wieder beflügeln. Besonders die auf Unternehmen ausgerichteten Oracle und SAP würden davon profitieren.

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