Schweizer Börse: Welche Branchen boomen, welche stürzen ab?

Die baldige Jahresmitte markiert einen guten Zeitpunkt für eine Bestandesaufnahme der Aktienkurs-Entwicklung in den diversen Branchen an der Schweizer Börse.

Von Laurent Bakhtiari, Marktanalyst bei der IG Bank (Bild©Shutterstock)

Um eine möglichste genaue Aussage zu erhalten, haben wir die Zahlen zur Marktkapitalisierung anhand des jeweiligen Wertpapiers berechnet, und nicht zu seiner Leistung respektive dem Gewicht im Swiss-Market-Index (SMI).

Dabei stellten wir folgendes fest: Der Telekom-Sektor verzeichnete mit einem Plus von 11,47 Prozent die höchste Zunahme und steht damit an der Spitze dieser Rangliste. An zweiter Stelle folgt die Zuliefererbranche (+7,38 Prozent), dann kommen die Sektoren Finanz (+5,51 Prozent) und Pharma (+5,32 Prozent).

Die Branchen mit den höchsten Einbussen sind Energie (-3,25 Prozent) und Uhren (-5,44 Prozent). Wie lassen sich diese Trends erklären?

Branchen mit einem Boom

Wie erwähnt, übertrifft die Entwicklung der Telekom-Branche bei weitem die anderen Branchen. Man könnte annehmen, dass dieses Ergebnis mit den guten Zahlen der Swisscom verbunden ist.

Jedoch stellt man rasch fest, dass vor allem die Sunrise-Aktie stark gestiegen ist. Die Telekom-Branche boomt aber auch auf globaler Ebene. Als Beispiel sei hier der Index «MSCI World Telecom», erwähnt, der mit mehr als 10 Prozent Performance seit Jahresbeginn einen ähnlichen Aufstieg verzeichnet hat.

Verbindet man faktisch den Start des iPhone 6 und Samsung S6 mit den Fortschritten des Glasfasernetzes und 4G, vor allem mit Blick auf die Erwartungen an das neue 4G+ und 5G Netzes, erschliessen sich ganz neue Wege zur Abo- und Produktgestaltung. Daraus lässt sich folgern: Der Telekom-Sektor wird einen entscheiden Einfluss auf die Märkte in diesem Jahr haben.

Viele Fusions- und Übernahmegerüchte

Ebenso an Wichtigkeit gewinnt die Zuliefererbranche. Dies trifft jedoch primär auf die Schweiz zu und ist kein globaler Trend. Hierzulande teilen sich grösstenteils Holcim und Syngenta die Spitzenpositionen.

Beide Unternehmen machen mit Fusions- und Übernahme-Gerüchten auf sich aufmerksam, über welche wir bereits vor einen paar Wochen berichtet haben. Auf Grund des hohen Anteils an Unternehmens-Zusammenschlüssen in diesem Sektor verzeichnet dieser Sektor eine positive Entwicklung.

Branchen mit Abwärtstrend

Am unteren Ende der Rangliste finden sich Unternehmen aus der Energie- und Uhrenbranche. Der Energiesektor ist durch die Firma Transocean vertreten, die einen Rückgang der Ölpreise und ihres Profits erleiden musste. Hierbei handelt es sich um einen globalen Trend, bei dem die grossen Marktteilnehmer zu den Verlierern gehören.

Am schlechtesten steht es in diesem Jahr jedoch um Unternehmen in der Uhrenindustrie: Nach einem katastrophalen 2014 sieht es im laufenden Jahr nicht viel besser aus.

Die Smartwatch ist ein Indikator

Der Grund dafür ist die sinkende Nachfrage der chinesischen Konsumenten für Luxusgüter. Hinzu kommt, dass Richemont und Swatch nicht in Smartwatches investiert haben.

Weiter darf man nicht vergessen, dass der Riese Apple mit seiner «Apple Watch Edition» nun ebenso ein Teil der Luxusuhren-Branche ist...

MARKTANALYSEN - AUTOREN

Andreas Ruhlmann

Andreas Ruhlmann sammelte nach seinem Finanzstudium in Kanada zunächst berufliche Erfahrung bei der Saxo Bank und der National Bank of Canada, bevor er 2014 zur IG Bank wechselte. In der Schweiz verstärkt er nun mit seiner Expertise, speziell in den Forex- und Aktienmärkten, das Team für die Kundenbetreuung. Zusätzlich verfasst er Marktkommentare sowie makroökonomische Einschätzungen und bietet Ausbildungsseminare rund um die Themen Handel, technische Analyse und Handelspsychologie an. Twitter @ARuhlmann_IG


Laurent Bakhtiari

Laurent Bakhtiari verfügt über einen Masterabschluss in Finanzen von Audencia Nantes und einen Masterabschluss in quantitativer Mathematik des Imperial College London. In den vergangenen acht Jahren arbeitete er in den Handelsräumen von Merrill Lynch und der Credit Suisse. Von April 2014 bis Juli 2016 war er bei der IG Bank als Marktexperte und Premium Client Manager tätig.

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