Flughafen Zürich im Auge behalten

Es gibt mehrere Gründe, warum die Aktie des Zürcher Flughafens attraktiv ist. Im Sommer könnte sich diese Annahme noch verstärken.

Von Andreas Ruhlmann, Marktanalyst bei der IG Bank

Recht eigentlich sind es drei Gründe, warum es sich lohnt, die Wertpapier des Flughafen Zürichs im Auge zu behalten:

  • Das Potential für steigende Dividenden
  • Die unterbewerteten Immobilien wie «The Circle»
  • Die Zunahme des Flugverkehrs in den Sommermonaten

Die Flughafen Zürich AG betreibt mit dem Flughafen Zürich, den grössten Flughafen in der Schweiz, der mehr als 25 Millionen Passagiere pro Jahr verzeichnet. Das Unternehmen erzielt seine Einnahmen aus drei Aktivitäten, dem Flugverkehr (65 Prozent), dem Handel (25 Prozent) und aus Immobilien (13 Prozent). In etwa 80 Prozent des Luftverkehrs bezieht sich auf Europa.

Erhöhtes Flugaufkommen

Nach anderthalb Jahren, während denen die europäischen Airlines ihre Kapazitäten beschränkt haben, hat sich diese Entwicklung verändert. Die Zahl der Passagiere am Flughafen Zürich ist im ersten Quartal 2015 um 2,2 Prozent gestiegen.

Dieser Zuwachs hat sich im Monat Mai mit einem Plus von 6,2 Prozent weiter beschleunigt und sich im zweiten Quartal 2015 fortsetzen.

Potenzial für eine Dividendenerhöhung

Der Flughafen Zürich befand sich in den vergangenen Jahren in einem Prozess des Schuldenabbaus, welcher die Bilanz deutlich gestärkt hat. Das Unternehmen zahlt 40 Prozent der Gewinne als Dividenden aus, was im Verhältnis zu Konkurrenten relativ gering ist.

Mit einer soliden Bilanz und einer bislang konservativen Ausschüttungsquote besteht indessen einiges Potenzial für eine Dividendenerhöhung.

Call-Option auf Immobilienwerte

Das Unternehmen befindet sich auf mehr als acht Millionen Quadratmeter Land im Kanton Zürich, das bislang nur äusserst konservativ bewertet wurde. Projekte wie «The Circle», das grösste Schweizer Immobilienprojekt des Jahrhunderts, könnten diese Entwicklung beleben.

«The Circle», das Erwartungsgemäss 2018 eingeweiht werden soll, ist ein riesiger Komplex von rund 160'000 Quadratmeter mit Geschäften, Büros, Hotels, Parkplätzen, einem medizinischem Zentrum und vielem mehr. Im Moment werden Projekte wie «The Circle» eindeutig zu tief bewertet.

Zurückhaltende Konsumenten

Reisende, die nicht aus der Schweiz stammen, haben auf Grund der Frankenaufwertung eine Preiserhöhung von etwa 20 Prozent verkraften müssen. Dies hat zu Umsatzeinbussen am Flughafen Zürich geführt.

Die Umsatzerwartungen wurden wegen dieser Entwicklung am Devisenmarkt jedoch reduziert. Vergleichbare Erträge werden daher im Jahr 2016 relativ einfach zu übertreffen sein.

Nationalbank nimmt Rücksicht

Die Einzelhandelsumsätze werden stark von der Entwicklung des Schweizer Franken, insbesondere gegenüber dem Euro abhängig sein, da 80 Prozent des Reiseaufkommens aus Europa stammt. Wir gehen daher davon aus, dass die Politik der Schweizerische Nationalbank, genau wie diejenige der Europäischen Zentralbank (EZB), akkommodierend bleiben wird, was das Aufwärtspotential des Währungspaares Euro und Franken begrenzen dürfte.

Während sich Griechenland einer Einigung mit seinen Geldgebern nähert und die Lockerung der europäischen Geldpolitik (Quantitative Easing) allmählich Wirkung zeigt, sollte der Euro zügig wieder an Stärke gewinnen. Wir erwarten, dass dies gegen Ende 2015 oder Anfang 2016 geschehen wird.

Technische Analyse

FHZN 500

Charttechnisch sieht das Bild mit einer Reihe von stetig steigenden Höchstkursen «bullish» aus. Trotzdem verringert sich der RSI, was auf einen Momentumverlust der aktuellen Aufwärtsbewegung hindeutet.

Der Bereich zwischen 690 bis 710 Franken stellt eine Kaufzone und der 100-Tages Moving Average eine gute Unterstützungszone dar (Kaufen bei 710 Franken, Stop bei 680 Franken, Ziel bei 810 Franken).

 

MARKTANALYSEN - AUTOREN

Andreas Ruhlmann

Andreas Ruhlmann sammelte nach seinem Finanzstudium in Kanada zunächst berufliche Erfahrung bei der Saxo Bank und der National Bank of Canada, bevor er 2014 zur IG Bank wechselte. In der Schweiz verstärkt er nun mit seiner Expertise, speziell in den Forex- und Aktienmärkten, das Team für die Kundenbetreuung. Zusätzlich verfasst er Marktkommentare sowie makroökonomische Einschätzungen und bietet Ausbildungsseminare rund um die Themen Handel, technische Analyse und Handelspsychologie an. Twitter @ARuhlmann_IG


Laurent Bakhtiari

Laurent Bakhtiari verfügt über einen Masterabschluss in Finanzen von Audencia Nantes und einen Masterabschluss in quantitativer Mathematik des Imperial College London. In den vergangenen acht Jahren arbeitete er in den Handelsräumen von Merrill Lynch und der Credit Suisse. Von April 2014 bis Juli 2016 war er bei der IG Bank als Marktexperte und Premium Client Manager tätig.

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Gegen die romantische Verblödung
  • Deutsche Bank im Visier Chinas
  • Die nächste Blase platzt im Bong
  • Nackfotos für einen Kredit
  • Die Rendite ist weiblich
  • Das sind Trumps Einflüsterer
  • Diese TV-Stars verdienen am meisten
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram Follow finews.ch

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Zürcher Bankenverband

News und Einschätzungen zum Zürcher Finanzplatz.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

SELECTION

Die faszinierendsten Bankfilialen der Welt

Die faszinierendsten Bankfilialen der Welt

Ideen aus fünf Kontinenten für die Bank der Zukunft.

Selection

Warum ein CFA mehr bringt als ein MBA

Warum ein CFA mehr bringt als ein MBA

Ehrgeizige Banker haben die Qual der Wahl bei der Weiterbildung.

Selection