Währungspaar im Fokus: Yuan/Franken

Yuan

Bild: Shutterstock

Die chinesischen Behörden haben es sich zum Ziel gesetzt, den Yuan zu einer globalen Leitwährung zu machen. Dabei spielt der Franken nun eine wichtige Rolle.

Von Laurent Bakhtiari, Marktanalyst bei der IG Bank

Am 9. November 2015 eröffnete China den Beginn des direkten Handels zwischen dem Yuan und dem Franken. Der Franken ist damit die siebte wechselbare Währung nach dem US-, Australien-, Neuseeland-Dollar, dem Pfund, dem Yen und dem Euro.

Die Schwankungs-Bandbreite wurde mit 5 Prozent in beide Richtungen festgelegt. Zuvor war es notwendig gewesen, den Franken in Dollar und darauffolgend in Yuan zu wechseln.

Grosse Schwankungen

Die ganze Entwicklung verdeutlicht, dass es sich die chinesischen Behörden zum Ziel gesetzt haben, den Yuan zu einer globalen Leitwährung und zu einem wichtigen Bestandteil der internationalen Währungsreserven zu machen.

Allerdings gilt es dabei auch zu beachten: Der Kurs des Yuan schwankt seit mehreren Jahren stark. Die Schwankungs-Bandbreite hat sich nach und nach ausgeweitet und erreicht heute 5 Prozent.

Schwache Zahlen

Das langfristige Ziel Chinas ist, den Yuan langfristig wechselbar und floaten zu lassen. Denn im Moment wird der Kurs noch von der chinesischen Zentralbank festgelegt. In der Vergangenheit sah sich China jedoch mit einigen Probleme konfrontiert.

Seit letztem Sommer mussten die Behörden eine ganze Reihe von negativen Zahlen publizieren: Das Wirtschaftswachstum befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit sechs Jahren (6,9 Prozent), eine Wachstumsverlangsamung der Investitionen (10,3 Prozent), und die Industrieproduktion ist rückläufig (5,7 Prozent).

Kern der Probleme

Angesichts dieser Zahlen, räumt selbst der chinesische Ministerpräsident Xi Jinping gewisse «Sorgen um die chinesische Wirtschaft» ein. Die OECD, die kürzlich die globalen Wachstumsprognosen nach unten revidierte, hat im November ebenfalls festgestellt, dass «China der Kern» des Problems zu sein scheine.

Selbst wenn die OECD ihre Prognosen für China wieder verbessert, scheint sich ein langfristiger Abwärtstrend in den Annahmen der Ökonomen abzuzeichnen. Das ist insofern relevant, da China mehr und mehr an Gewicht in der Weltwirtschaft gewinnt, was bei Schwächephasen wie im vergangenen Spätsommer zu Turbulenzen an den internationalen Märkten führt.

Erwartete Abwertung

Es bleibt schwierig, eine Prognose zu stellen. Graphisch gesehen, hat der Abwärtstrend des Kurspaares Dollar/Yuan 2013 geendet. Seitdem ist er sogar leicht «bullish», was wiederum auf eine Abwertung der chinesischen Währung hinweist.

Wir sind jetzt wieder auf demselben Niveau wie vor drei Jahren angelangt. Jedoch kann man davon ausgehen, dass mit den neuen schlechten Wirtschaftszahlen zusätzliche Abschreibungen in naher Zukunft antizipiert werden müssen.

 

 

MARKTANALYSEN - AUTOREN

Andreas Ruhlmann

Andreas Ruhlmann sammelte nach seinem Finanzstudium in Kanada zunächst berufliche Erfahrung bei der Saxo Bank und der National Bank of Canada, bevor er 2014 zur IG Bank wechselte. In der Schweiz verstärkt er nun mit seiner Expertise, speziell in den Forex- und Aktienmärkten, das Team für die Kundenbetreuung. Zusätzlich verfasst er Marktkommentare sowie makroökonomische Einschätzungen und bietet Ausbildungsseminare rund um die Themen Handel, technische Analyse und Handelspsychologie an. Twitter @ARuhlmann_IG


Laurent Bakhtiari

Laurent Bakhtiari verfügt über einen Masterabschluss in Finanzen von Audencia Nantes und einen Masterabschluss in quantitativer Mathematik des Imperial College London. In den vergangenen acht Jahren arbeitete er in den Handelsräumen von Merrill Lynch und der Credit Suisse. Von April 2014 bis Juli 2016 war er bei der IG Bank als Marktexperte und Premium Client Manager tätig.

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