Wann kommt es zur Euro-Dollar-Parität?

Euro

Bild: Shutterstock

Wie geht es weiter mit dem Wechselkurs zwischen Euro und Dollar? Laurent Bakhtiari von der IG Bank wagt einen Blick zurück, um die Zukunft zu deuten.

Von Laurent Bakhtiari, Marktanalyst bei der IG Bank

Das Meeting der Europäischen Zentralbank (EZB) am vergangenen Donnerstag hat eine gewisse Volatilität im Währungspaar Euro und Dollar bewirkt. Gleichzeitig hat sich die europäische Einheitswährung erwartungsgemäss weiter abgeschwächt.

Vor diesem Hintergrund können wir uns auf einen Markt gefasst machen, in welchem die Investoren ihre Gewinne realisieren – insbesondere im weiteren Dezember-Verlauf und nach dem Zins-Entscheid der amerikanischen Notenbank (Federal Reserve, Fed) am 16. Dezember 2015. Somit geht der Trend Euro/Dollar eindeutig weiter nach unten. Aber bis auf welches Niveau?

Mehrere Unterstützungs- und Widerstands-Niveaus

Wenn wir den Marktkonsens betrachten, dann wird deutlich, dass die Parität eine wichtige psychologische Barriere darstellt. Viele Marktteilnehmer sind der Meinung, dass der Rückgang sich auf einem bestimmten Niveau halten wird. Dabei darf man allerdings den historischen Verlauf dieses Währungspaares nicht ausser Acht lassen.

Nach der offiziellen Einführung des Euro im Jahr 1999 erreichte das Währungspaar Euro/Dollar im Oktober 2000 sein Allzeittief bei 0.8230. Dies bietet einen Hinweis dafür, dass der Kurs durchaus unter die Parität gehen kann – unter dieser Parität gibt es noch mehrere Unterstützungs- und Widerstands-Niveaus.

Ein fiktives Szenario

Um den Gedankengang weiter zu führen, stellen wir uns folgendes fiktives Szenario vor: Wenn der Euro bereits in den 1980er-Jahren existiert hätte, dann wäre das Resultat ein Rekordtief bei 0.6444 im Februar 1985 gewesen! Natürlich ist diese Zahl sehr fragwürdig.

Einerseits, da die Gewichtung der verschiedenen Währungen in den 1980er-Jahren nicht dieselbe gewesen wäre. Andererseits, weil zu diesem Zeitpunkt, Spanien, Österreich, Portugal und Finnland noch nicht Teil der Europäischen Union (EU) waren. Demzufolge sollten wir uns nicht zu sehr auf diese Parität konzentrieren, denn historisch gesehen, haben wir bereits einen schwächeren Wechselkurs erlebt.

Parität durchaus möglich

Wir können deshalb davon ausgehen, dass infolge der EZB- und Fed-Sitzungen eine Parität des Euro-Dollar-Kurses durchaus erreicht werden könnte und dann dauerhaft unter dieser Parität bei rund 0.96 bliebe. Das erste zu beobachtende Niveau läge bei 0.99.

MARKTANALYSEN - AUTOREN

Andreas Ruhlmann

Andreas Ruhlmann sammelte nach seinem Finanzstudium in Kanada zunächst berufliche Erfahrung bei der Saxo Bank und der National Bank of Canada, bevor er 2014 zur IG Bank wechselte. In der Schweiz verstärkt er nun mit seiner Expertise, speziell in den Forex- und Aktienmärkten, das Team für die Kundenbetreuung. Zusätzlich verfasst er Marktkommentare sowie makroökonomische Einschätzungen und bietet Ausbildungsseminare rund um die Themen Handel, technische Analyse und Handelspsychologie an. Twitter @ARuhlmann_IG


Laurent Bakhtiari

Laurent Bakhtiari verfügt über einen Masterabschluss in Finanzen von Audencia Nantes und einen Masterabschluss in quantitativer Mathematik des Imperial College London. In den vergangenen acht Jahren arbeitete er in den Handelsräumen von Merrill Lynch und der Credit Suisse. Von April 2014 bis Juli 2016 war er bei der IG Bank als Marktexperte und Premium Client Manager tätig.

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