Biotech: Zwischen Innovationen und Big Pharma

Lydia Haueter, Fondsmanagerin bei BB Biotech

Lydia Haueter, Fondsmanagerin bei BB Biotech

Die vergangenen Jahre haben den Eindruck gefestigt, dass Investitionen im Biotech-Sektor nicht etwas Kurzlebiges sind. Umso mehr lohnt sich ein Blick nach vorn.

Klinische Daten und Medikament-Zulassungen dürften zu den wichtigsten Kurstreibern nächsten Jahr werden, schreibt Lydia Haueter, Fondsmanagerin bei der Schweizer Beteiligungsgesellschaft BB Biotech in ihrem jüngsten Outlook.

Das Beispiel Hepatitis C hat in den letzten Jahren sehr gut gezeigt, wie Biotech-Firmen durch Innovationen einen riesigen Markt erschliessen können. Vor diesem Hintergrund hat beispielsweise die Firma Gilead heute ein Luxusproblem, indem sie sich fragen muss, wie sie das Umsatzwachstum auf einer solch hohen Basis fortsetzen kann.

Tatsächlich hat das Managementteam in der Vergangenheit bewiesen, dass es strategisch kluge Übernahmen tätigen kann. Entsprechend wird in der nächsten Zeit eine grössere Akquisition erwartet, welche etwa Gileads Onkologie-Franchise oder auch die Leber-Franchise erweitern könnte.

Weitere Deals sind durchaus denkbar

Die Firma Biogen wiederum musste dieses Jahr bereits ihre Wachstumserwartungen zurückstufen und ist ebenfalls auf eine Akquisition angewiesen, falls die Pipeline-Produkte, welche ein relativ hohes Entwicklungsrisiko tragen, nicht aufgehen.

Celgene hat dieses Jahr mit der Übernahme von Receptos bewiesen, dass es dem Unternehmen mit der Sparte der entzündlichen Erkrankungen ernst ist. Weitere Deals sind durchaus denkbar und das Unternehmen hat eine sehr starke Cash-Basis. Auch Amgen hat einen Deal mit einer potenziellen Höhe von 10 Milliarden Dollar nicht ausgeschlossen.

Big Pharma sitzt auch am Tisch

Rückblickend lässt sich sagen: Zahlreiche grosse Deals wurden dieses Jahr angekündigt, sehr wenige gingen allerdings durch. Besonders aktiv war dabei der Specialty-Pharma-Bereich, aber mit Pharmacyclics, Synageva, Receptos und Dyax wurden auch einige grössere Biotechs gekauft.

Big Pharma sitzt ebenfalls am Verhandlungstisch: Laut der internationalen Nachrichtenagentur «Bloomberg» sollen Roche und Johnson & Johnson zusammen mehr als 70 Milliarden Dollar für Übernahmen auf der Seite haben. Falls der angekündigte Merger von Pfizer und Allergan grünes Licht erhält, hätten wir es dort sogar mit einer Transaktion von 160 Milliarden Dollar zu tun.

Heftige Bewegungen

Klinische Daten und Zulassungen bleiben die Haupt-Kurstreiber für den Biotechsektor. Und in den nächsten zwölf Monaten ist mit zahlreichen Zulassung von unter anderem Actelion, Neurocrine, Intercept und Regeneron zu rechnen – um nur einige zu nennen.

Mit immer mehr reifen, breiter aufgestellten Unternehmen lässt sich leicht vergessen, dass ein Grossteil der Firmen doch noch heftige Bewegungen machen kann, wie die Beispiele Clovis und Tetraphase dieses Jahr gezeigt haben.

Ein gut aufgestelltes, diversifiziertes Portfolio ermöglicht durchaus eine vielversprechende Investition in den wachstumsstarken Biotech-Sektor – und zwar zu einem stark reduzierten Risiko.

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