IG Bank: Was wurde eigentlich aus den Prognosen für 2015?

Fortune Teller

Bild: Shutterstock

Anfang 2015 stellte die IG Bank fünf Anlagevorschläge vor. Was ist aus diesen Empfehlungen geworden?

Von Laurent Bakhtiari, Marktanalyst bei der IG Bank

Long Dollar – Bestätigt

Wir hatten ein Kursziel von 1.10 Euro/Dollar bis Ende 2015 festgelegt. Dabei waren wir der Meinung, dass die Unterschiede im Wachstum und in der Inflation zwischen der europäischen und amerikanischen Wirtschaft zunehmen würden. Dies ist so auch eingetroffen, und die Prognose hat sich bestätigt, da der Euro zurzeit bei 1.0871 zum Dollar notiert und ein Rückgang der Zinsen für die kommenden Tage zu erwarten ist.

Auf dem Jahresstief haben wir mit rund 1.0450 gerechnet. Damals lag der Kurs bei 1.185. Der potenzielle Gewinn auf dieser Position lag bei 9 Prozent und bei 13 Prozent, wenn wir den tiefsten Punkt betrachten.

Short Erdöl – Teilweise bestätigt

Für das Rohöl hatten wir einen Kurs von 30 Dollar für 2015 vorausgesagt. Wir dachten, dass die Opec ein hohes Produktionsniveau beibehalten würde. Dies ist so auch eingetroffen.

Aber die Prognose hat sich, mit einem derzeitigen Jahrestief von 36.64 Dollar, trotzdem nicht bestätigt. Der damalige Kurs lag bei 54 Dollar. Dies stellt einen Gewinn von über 47 Prozent dar, obwohl wir (noch) nicht das Kursziel erreicht haben.

Short Credit Suisse – Bestätigt

Die Schweizer Banken hatten wir für 2015 negativ eingestuft – dies auf Grund eines zu grossen systemischen Risikos. Das Eidgenössische Finanzdepartement erhöhte denn auch unserer Intuition entsprechend die Minimum Leverage Ratio.

Unsere Handelsidee war ein Short der Credit Suisse (CS) mit einem Kursziel von unter 20 Franken. Ein paar Tage nach der Veröffentlichung des Artikels ist der Preis der CS-Aktie von 22 Franken bis auf 18 Franken gefallen. Dies stellte einen potentiellen Gewinn von 22 Prozent dar. Im Anschluss erholte sich die Aktie wieder erholt und erreichte ein Jahreshoch von mehr als 28 Franken. Seit Ende Juli ist der Titel jedoch wieder auf 21.24 Franken gefallen.

Google – Bestätigt

Google war eine unserer profitabelsten Handelsideen für das Jahr. Wir dachten, dass die wirtschaftliche und regulatorische Lage günstig für ein Wachstum sei. Die Aktie notierte bei 504 Dollar, als wir unser Kursziel von 650 Dollar ankündigten. Heute notiert die Aktie bei 770 Dollar. Das stellt einen Gewinn von über 52 Prozent im Vergleich zu unserem Einstiegspunkt dar.

Volkswagen – Bestätigt

Als wir unsere Volkswagen-Prognose veröffentlichten, konnten wir natürlich nicht die Folgen des Abgas-Skandals antizipieren. Allerdings lagen wir bei den Fundamentaldaten und unserer Einschätzung richtig, dass die deutsche Automobil-Industrie unterbewertet ist.

Dies hat es uns ermöglicht, unser damals festgelegtes Kursziel annähernd zu erreichen. Tatsächlich notierte die Aktie bei 180 Euro, als wir unser Kursziel von 235 Euro veröffentlichten. Mit einem Jahreshoch von mehr als 262 Euro konnten Anleger also ein Gewinn von mehr als 45 Prozent erzielen.

Und als Fazit

Bei einer gleichen Gewichtung der einzelnen Handelsideen lag der durchschnittliche Gewinn in 2015 bei fast 35 Prozent. In den kommenden Tagen werden wir unsere Anlagewerte für 2016 veröffentlichen.

MARKTANALYSEN - AUTOREN

Andreas Ruhlmann

Andreas Ruhlmann sammelte nach seinem Finanzstudium in Kanada zunächst berufliche Erfahrung bei der Saxo Bank und der National Bank of Canada, bevor er 2014 zur IG Bank wechselte. In der Schweiz verstärkt er nun mit seiner Expertise, speziell in den Forex- und Aktienmärkten, das Team für die Kundenbetreuung. Zusätzlich verfasst er Marktkommentare sowie makroökonomische Einschätzungen und bietet Ausbildungsseminare rund um die Themen Handel, technische Analyse und Handelspsychologie an. Twitter @ARuhlmann_IG


Laurent Bakhtiari

Laurent Bakhtiari verfügt über einen Masterabschluss in Finanzen von Audencia Nantes und einen Masterabschluss in quantitativer Mathematik des Imperial College London. In den vergangenen acht Jahren arbeitete er in den Handelsräumen von Merrill Lynch und der Credit Suisse. Von April 2014 bis Juli 2016 war er bei der IG Bank als Marktexperte und Premium Client Manager tätig.

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