Stefan Kunze: «Eine Individualentwicklung war am Ende günstiger»

Stefan Kunze, Credit Suisse

Stefan Kunze, IT Projekt Manager bei der Credit Suisse.

2‘300 Veranstaltungen weltweit pro Jahr – um diese zu managen setzt die Credit Suisse (CS) auf eine Softwarelösung von ELCA. Warum die Grossbank sich gegen eine Standardsoftware und für eine Eigenentwicklung entschieden hat und welchen Einfluss die sehr regulierte Bankenbranche auch auf das Event-Management hat, erklärt Stefan Kunze, IT-Projektleiter bei der Credit Suisse, in diesem Interview.

ELCA hat für die Credit Suisse (CS) eine Software für das globale Eventmanagement entwickelt. Warum hat sich die Credit Suisse für eine Individualentwicklung entschieden?

Die CS hat verschiedene Anforderungen an Funktionalität und Technologie, die u.a. durch organisatorische und regulatorische Rahmenbedingungen induziert sind. Für uns war es wichtig, dass diese Anforderungen erfüllt werden können und dies möglichst kosteneffizient.

Die Frage „Individualentwicklung vs. Standardprodukt“ haben wir daher unter diesem Aspekt entschieden. Es zeigte sich, dass Standardlösungen so stark angepasst und „ge-customized“ hätten werden müssen, um den Anforderungen zu entsprechen, dass es am Ende kostengünstiger war, eine Individuallösung zu entwickeln.

Bei globalen Anwendungen spielt häufig die Cross-Border-Thematik eine wichtige Rolle. Wie werden diese Prozesse durch die Eventmanagement-Lösung unterstützt?

Aus den jeweiligen Gesetzgebungen der verschiedenen Länder ergeben sich Herausforderungen bei einer globalen IT-Softwarelösung bezüglich des Datenaustauschs und der Datenhaltung von kundenbezogenen Daten. Bestimmte Daten über Kunden und Gäste dürfen bspw. während dem Einladungs-Workflows lediglich in anonymisierter Form zentral gehalten werden, während die personenidentifizierenden Eigenschaften lokal gespeichert werden müssen.

«Die Lösung von ELCA kennt die entsprechende Gesetze und Regularien»

Die Lösung von ELCA trägt diesen Anforderungen in zweifacher Weise Rechnung: Zum einen „kennt“ die Softwarelösung die entsprechenden Gesetze und Regularien und unterstützt unsere Mitarbeiter durch entsprechende Hinweise und Warnungen. Zum anderen gibt es spezielle Funktionalitäten, die die Verknüpfung lokal und zentral gehaltener Daten mit Hilfe von Standard-Büro-Software ermöglicht, indem eine automatische spätere Vervollständigung der zentralen Daten durchgeführt werden kann.

Was war Ihnen von IT-Seite bei der Entwicklung der Lösung wichtig, um auch die Fachabteilung zufrieden zu stellen?

Als zentrales Erfolgskriterium bei diesem Projekt hat sich die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der CS-IT und der CS-Fachabteilung sowie dem Lieferanten ELCA erwiesen. Die Mitarbeit der CS-Fachabteilungen war insbesondere bei der Spezifikation und den Tests der Lösung gefragt.

Wir haben dabei grossen Wert darauf gelegt, verschiedene Kollegen zu involvieren, die die Applikation auch später selbst nutzen werden und haben das entsprechende Feedback dann umgesetzt. So konnten wir sicherstellen, dass die Funktionalität und Praxistauglichkeit der Softwarelösung gegeben ist.

Was sind für Sie und das Event-Marketing-Team der Credit Suisse die herausragenden Features der Software?

Auf der funktionalen Seite ist sicherlich die extreme Flexibilität in den Workflows und im Aufbau der Strukturen eines Events zu nennen. So ermöglicht die Software bspw. verschiedenartigste Events abzubilden und Organisationsänderungen innerhalb de CS sowie lokale Besonderheiten zu reflektieren. Gleichzeitig bietet die Software eine einfache und intuitive Bedienung, die bspw. die Komplexität der Strukturen vor dem User verbirgt, wenn er sie nicht braucht.

Auf der technischen Seite ist sicherlich die extrem enge Integration in die CS-IT hervorzuheben, womit alle Sicherheitsanforderungen erfüllt werden können und uns erlaubt, das System kosteneffizient auf unserer standardisierten Infrastruktur zu betreiben.

Welchen Mehrwert hat die neue Event-Management-Lösung von ELCA für die Credit Suisse? Können Sie diesen beziffern?

Der primäre Treiber für die Einführung des Systems waren regulatorische Gründe. Diese lassen sich naturgemäss schwer beziffern. Sicher werden wir durch den Einsatz der Applikation auch effizienter und entlasten dadurch die Mitarbeiter, wodurch personelle Ressourcen freigegeben werden.

Die Projektdauer belief sich auf rund eineinhalb Jahre. In dieser Zeit griff ELCA für die Programmierung auch auf das eigene Offshore-Zentrum in Vietnam zurück. Was waren Ihre Erfahrungen mit dem Offshore-Szenario?

Für uns als Kunde wurde dieses Szenario völlig transparent gemacht. Wir haben das Projekt bewusst als Werkvertrag vergeben, damit ELCA die Freiheit hat, den Set-up eigenständig zu wählen, der die beste und kosteneffizienteste Umsetzung erlaubt.

Unser Kontaktpunkt mit ELCA war die ELCA-Projektleitung, die in Zürich vor Ort verfügbar war. Kurze Wege und ein persönlicher Kontakt waren so sichergestellt.

«Das Endprodukt überzeugt in Bezug auf Technik und Funktionalität»

Die gelieferte Lösung hat uns in Bezug auf Technik und Funktionalität jederzeit überzeugt. Typische Probleme, die beim Outsourcing teilweise auftreten können, insbesondere bei inkonsistenter oder unvollständiger Spezifikation, haben wir nicht wahrgenommen.


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