IG Bank: Das sind die fünf wichtigsten Anlagewerte in 2016

(Bild: Shutterstock)

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Wie im vergangenen Jahr haben die Marktspezialisten der IG Bank fünf Anlagewerte ausgewählt, die ihrer Meinung nach 2016 im Auge zu behalten sind.

1. Long: Wells Fargo

Die Weltwirtschaft kennt unterschiedliche Vermögensbestände. Europa und Japan sind auf dem Weg der Erholung, Asien versucht sich von seinen jüngsten Rückschlägen zu erholen, während die Vereinigten Staaten von einem noch bescheidenen Wachstum ihrer Wirtschaft profitieren.

Nachdem die amerikanische Notenbank (Federal Reserve, Fed) die Leitzinsen im Dezember erhöhte, ist damit zu rechnen, dass auch dieses Jahr weitere Anpassungen folgen könnten. Dabei sollten diejenigen Werte betrachtet werden, die von der Erhöhung des Leitzinssatzes profitieren könnten.

Es ist augenscheinlich, dass die amerikanischen Banken besser gestellt sind, um diese Vorteile auch zu nutzen. Die Wiederbelebung der Wirtschaft, der Rückgang der Arbeitslosigkeit und der (noch bescheidene) Anstieg der Gehälter werden wahrscheinlich einen Anstieg der Kredite erzeugen. Wenn dieser auf die Erhöhung des Zinssatzes zurückzuführen ist, werden die Banken Nutzen davon tragen, um ihre Margin mit Hilfe der Zinssätze zu erhöhen und somit ihr Einkommen zu stärken.

Unter allen Kandidaten, die hiervon profitieren können (Citigroup, Morgan Stanley), ist unser bevorzugter, Wells Fargo, da dieser 100 Prozent seines Einkommens aus der USA bezieht und sich so auch das Wechselrisiko erspart. Ausserdem ist die Struktur dieser Bank sehr auf Darlehen für Unternehmen und Privatpersonen ausgerichtet.

  • Wir sind der Meinung, dass diese Aktie bis zum Jahresende 2016 einen Wert um die 62 Dollar erreichen kann.

2. Long: Logitech

Das im Kanton Waadt ansässige Unternehmen sieht für die PCs eine schwarze Zukunft voraus und hat sich aus diesem Grund dafür entschieden, sich auf Smartphones, Tablets und Kopfhörer zu konzentrieren. Diese Produkte versprechen ein grösseres Wachstum.

Im Gegensatz dazu nehmen die Verkäufe für PC-Zubehör im Durchschnitt um jährlich 5 Prozent ab. Vor diesem Hintergrund hat das Unternehmen bereits beschlossen, einen Grossteil seiner Produkte Logi zu nennen. Damit hat Logitech auf vier Sektoren gesetzt, die obwohl sie nur 25 Prozent des Umsatzes ausmachen, ein grosses Wachstum versprechen: das Spielzubehör, Webkameras, tragbare Lautsprecher und Zubehör für Tablets.

Das Unternehmen hat alle Chancen, seine Ziele für das Jahr zu erreichen (Ergebnis von 150 Millionen Dollar) und könnte diese sogar übertreffen. Dazu muss gesagt werden, dass das Finanzquartal im März endet. Bis zum Jahresende sollte der von Logitech eingeleitete Wendepunkt beginnen, Früchte zu tragen.

  • Wir sind der Meinung, dass die Logitech-Aktie bis Ende diesen Jahres 17 Franken erreichen könnte.

3. Short: Euro/Dollar

Zum Jahresende 2015 hat die Fed beschlossen ihre Leitzinsen zum ersten Mal seit Juni 2006 zu erhöhen. Hierbei handelt es sich um einen grossen Schritt nach vorne und weitere Erhöhungen in 2016 könnten folgen. Der Aufschwung der Wirtschaft in den USA ist Realität und an der Beschäftigungs- und Inflationsfront bleiben die Zahlen stark. Selbst wenn der Jahresbeginn für die Märkte eher trübe Aussichten bereithielt, sollten wir eine Aufheiterung der Wirtschaft erleben, wodurch ein oder mehrere Zinsanstiege folgen könnten.

Im Gegenteil dazu bleibt Europa mit seiner quantitativen Lockerung weit zurück. Kürzlich hat Mario Draghi sogar beschlossen, diese zusätzlich zu verlängern und zu erhöhen. Dies führt automatisch zu einer Erhöhung der monetären Menge und gleichzeitig zu einer Senkung der Zinsen. Das wird sich auf den Kurs der Einheitswährung niederschlagen. Auch die Zinsdifferenz zwischen den zwei Währungen wird sich weiter vergrössern.

  • Wir glauben, dass wir eine Kursparität von Euro und Dollar bis zum Jahresende sehen werden.

4. Short: Richemont

Geografisch gesehen ist Asien der weltweit wichtigste Markt für Luxusgüter. Jedoch leidet dieser Markt weiterhin und könnte sogar noch mehr in Mitleidenschaft gezogen werden. China erlebt zurzeit einige Veränderungen seiner monetären Politik was Druck auf den Devisenkurs ausübt.

Dieser befindet sich aktuell auf dem niedrigsten Stand seit mehr als fünf Jahren. Angesichts des deflationären Drucks und dem Rückgang der Exporte, ist es nicht ausgeschlossen, dass der Renminbi weiterhin an Wert verliert. Das würde einen Preisanstieg der importierten Luxusgüter für die chinesische Bevölkerung bedeuten.

Darüber hinaus erlebte die chinesische Börse einen katastrophalen Jahresanfang mit einem Rückgang der Aktienkurse von 20 Prozent. Dies hat gleichzeitig negative Auswirkungen auf den Reichtum der Mittel- und Oberschicht – die Hauptabnehmer von Luxusgütern. Asien ist in der geografischen Verteilung des Umsatzes von Richemont mit mehr als 50 Prozent vertreten, während die USA weniger als 5 Porzent davon ausmachen. Daher scheint es dieses Jahr nicht abwegig, ein Wachstum der bisher schwächeren Verkäufe in Europa und einen Rückgang der Verkäufe in Asien zu antizipieren.

  • Wir glauben, dass die Aktie bis Ende Dezember auf 50 Franken fallen wird.

5. Short: Renminbi

China sieht sich mit einer Verlangsamung des Immobilienmarkts, einem abnehmenden Produktionssektor und einer Börsenblase konfrontiert. In Hinblick auf diese Probleme wird die chinesische Regierung sehr wahrscheinlich 2016 weiter intervenieren, indem sie die Zinssätze und die obligatorischen Reserveanforderungen für Banken senken wird, um eine weitere Abwertung des Yuan einzuleiten.

Wir glauben ebenfalls, dass viele Ereignisse 2016 (Flüchtlingskrise, Brexit, US-Präsidentschafts-Wahlen und die Situation in China) zu einer weiteren Risikoaversion führen werden, da die Investoren unter solchen volatilen und riskanten Gegebenheiten nicht investieren wollen. In diesem Zusammenhang denken wir, dass der Yen und der Dollar die grosses Gewinner dieses Jahres sein werden.

  • Wir bevorzugen folgende Paare: Long Dollar/Renmimbi sowie Short Renminbi/Yen, die bis Ende 2016 jeweils 7.00 und 16.00 erreichen könnten.

MARKTANALYSEN - AUTOREN

Andreas Ruhlmann

Andreas Ruhlmann sammelte nach seinem Finanzstudium in Kanada zunächst berufliche Erfahrung bei der Saxo Bank und der National Bank of Canada, bevor er 2014 zur IG Bank wechselte. In der Schweiz verstärkt er nun mit seiner Expertise, speziell in den Forex- und Aktienmärkten, das Team für die Kundenbetreuung. Zusätzlich verfasst er Marktkommentare sowie makroökonomische Einschätzungen und bietet Ausbildungsseminare rund um die Themen Handel, technische Analyse und Handelspsychologie an. Twitter @ARuhlmann_IG


Laurent Bakhtiari

Laurent Bakhtiari verfügt über einen Masterabschluss in Finanzen von Audencia Nantes und einen Masterabschluss in quantitativer Mathematik des Imperial College London. In den vergangenen acht Jahren arbeitete er in den Handelsräumen von Merrill Lynch und der Credit Suisse. Von April 2014 bis Juli 2016 war er bei der IG Bank als Marktexperte und Premium Client Manager tätig.

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