Paul Lambert: «Volatilität als Renditetreiber»

Paul Lambert, Head of Currency bei Insight (BNY Mellon)

Paul Lambert, Head of Currency bei Insight (BNY Mellon)

Mit Währungsanlagen lassen sich Trends abdecken, ohne dabei direkt in die zu Grunde liegenden Rohstoffe, Obligationen oder Aktien investieren zu müssen, wie Paul Lambert von Insight/BNY Mellon schreibt.

Paul Lambert, Head of Currency bei Insight (BNY Mellon)

In den ersten Monaten des laufenden Jahres erlitten risikobehaftete Anlageformen heftige Verluste, weil sich die Stimmungslage eintrübte und die Aktien- und Anleihenmärkte von den Besorgnissen um das chinesische Wachstum in Mitleidenschaft gezogen wurden. Dieser Entwicklung konnten sich auch die Rohstoff-Preise nicht entziehen.

Die Turbulenzen spiegelten sich auch an den Devisenmärkten wider, an denen die Währungen durch eine Vielzahl von Themen belastet wurden. Diese reichten von volkswirtschaftlichen Faktoren über den Konjunkturzyklus, die Politik der Notenbanken und diverse Rohstoff-Preise bis hin zum Konsumentenvertrauen. Alle diese Faktoren haben zu einer erhöhten Volatilität an den Devisenmärkten beigetragen.

Währungen als «Stellvertreter»

Die gute Nachricht ist aber, dass der ‹Absolute Insight Currency Fund› in Phasen ausgeprägter Wertschwankungen einige seiner überdurchschnittlichsten Ergebnisse vorlegen konnte. Turbulenzen am Markt bieten uns nämlich vielfältige Möglichkeiten, unsere Auffassungen zu volkswirtschaftlichen Themen zum Ausdruck zu bringen. Dabei nutzen wir Währungen als «Stellvertreter» für bestimmte Entwicklungen, ohne uns dabei direkt in den zu Grunde liegenden Rohstoffen, Obligationen oder Aktien zu engagieren.

Gelangt das Team beispielsweise zu einer Einschätzung in Bezug auf den Ölsektor, besteht eine mögliche Strategie im Aufbau einer Long- respektive einer Short-Position im russischen Rubel oder im kanadischen Dollar, denn deren Tendenz ist eng mit der Entwicklung des Rohölpreises verknüpft.

Risikoscheues Umfeld

Im Segment Metalle und Bergbau wiederum können der australische Dollar oder der chilenische Peso als «Stellvertreter» für Schwankungen bei Angebot und Nachfrage sowie bei den Kohle- respektive Kupferpreisen genutzt werden. Im Bereich Agrar-Rohstoffe dient der neuseeländische Dollar derweil als potenzielles Barometer für die Preisentwicklung bei Molkereiprodukten, während sich in der Tendenz des südafrikanischen Rand oftmals Schwankungen der Edelmetallpreise widerspiegeln.

Ausserdem kommt ein durch Risikoscheu geprägtes Umfeld dem Dollar, dem Euro und dem Yen ganz grundsätzlich mehr zugute als anderen Währungen. Die allgemein hohe Liquidität der Währungen, in die wir investieren, gibt uns ferner die Möglichkeit, unter Berücksichtigung der aktuellen Ereignisse an den Märkten einzelne Positionen umgehend aufzubauen bzw. wieder zu schliessen.

Risikomanagement zentral

Wir überwachen unsere Positionen kontinuierlich und passen das Portfolio gegebenenfalls auch zwei bis drei Mal pro Woche (oder sogar noch häufiger) an aktuelle Ereignisse am Markt an. In der Regel werden Anlageideen drei bis sechs Monate im Portfolio gehalten, wobei jeden Monat in etwa eine neue Position aufgebaut wird.

Dabei erweisen sich Engagements in liquiden Währungen (üblicherweise aus den Industriestaaten) in der Regel als vorteilhaft. Zudem können wir sowohl Long- als auch Short-Engagements eingehen sowie einzelne Positionen durch gegensätzliche Transaktionspaare absichern.

Volatilität bietet Chancen

Die monetäre Divergenz wird unserer Meinung nach auch in diesem Jahr ein entscheidendes Thema bleiben. Aus diesem Grund gehen wir davon aus, dass der Zyklus der Zinserhöhungen in den USA den Dollar angesichts dieser Divergenz weiter stützen wird.

Wir rechnen zudem damit, dass der Druck auf Währungen aus dem Rohstoff-Umfeld anhalten wird, weil es nach wie vor ein Überangebot an Öl gibt. Ausserdem versucht China derzeit, seine Wirtschaft zu lasten rohstoffintensiver Sektoren neu auszurichten.

Während die aktuellen Wertschwankungen Aktien- und Anleiheninvestoren durchaus Anlass zur Sorge geben, können wir davon aber sogar profitieren. Denn eine solche Volatilität eröffnet uns zusätzliche Möglichkeiten, unsere Einschätzungen zu Entwicklungen auf globaler Ebene umzusetzen und für uns zu nutzen.

Transparenter Weg

Unserer Meinung nach bietet ein Engagement in einem Währungsfonds einen einfachen und transparenten Weg, sich breit diversifiziert an den Märkten weltweit zu positionieren – ohne dabei aber direkt in die zugrunde liegenden Vermögenswerte investieren zu müssen. Ausserdem hat sich die Strategie in Phasen erhöhter Volatilität bereits nachweislich bewährt.

Aus diesem Grund könnte der Fonds unserer Einschätzung nach ein geeignetes Anlageinstrument darstellen, um das Portfolio-Risiko angesichts des aktuellen Umfelds noch breiter zu streuen.

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