Goldman Sachs reagiert auf die «Occupy»-Bewegung

Gestern versandte Lloyd Blankfein einen Brief an ausgewählte Anleger. Das Schreiben des CEO und Chairman von Goldman Sachs gelangte jetzt an die Öffentlichkeit.

Sehr geehrte Anleger

Bis jetzt hat Goldman Sachs zur «Occupy Wall Street»-Protestbewegung geschwiegen. Das hiess aber nicht, dass uns das Phänomen nicht sehr intensiv beschäftigt hat. Wir mussten zur Kenntnis nehmen, wie sich Tausende versammelten, um leidenschaftlich ihre tiefe Unzufriedenheit auszudrücken.

Dabei stellten wir uns auch die Frage nach den Konsequenzen: Wie können wir mit denen Geld verdienen?

Die Antwort ist der neu eingeführte «Goldman Sachs Global Rage Fund». Sein Anlageziel ist es, die Antibanken-Proteste zu monetarisieren, zumal sie sich global ausbreiten. Bei Goldman Sachs anerkennen wir, dass das Weltwirtschaftssystem, wie wir es kennen, den Bach runtergeht, aber es gibt noch genügend Möglichkeiten, bei der Talfahrt etwas zu verdienen.

Unser «Global Rage»-Fonds wird nach Möglichkeiten suchen, um in Produkte zu investieren, welche von den Protesten profitieren können, etwa in Schlagstöcke oder Teasergeräte, aber auch in Stirnbänder und Material, das üblicherweise für den Barrikadenbau benötigt wird. Ausserdem planen wir massgebliche Long-Investitionen in Unternehmen, welche von der Aussicht auf zunehmend gewalttätige Zusammenstösse zwischen Polizei und Demonstranten profitieren dürften. So in Glas- und Fensterproduzenten, in die Ersatzlieferanten für zerstörte Automobile oder in Firmen, welche die Rohstoffe für die Schaffung und nachfolgende Verbrennung von Bildnissen liefern.

Es wäre verlockend, in sich einer Zeit wie dieser zurückzuhalten und zu sagen: «Sollen sie doch Kuchen essen.» Aber Goldman Sachs sucht stets aktiv auf dem Markt nach Nischen, in denen wir selber einen Kuchen finden. Gut möglich, dass sich der Kuchenpreis, unterstützt durch etwas Marktmanipulation, bis Ende 2011 vervierfachen wird.

Bitte kontaktieren Sie Ihren Kundenberater für einen vollständigen Prospekt. Der «Goldman Sachs Rage Fund» wäre ein gutes Objekt, um auch den Demonstranten kundzutun: «Occupy this!» — Besetzen Sie das.

Mit freundlichen Grüßen,

Lloyd Blankfein, CEO, Goldman Sachs

«A Letter from Goldman Sachs concerning Occupy Wall Street» geistert seit dieser Woche durchs Netz. Im amerikanischen Original beispielsweise hier zu finden.

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