Mr. Dax: Crash-Gefahr bei 60 Prozent

Anleger könnten kaum auf Aktien verzichten, doch Aktien sind derzeit sehr riskant. Dirk Müller, der deutsche Börsenexperte, sichtet dennoch Chancen. Gerade in Südeuropa.

Dirk_MuellerDer Mann mit der Stoppelfrisur ist gefragt: Gleich in drei grossen Interviews schilderte Dirk Müller alias Mr. Dax in diesen Tagen seine Sicht der Aktienmärkte, der Eurokrise oder der amerikanischen Staatsverschuldung – nämlich gegenüber «Focus», «Berner Zeitung» und «Börse Online».

Die Aussichten zeichnete der erfahrene Börsenhändler dabei dunkelgrau bis rabenschwarz. Die Aktienmärkte machen ihm Sorgen, «weil die Gewinnprognosen der Unternehmen alles andere als positiv sind.», sagte Müller in «Focus». Die Märkte würden derzeit hauptsächlich durch Liquidität nach oben getrieben – nicht durch die tollen Unternehmensergebnisse, die man in der Zukunft erwartet. «Von daher muss man schon ganz genau hinsehen und sich gegebenenfalls überlegen, die eine oder andere Position gegen einen Einbruch an den Börsen abzusichern.»

Und die Gefahr solch eines Einbruchs sei doch erheblich: «Ich würde es mit 60 : 40 beziffern, dass wir noch mal deutlich runterkommen», so Müller im «Focus»-Interview.

Geldwerte loswerden, Sachwerte kaufen

Auf der anderen Seite könnten die Anleger kaum auf Aktien verzichten. In der «Berner Zeitung» verwies Müller darauf, dass in der aktuellen Schuldensituation die Geldwerte kaum gesichert seien. «Also muss ich dafür sorgen, dass ich diese Geldwerte los werde. Ich muss stattdessen Sachwerte kaufen, die davon nicht betroffen sind.»

Und das bedeutet: Aktien und Edelmetalle. Allerdings führt der Kreis wieder zu den oben erwähnten Gewinnaussichten: Durch die Entschuldungs-Übungen gerät die Wirtschaft ausser Tritt, also auch die Aktienkurse. Oder mit Müllers Worten: «Da wir nicht wissen, ob wir den Fuss von der Bremse oder vom Gaspedal nehmen, ist es für den Investor ganz schwierig abzuschätzen, ob er voll auf Geldwerte oder Sachwerte setzen soll.»

Grundsätzlich hätten die meisten Leute viel zu viel Geldwerte: «Tagesgeld, Bargeld, Sparbuch, Staatsanleihen, Firmenanleihen, Rentenansprüche, Lebensversicherungen. Wenn man ebenso viele Sachwerte daneben stellen möchte, so haben viele Leute einen grossen Bedarf, um auch nur eine neutrale Gewichtung hinzukriegen.»

Wo die Aktien explodieren werden

Müller, bekannt geworden in der Finanzkrise als markantes Gesicht auf dem Frankfurter Börsenparkett, arbeitet heute als Börsenautor, und er betreibt ein eigenes Unternehmen: «Cashkurs». Hier berät er (online und per Abo) die Anleger.

Europa sei für Aktieninvestments durchaus interessant, meint er, auch heute. «Wir sehen, dass im Moment sehr viele Leute ihr Geld nach Deutschland schaffen. Sie sagen, egal was kommt: Wenn Länder aus dem Euro aussteigen, wird der Euro stärker. Wenn Deutschland aussteigt, wird die deutsche Währung stärker. Wenn ich Geld in deutsche Unternehmen investiere, wird das Geld früher oder später aufgewertet», so Müller im «Berner Zeitung»-Interview.

Auf der anderen Seite seien Unternehmen in Spanien oder Italien ausgesprochen günstig. Die Risiken seien zwar gross – aber: «sobald wir in diesen Ländern den Fuss von der Bremse nehmen, explodieren diese Aktien».

 

 

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