So machen es die Hedge-Fund-Könige

Ray-DalioStephen-MandelDer beste Hedge-Fund-Manager aller Zeiten? Das könnte Ray Dalio sein (Bild links). Der Pure Alpha Fund – Teil seines Bridgewater-Konzerns – legte letztes Jahr um 1 Milliarde Dollar zu. In seiner ganzen Karriere verdiente Dalio damit für seine Kunden (und für sich) fast 37 Milliarden Dollar.

Die Zahl wurde jetzt von LCH Investments veröffentlicht, dem Hedge-Fund-Arm von Edmond de Rothschild. LCH erarbeitet jedes Jahr eine Rangliste der erfolgreichsten Single-Manager-Hedge-Funds. Dabei wird vor allem auf die akkumulierten Gewinne geachtet (um das kurzfristige Auf und Ab zu überspielen). Und übers grosse Ganze gesehen entpuppt sich eben Ray Dalio immer klarer als die historische Nummer eins: Letztes Jahr überholte er George Soros auf der ewigen Bestenliste, dieses Jahr baute er den Vorsprung aus.

Der zweite Mann, der im LCH-Ranking im Zentrum steht: Stephen F. Mandel (rechts). Dessen Lone Pine Capital verwaltet derzeit 17 Milliarden Dollar – und es war dieser Hedge Fund, der im abgelaufenen Jahr am klarsten zulegen konnte.

Denn insgesamt beliefen sich seine Gewinne 2012 auf 4,6 Milliarden Dollar – womit sich die Gesamtsumme, seit Mandel im Jahr 1997 Lone Pine Capital gründete, auf 15,3 Milliarden erhöhte.

Wer sind nun sind die Leute? Wie gehen Sie vor? Hier die wichtigsten Angaben:

Ray Dalio, geboren 1949, Bridgewater Associates, Greenwich CT.

Methode und Strategie: Makro-Trader. Klassischer Long/Short-Ansatz. Er untersucht die Märkte in einer sehr langen Perspektive und geht dabei wirtschaftshistorisch auch Jahrhunderte zurück. Geht davon aus, dass selbst radikale Ereignisse zur Normalität gehören: Nichts ist einmalig.

Besonderheit: Liest alte Zeitungen, um seine aktuellen Ideen an der Vergangenheit zu messen. Arbeitet intensiv daran, jeweils eigene Fehler genau zu untersuchen und daraus eine Lehre zu ziehen.

Worauf setzt er vor allem? ETF. Die grössten Positionen hatte er letztes Jahr im Vanguard International Equity Index Fund, im SPDR S&P 500  sowie im iShares MSCI Emerging Markets Index ETF. Grösste Direktpositionen in Microsoft, Apollo, CVS Caremark (Pharmazie-Handel) und Hewlett Packard.

Welche Bestände hat er letztes Jahr erhöht? Am deutlichsten war der Anstieg bei Emerging-Markets-ETF, CVS Caremark (plus 1002 Prozent!) und dem Fonds- und Private-Equity-Unternehmen Apollo.

Jüngste Bewegungen? In den letzten drei Monaten stieg Bridgewater bei Intel ein und erhöhte signifikant die Beteiligungen bei Broadcom (Netzwerkausrüstungen), Qualcomm (Mobiltelefonie), Nvidia (Chips und Konsolen).

Welche Branchenverteilung? Bei den Direktanlagen leichter Überhang der Tech-Werte. Ansonsten kauft er ganze Märkte.

Geographische Verteilung? USA und Emerging Markets (wobei Dalio zuletzt stärker auf Brasilien setzte).

Wo hat er es gelernt? Studium in Harvard. Kurzzeitig Trader bei mehreren Firmen. Gründete Bridgewater Associates als 24-Jähriger.

Mehr? Bridgewater«247Bull.com» «Insider Monkey»«Seeking Alpha»«CSInvesting»

 

Stephen Mandel, geboren 1955, Lone Pine Capital, Greenwich CT.

Methode und Strategie: «Bottom-up», er analysiert also das Unternehmen und achtet weniger auf die allgemeine Wirtschaftsentwicklung. Long/Short. Baut auf Fundamentaldaten, kaum auf Charttechnik.

Mandel arbeitet mit intensivster Analyse. Dabei kombiniert er Growth- und Value-Strategien, wobei er auch darauf achtet, dass die Unternehmen aktuell von herausragenden Managern geleitet werden. Und berücksichtigt ferner die fundamentale Lage der jeweiligen Branche.

Besonderheit: Er schichtet überdurchschnittlich schnell um und ist auch bereit, aus Aktien auszusteigen, um wenig später wieder einzusteigen. Schlug den S&P in den letzten Jahres jedes Jahr um über 20 Prozent.

Auf welche Aktien setzt er vor allem? Google, Priceline (Online-Schnäppchen), Cognizant (BPO), Ralph Lauren, Dollar General (Discounter), Equinix (Datencenter), Gap.

Welche Bestände hat er letztes Jahr erhöht? Dollar General, Verisign, Equinix, Google.

Jüngste Bewegungen? In den letzten drei Monaten verkaufte er massiv Apple (im Umfang von über einer halben Milliarde) und baute dafür Google und Facebook auf. Ebenfalls gehörte Lone Pine zu den Fonds, die auf die fallenden Herbalife setzten.

Welche Branchenverteilung? Lone Pine setzt derzeit stark auf Dienstleistungen, Technologie und Konsumgüter. Finanztitel und Schwerindustriewerte sind marginal. Vor allem das Engagement in Finanztiteln baute er in den letzten Jahren massiv ab (Citigroup war noch 2010 die schwerste Aktie im Portfolio von Lone Pine). Bei Konsumgütern wurden die Bestände erhöht.

Geographische Verteilung? Grundsätzlich international (Lone Pine hat auch Büros in London und Hong Kong), aber ein enormer Schwerpunkt auf US-Aktien.

Wo hat er es gelernt? Studium in Dartmouth, MBA in Harvard. Er war Analyst bei Goldman Sachs und arbeitete unter dem legendären Julian Robertson bei Tiger Management.

Mehr? Nasdaq«Hedge Fund Letters» «Insider Monkey»«Benzinga» «Bloomberg» 

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