Eine eiserne Regel, die Europas Probleme erklärt

Was ist das tiefere Problem in Europa? Und gerade in Südeuropa? Eine Antwort lautet vielleicht: Dass zwei Grössen einer Gleichung auseinandergeraten sind. Diesen Eindruck erhielt man jedenfalls beim jüngsten Fernsehauftritt von Michael E. Porter.

MichaelPorterDer Harvard-Professor ist einer der wichtigsten Vordenker in Themen wie Unternehmensstrategie und Wettbewerbsfähigkeit. Am Mittwoch sass er nun in der Talkshow des bekannten Moderators Charlie Rose (PBS). Und erwähnt sei: Michael Porter redete ausschliesslich über die Vereinigten Staaten. Aber stillschweigend erklärte er allerhand über Entwicklungen in unserer Nähe.

Denn zur Deutung der amerikanischen Wirtschaftslage zog Porter eine Regel hervor - er selber sprach von einer eisernen Formel. Sie lautet:

«Eine Nation ist wettbewerbsfähig, wenn zwei Dinge zusammenkommen. Eins: Die Unternehmen, die in diesem Gebiet tätig sind, können erfolgreich in den internationalen Märkten konkurrenzieren. Zwei: Gleichzeitig halten oder verbessern sie den Lebensstandard für die durchschnittlichen Bürger.»

Wenn es den Unternehmen gut geht, aber die Löhne der Angestellten sinken oder Jobs verloren gehen, dann sinkt die Wettbewerbsfähigkeit. Andererseits, so Porter weiter, verliere ein Land auch seine Position in jenen Phasen, wo es den Leuten gut geht, aber die Unternehmen international nicht mehr mithalten können. «Man muss diese beiden Dinge immer zusammenhalten.» 

Es wäre nun interessant (oder höchste Zeit?), einmal die aktuelle Euro-Rettungspolitik gegenüber Südeuropa unter diesem Aspekt zu beurteilen: Tragen die Sparübungen letztlich dazu bei, die Konkurrenzfähigkeit dieser Volkswirtschaften zu sabotieren?

Und im gleichen Atemzug liesse sich andererseits die Lage in Nordeuropa beleuchten: Baut sie eventuell zu sehr auf einem vielfach abgesicherten Lebensstandard der Arbeitnehmer?

Übrigens: Der entscheidende Faktor, um die zwei Seiten der Gleichung zusammenzuhalten, ist natürlich die Produktivität. Es geht letztlich darum, dass beide Seiten (Bürger und Unternehmen) derart zusammenwirken, dass die Produktivität steigt.

• Das ganze Interview (inklusive Porters 8-Punkte-Plan zur Bewahrung der Wettbewerbsfähigkeit) sehen Sie hier; über die Formel der Wettbewerbsfähigkeit: ab 16:00.

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