Carmignac: 10 Themen, die wir nun beachten müssen

Der französische Fondsspezialist verrät Details seiner Anlagestrategie fürs laufende Quartal – und er benennt die Tendenzen, auf die man jetzt setzen sollte.

1. Reflation in Japan

Die Notenbank in Tokio strebt bekanntlich deutlich höhere Inflationsraten an, und das hat Folgen: steigende Vermögenswerte, mehr Kredite. Carmignac baut entsprechende Investitionen aus. Vor allem der Finanzsektor werde am ehesten profitieren, und so hat Carmignac drei japanische Finanztitel aufgenommen: Mizuho Financial, Sumitomo Mitsui Financial sowie Orix Corp. Zudem wurden die Positionen in Nomura und Toyota aufgestockt. Nomura werde von der Rückkehr japanischer Anleger an die Aktienmärkte und Toyota von der Abwertung des Yen profitieren.

2. Das Wirtschaftswachstum in den USA

Carmignac sieht für die amerikanische Wirtschaft zwar kurzfristig einige Dämpfer, aber grundsätzlich sei die US-Wirtschaftslokomotive stark. Deshalb wurde das Engagement hier ausgebaut. Neu engagiert sich Carmignac im Raffinerieunternehmen Valero Energy und beim Elektronik-Hersteller Eaton Corporation, bei Morgan Stanley sowie beim Kabelnetzbetreiber Comcast. «Diese Unternehmen dürften mittelfristig davon profitieren, dass die Marktteilnehmer die Stärke der amerikanischen Wirtschaft erkennen.»

3. Der steigende Lebensstandard in den Schwellenländern

Für Carmignac ist das immer noch das wichtigste Thema: Rund 40 Prozent des Anlagevolumens im Aktienbereich ist darauf ausgerichtet. Zuletzt habe man hier allerdings einige Positionen im Finanzsektor leicht abgebaut. Grundsätzlich aber seien die niedrigen Bewertungen von Schwellenländertiteln im Vergleich zu den Industrieländern immer weniger gerechtfertigt.

4. Defensive Titel

Hier will Carmignac weiter aufstocken – das heisst: Man sucht antizyklische Titel mit hoher Vorhersagbarkeit. Konkrete Angaben macht die Fondsgesellschaft derzeit allerdings nicht.

5. Das Thema Energie

Auch hier wird ganz leicht ausgebaut, allerdings bleiben die Bestandteile unverändert. Also positive Positionen nennt Carmignac den Erdölkonzern Anadarko sowie den Erdöldienstleister Corelabs.

6. Die Edelmetall-Trendwende

Bemerkenswert: Carmignac hat seine Edelmetallpositionen praktisch aufgelöst – sie sanken von 10 auf 0,6 Prozent des Anlagevermögens. Die Erklärung dazu: «Wir haben den Fehler begangen, die Stärke der zugrunde liegenden deflationären Kräfte zu unterschätzen, die in den vergangenen Monaten durch den Schock der abrupten Abwertung des Yen noch verstärkt wurden.»

7. Anleihen: Lieber Unternehmen

Im Obligationenbereich setzt Carmignac weiterhin schwergewichtig – etwa zu knapp einem Drittel – auf Unternehmensanleihen. Die Anlagen beschränken sich auf erstklassige Adressen. Grösste Position ist die Bank Santander (2,1 Prozent des Anlagevermögens), deren Bilanz sich gebessert habe. 

8. Staatsanleihen: Lieber Japan und Südeuropa

Carmignacs Position in Staatsanleihen aus Industrieländern beträgt fast 15 Prozent. Chancen bieten sich in Japan, weil die dortige Zentralbank für Geldflüsse in Höhe von rund 1 Trillion Dollar die Suche nach Renditen im Ausland forcieren muss. Europäische Anleihen wiederum seien seit einigen Monaten sehr gefragt: Japanische Anleger haben 20 Prozent der Bruttoemissionen der Eurokernländer gekauft. Carmignac ist mit 7 Prozent des Anlagevermögens in europäischen Staatsanleihen investiert, insbesondere in Spanien (3 Prozent), Italien (2,75 Prozent) und Irland (0,8 Prozent). 

9. Staatsanleihen: Noch lieber Schwellenländer

Die Position in Staatsanleihen aus Schwellenländern wurde jetzt leicht erhöht, auf 8,5 Prozent – wobei Mexiko besonders hervorgehoben wird. Gut aufgestellt sei auch die Türkei.

10. Währungen: Dollar kommt, Yen rutscht

Die relative Stärke der amerikanischen Wirtschaft und die Reflationsbestrebungen in Japan veranlassen Carmignac zur Übergewichtung der Exposure im Dollar und zur Absicherung bei Yen. Man erwartet, dass die Abwertung des Yen sich fortsetzen dürfte. Andererseits sollte sich der Dollar aufwerten.

 • Carmignac: Konjunkturausblick und Anlagestrategie, 2. Quartal 2013 

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