Das Ende der Globalisierung

Die ultralockere Geldpolitik lässt Joachim Fels schwarzmalen:  Der Chefökonom von Morgan Stanley fürchtet dramatische Umwälzungen.

In seinem jüngsten Kommentar an die Kunden nimmt Emerging Markets in den 1980er und 1990er Jahren begonnen hat; so wie das Jahr 2013 das Ende des ersten goldenen Zeitalters der Globalisierung beendete.»,

Wie das Wirtschaftsportal «Businessinsider» weiter zitiert, hat das Szenario der Entglobalisierung  für Fels seinen Ursprung in der ultralockeren Geldpolitik der Notenbanken.

Die Absicht, die Weltwirtschaft vor einer grossen Depression zu bewahren, sei sicher richtig, so Fels. Doch habe die Geldflut unbeabsichtigte Konsequenzen gehabt: «Einen Kapitalstrom in Richtung Emerging Markets, die höhere Wachstumsraten versprachen, was bessere Renditen erwarten liess».

Fünf Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise geht diese Rechnung nun nicht mehr auf – was Fels zu seiner These der einsetzenden Entglobalisierung bringt. Sein Hauptargument ist der seit einiger Zeit zu beobachtende Trend umgekehrter Kapitalströme.

Verbrannte Finger

Unternehmen in den industrialisierten Ländern würden ihre zuvor ausgelagerten Produktionskapazitäten repatriieren. Investoren, die sich in den Emerging Markets die Finger verbrannt hätten, würden ihre Portfolios bereinigen.

Die Euro- und Schuldenkrise habe zur Folge, dass innerhalb der Euro-Finanzmärkte Kapital und Investitionen repatriiert und nur noch lokal alloziert würden. «Könnte dies auch global geschehen?», fragt Fels in seinem Kommentar.

Was unterscheidet 2013 von 1913?

Was ihm wirklich Sorgen bereite an dem Szenario, seien die Folgen einer gewaltigen Umverteilung von Reichtum, nämlich die daraus entstehenden gesellschaftlichen und internationalen Konflikte. Er wolle nicht den Teufel an die Wand malen und die Prognose von drei Jahrzehnten mit Weltkriegen, Depressionen und menschlichen Leid stellen, so Fels.

«Aber 1913, auf dem Höhepunkt des Goldenen Zeitalters, hat auch niemand geahnt, was noch geschehen wird». Im Gegenteil: Die Panik an der Wall Street von 1907 sei der Auftakt für den letzten Akt der damaligen Globalisierung gewesen – und sie habe dazu geführt, dass 1913 die Federal Reserve gegründet worden sei. «Ich höre nun auf, bevor ich übertreibe», schliesst Fels. Seine These der Entglobalisierung müsse noch vertieft werden.

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