Marc Faber: «Es empfiehlt sich gewiss, etwas Gold zu besitzen»

Der Crash-Prophet warnt wieder vor Aktien. Diesmal mit einem pfiffigen Argument: Vielleicht steigen die Kurse ja noch um ein paar Prozent – aber dann? 

Nein, auch Massen-Investmentguru Marc Faber lag dieses Jahr kaum richtig: Auf «Fox Business» wurde der Schweizer jetzt konfrontiert mit seiner Crash-Voraussage: Mehrfach hatte er gewarnt, dass ab dem Sommer eine 20-Prozent-Korrektur der Börsen drohe; teils hatte er sogar recht eng auf den Herbst getippt und den Oktober als gefährlichen Monat genannt.

Aber es kam bekanntlich anders. Das Timing sei für Bubble-Propheten eben auch entscheidend, stichelte die «Fox»-Moderatorin. Worauf Marc Faber zu seiner Entlastung anmeldete, dass er stets auch eine andere Möglichkeit genannt hatte: nämlich eine Wiederholung der Ereignisse von 1987.

Damals drehten die Märkte nochmals eine Stufe weiter, sie erhitzten sich noch stärker – und brachen dafür am Ende um 40 Prozent ein.

Das Momentum wird schwächer

«Ich denke, wir sind jetzt in einer ähnlichen Situation«, so Faber jetzt. «Der Markt ist überkauft, und bei den Unternehmensgewinnen wird das Momentum schwächer.» Auch gebe es weniger neue Höchststände in kurzer Zeit. Insofern sei der Aktienmarkt derzeit in einer schwierigen Situation.

Befragt nach konkreten Warnsignalen, die ihm jetzt, Anfang Dezember, ins Auge fallen, erinnerte Faber daran,

  • dass man demnächst – nämlich im März – quasi den fünften Geburtstag des aktuellen Bullenmarkets feiern könnte;
  • und dass sich im Juni zum fünften Mal der Beginn der wirtschaftliche Erholung in den USA jähren wird.

Beides sei nach allen Standards weit über dem Durchschnitt. Die Wahrscheinlichkeit einer grösseren Korrektur steige also. Und er wolle einfach warnen: «Es ist keine gute Zeit, um Aktien zu kaufen.» Vielleicht könne man ja damit nochmals 5 Prozent erzielen, vielleicht sogar 10 Prozent. Aber die grosse Bewegung – die habe man hinter sich.

«Es gibt so viele Warnzeichen, man kann es kaum glauben», sagte Faber. Wobei er als erstes Warnsignal erwähnte, dass eine Mehrheit jener Analysten, die Anfang 2009 (fälschlicherweise) mit weiteren Korrekturen rechneten, heute einen weiteren Anstieg der Aktienkurse erwarten… 

Die Frage lautet also: Wohin kann man nun flüchten? Angesichts der Tatsache, dass nichts mehr sicher ist, liegt für den TV-Investmentguru die Sicherheit in der Diversifikation.

Die Edelmetalle seien derzeit eher gedrückt. Natürlich könnten sie bei einer allgemeinen Korrektur ebenfalls weiter sinken, aber die Sentiments seien hier – verglichen etwa mit den Aktien – klar pessimistisch. Es sei gewiss empfehlenswert, hier etwas Gold zu besitzen. Auch sollte man teilweise auf Immobilien setzen.

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