Warren Buffett: Die Zahl, auf die es ankommt

Jetzt verkünden die Firmen wieder ihre Jahresergebnisse. Achten auch Sie dabei zuerst auf Gewinn, Wachstum oder P/E-Ratio? Dann achten Sie doch mal auf etwas anderes.

Vorgestern war es bei Novartis wieder soweit, gestern bei Roche oder bei Google: Wenn die Jahresergebnisse bekannt werden, achtet die Finanzgemeinde auf Gewinnzahlen (vor allem im Vergleich mit den Analystenerwartungen), auf Wachstumsraten oder auf die P/E-Ratio. Und je nachdem kippen die Kurse nach oben oder unten.

Die Investoren-Newsdienst «The Motley Fool» nimmt aber die aktuelle Berichtssaison zum Anlass, um auf ein bemerkenswertes Detail zu verweisen: Warren Buffett kümmert sich nicht gross um solche Daten. Ausgerechnet er.

Sondern? Cash-flow is King. Der beste Investor von allen ist zwar bekannt dafür, dass er auf unterbewertete Firmen schielt, dass er Value-Aspekte wie den Buchwert oder das Kurs-Gewinn-Verhältnis berücksichtigt – aber entscheidend wird für ihn ein weniger beachteter Faktor: Es ist die Fähigkeit eines Unternehmens, einen nachhaltigen, stetigen und auch künftig erwartbaren Cash-Flow zu verdienen.

Gesucht: Nacktes Bargeld

Buffett selbst schrieb einmal in einem Aktionärsbrief: «Wie attraktiv die Einnahmen eines Unternehmens auch immer sein mögen – wir misstrauen Firmen, die nicht fähig erscheinen, solche schönen Zahlen in nacktes Bargeld zu verwandeln.»

Und bei einer anderen Gelegenheit tat ausgerechnet er die bekannten Bewertungs-Zahlen als zweitrangig ab: «Gewöhnliche Massstäbe wie die Dividendenrendite, das Kurs-Gewinn-Verhältnis oder das Buchwert-Gewinn-Verhältnis, ja sogar die Wachstumsraten, haben nichts mit der Bewertung zu tun – abgesehen davon, dass sie uns ahnen lassen, welche Menge an Cash-Flow und zu welchem Zeitpunkt ins Unternehmen oder hinaus fliesst.»

Wissen Sie, was «Growth» und «Value» unterscheidet?

Wenn ein Anlageberater kurzerhand von «Growth»- oder «Value»-Strategien rede und diese als unterschiedliche Investmentansätze darstelle, zeige er nur sein Unwissen, nicht seine Raffinesse. «Wachstum ist bloss eine Komponente – meistens ein Plus, manchmal ein Minus – bei der Schaffung von Wert.»

«The Motley Fool» spielt den Gedanken nun an einem der Königs-Investments von Buffett durch: Coca-Cola. Bekanntlich hat der Mann aus Omaha schon verkündet, er werde hier «niemals eine Aktie» verkaufen. Doch weshalb? In einer traditionellen «Value»-Beurteilung ist Coca-Cola kein besonders überzeugender Titel. Die P/E-Ratio liegt zum Beispiel derzeit bei knapp 19, höher als bei vergleichbaren Konkurrenten.

Doch im Unterschied dazu schaffte es der Getränkekonzern aus Atlanta im letzten Vierteljahrhundert, den Cash-flow fast jedes Jahr zu steigern. Ähnliches gilt für den Buffett-Liebling Procter & Gamble oder für dessen Neuerwerbung Exxon Mobile.

Was lernen wir daraus? Es ist gut, unterbewertete Aktien zu entdecken. Aber es ist noch besser, sein Geld in grundsoliden Dividendenpapieren angelegt zu haben – bei denen man darauf hoffen kann, dass die Dividenden mit der Zeit stetig weiter zulegen. Hier treffen Wachstums- und Renditechancen aufeinander und verstärken sich.

Eine Analyse von «The Motley Fool» benennt denn auch die «Dividenden-Rockstars», die mit einem jahrzehntelangen Cash-Flow-Wachstum überzeugten: so Procter & Gamble, Exxon Mobil, Johnson & Johnson, PepsiCo, Wal-Mart, AT&T, New York Bancorp

 

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