Laszlo Birinyi: Schlechte Entwicklungen an der Börse sind eigentlich gut

Der renommierte US-Investor findet die heftige Korrektur in lang gehypten US-Sektoren positiv. Dem Bullenmarkt gehe die Puste deswegen nicht aus. Noch nicht.


Mit dem Teil-Crash an den US-Börsen, nach den gesenkten Wirtschaftsprognosen, einer mittelmässigen Berichtssaison zum ersten Quartal und der heftigen Korrektur in Internet- und Biotech-Aktien ist in den Finanzmärkten einmal mehr Finsternis aufgezogen.

Man könnte es jedenfalls meinen, in Anbetracht des Crash-Hypes der vergangenen Wochen. Für Laszlo Birinyi sind das aber alles «good news». Der Star-Investor sagt es immer wieder und auch jetzt in der «New York Times»: «Das allermeiste, was über die Märkte in die Finanznachrichten gelangt, ist Lärm».

Seit 2009 bullish – zurecht

Man solle einfach mal tief Atem holen, nachdenken und die Analysen richtig machen. «Wer tiefer gräbt, sieht ein ganz anderes Bild».
Was Birinyi sieht, nach wie vor, ist ein Bullenmarkt. Der 70-jährige Chef von Birinyi Associates war einer der allerersten, welche 2009 das Hohelied vom Bullenmarkt zu singen begonnen hatte. Und er sieht nach wie vor keinen Grund, das Lied abzuschliessen.

Blind ist allerdings auch er nicht: «Die letzte Phase hat begonnen. Und das ist die Phase des Überschwangs». Müsse man deswegen vorsichtiger werden? Für Birinyi ist der Absturz einiger US-Aktiensektoren ein Zeichen dafür, dass in den Märkten bereits vorsichtiger agiert werde.

Investoren können differenzieren

Ein positives Zeichen: Denn vor dem Crash der Internet- und Biotech-Aktien hatte es zahlreiche Warnungen gegeben, die Bewertungen seien bereits über das Niveau phantasievoller Hoffnungen hinaus geschossen.

Der Teil-Crash zeige, dass die Märkte noch nicht vollends im Übertreibungsmodus seien, sondern noch immer nüchtern agieren könnten. Investoren handelten differenziert, sagte Birinyi mit Blick auf die Erholung im Gesamtmarkt, die bereits wieder eingesetzt hat.

Raus, wenn die Party zu wild wird

Die schlechteren BIP-Prognosen sind kein Grund zur grossen Beunruhigung. BIP-Prognosen seien kein besonders verlässlicher Indikator. Die teils durchzogenen Quartalsresultate? Solange die Wirtschaft einigermassen wachse, würden auch die Unternehmensgewinne die Börsen-Indizes weiter nach oben bringen, so Birinyi.

Ausserdem hätten Analysten in den letzten Jahren andauernd vor dem kommenden Ende der Gewinnsteigerungen gewarnt. «Sie lagen immer falsch».Wenn die Übertreibungsphase wirklich gefährlich werde? Erst wenn die Party zu wild wird, so Birinyi. «Aber soweit sind wir noch nicht».

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