Der Weltmeister der Finanzanalysten

Natürlich studieren auch Bank- und Finanzstatistiker den globalen Fussball-Wettstreit – und zwar hochprofessionell. Hier finden Sie die interessantesten Prognosen aus den Research-Abteilungen.

Allerdings muss gleich etwas eingeschränkt werden: Die Prognosen der Finanz-Analysten in Sachen Fussball sind erfahrungsgemäss, nun ja, ein bisschen volatil.

So tippte J.P. Morgan vor der letzten WM 2010 auf einen Weltmeister England (ausgeschieden im Achtelfinal). UBS, Danske Bank und Evolution Securities setzten auf Brasilien (ausgeschieden im Viertelfinal). Und Goldman Sachs nannte als chancenreichste Kandidaten für die letzten vier: Argentinien (ausgeschieden im Viertelfinale), England, Brasilien sowie Spanien (immerhin! – der spätere Weltmeister).

Aber wir wollen jetzt nicht die berühmte Analogie mit dem Dartpfeil bemühen, sondern vorwärtsblicken. Unten finden Sie also die Bankenprognosen, die für den Mundial 2014 erstellt wurden. Was lernen wir daraus?

Zum Beispiel, dass es auch hier recht klare Konsensus-Werte gibt. Wer einen Hedge sucht, setzt also sicher nicht auf die notorisch topgesetzten Brasilien sowie Deutschland und Argentinien. Zweitens, dass den Schwellenländern offenbar immer noch ein kräftiger Schub zugetraut wird. Und drittens, dass Makro-Analysen wohl doch oft heikel sind, wenn es darum geht, präzise auf ein Tor zu schiessen…

Hier die Prognosen:


Goldman Sachs

  • 1. Brasilien: 48 Prozent Wahrscheinlichkeit
  • 2. Argentinien: 14 Prozent
  • 3. Deutschland: 11 Prozent
  • 4. Spanien: 10 Prozent
  • 5. Niederlande: 5,6 Prozent
  • 6. Italien: 1,5 Prozent
  • 7. England: 1,4 Prozent
  • 8. Uruguay: 1,1 Prozent
  • 9. Portugal: 0,9 Prozent
  • 10. Frankreich: 0,8 Prozent

Methode: Statistisch-historisch. Auswertung von gut 14'000 Pflichtspielen aller beteiligten Länder seit 1960 — Mehr: Goldman Sachs, «Football and Economics 2014» 


Danske Bank

  • 1. Brasilien
  • 2. Argentinien
  • 3. Deutschland
  • 4. Italien

Methode: Ökonometrisch und qualitativ. Einerseits Auswertung der Daten der fünf vorangegangenen Fussball-Weltmeisterschaften. Andererseits Berücksichtigung von Faktoren wie Heimvorteil, Grösse des Fussballer-Pools, Fussball-Tradition — Mehr: Danske Bank Research, «World Cup 2014 Special»


Deutsche Bank

  • 1. Brasilien
  • 2. Deutschland
  • 3. Spanien
  • 4. Frankreich
  • 5. Argentinien
  • 6. Italien
  • 7. Niederlande
  • 8. Portugal
  • 9. Uruguay
  • 10. England

Methode: Statistisch-historisch, basierend auf Erfolgen in früheren Meisterschaften — Mehr: «Who Will Win World Cup? Another Bank Bets on Brazil», in: «Wall Street Journal»


Unicredit

  • 1. Brasilien
  • 2. Argentinien
  • 3. Deutschland
  • 3. Uruguay (Deutschland und Uruguay dürften im Halbfinale ausscheiden).

Methode: Berechnung auf Basis des Fifa-Ranking; Anzahl Halbfinal- und Final-Auftritte der U17- und U20-Mannschaften; Resultate der letzten WM; Einrechnung von Heim- und Kontinent-Vorteil. — Mehr: «Economists turning football pundits pick Brazil for World Cup», in: «Livemint»«Economists as Soccer Pundits Predict Brazil World Cup Win», in: «Bloomberg News»


171 Analysten

«Bloomberg» befragte 171 Finanzanalysten aus 139 Firmen danach, welche vier Mannschaften am ehesten Weltmeister werden könnten. Entsprechend gab es Punkte. Das Resultat:

  • 1. Brasilien
  • 2. Deutschland
  • 3. Argentinien

Mehr: «Economists as Soccer Pundits Predict Brazil World Cup Win», in: «Bloomberg News»


Jim O'Neill

Der bekannte ehemalige Goldman-Sachs-Ökonom ist ein Fussballfan (genauer: ein Manchester-United-Fan), und so hat er seine «Bloomberg»-Kolumne ebenfalls genutzt für eine Prognose. 

Auf eine definitive Rangierung verzichtet der Brite, aber unter den letzten vier sieht O'Neill:

  • Brasilien
  • Deutschland
  • Argentinien
  • Spanien

Methode: Qualitativ. Beurteilung aller Gruppen und Einschätzung der Chancen aller Teams in der Gruppenphase und dann bei den sich logischerweise ergebenden Achtel- und Viertelfinals — Mehr: Jim O'Neill, «Four Teams to be Bullish on at Brazil's World Cup», in: «Bloomberg View»

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