Am Buffet mit Buffett

Warren Buffett, Lory Spier, Guy Spier (v.l.n.r.)

Was würden Sie für ein Mittagessen mit dem Starinvestor Warren Buffett bezahlen? Eine Million Dollar, zwei oder gar nichts? Übrigens stehen noch andere Grössen aus der Branche für einen solchen Spass zur Auswahl.

Seit 15 Jahren geht Warren Buffett einmal im Jahr mit einer Handvoll Personen auf ganz besondere Art essen. Die Auserwählten haben bei der alljährlichen Auktion mitgeboten und gewonnen.

Guy Spier zum Beispiel, ein amerikanischer Investor, der mit seiner Familie in Zürich lebt, zahlte 2008 zusammen mit einem Bekannten 650'100 Dollar für einen solchen Lunch mit Buffett in Manhattan.

Ein Buch geschrieben

Inzwischen hat er sogar ein Buch «The Education of a Value Investor» darüber geschrieben, das am 9. September 2014 erscheint.

Unvergesslich sei das Treffen gewesen, berichtet er und sieht sich in seinen Vorstellungen dieses einzigartigen Investors bestätigt. Buffett, immerhin der drittreichste Mensch der Welt, lege eine unvergleichliche Bescheidenheit an den Tag und sei überaus sympathisch.

Spass mit den Kleinsten am Tisch

In der Regel genehmigt sich der Milliardär bei diesen Aufsehen erregenden Lunches jeweils ein Steak, trinkt Cherry Coke dazu und nascht dann bei der Nachspeise mit seinem Löffel an den Desserts der andern. Es stört ihn auch nicht, wenn man die eigenen Kinder zum Essen mitbringt. Im Gegenteil, gerne macht er seine Spässe mit den Jüngsten am Tisch.

Natürlich erhielt Spier vom Orakel von Omaha auch allerhand Weisheiten mit auf den Weg; doch am Ende des Tages war das dreistündige Mittagessen mit Buffett auch eine einzigartige Werbung für Spiers eigenen Fonds.

Die beste Werbung

Denn in den Tagen und Wochen nach dem Lunch Buffett berichteten diverse führende US-Medien (Time, ABC News) über den Investor Spier und dessen Tätigkeit. Waren die 650'100 Dollar also gut ausgegebenes Geld? Auf jeden Fall, versichert Spier.

Erstens lasse Buffett das so eingenommene Geld jedes Jahr einer wohltätigen Institution zukommen, zweitens sei die Publizität mit so einem Lunch wirklich einmalig, und drittens hätten manche Leute schon wesentlich mehr Geld für dasselbe Privileg ausgegeben.

Chinese zahlte mehr als 2 Millionen Dollar

Zum Beispiel der chinesische Hedge-Fonds-Manager Zhao Danyang. Er machte vor ein paar Jahren sage und schreibe 2,1 Millionen Dollar locker, um mit Buffett zu speisen – und mit einem Mal war der Asiate auch an der Wall Street berühmt.

Inzwischen ist der Preis für einen Buffett-Lunch wieder etwas gesunken. Letztes Jahr zahlte man so um eine Million Dollar. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass es mittlerweile noch andere Grössen aus der Finanzwelt gibt, die sich für einen Lunch hergeben.

Notenbank-Geheimnisse zu Mittag?

Einer davon ist der frühere US-Notenbank-Präsident Ben Bernanke. Ein vor kurzem versteigertes Mittagessen mit ihm brachte immerhin 70'500 Dollar ein. Über die aktuelle Fed-Politik wird er wohl eher nicht geredet haben, vermutet die deutsche Wirtschaftszeitung «Handelsblatt». Bei dem Thema hielt er sich auch schon Notenbank-Chef bedeckt.

Ein Spezialist ist der Ökonom beim Thema Deflation. Da hat er als ewiger Warner sicherlich viel zu erzählen. Bernanke war von 2006 bis Anfang 2014 Präsident der US-Notenbank.

Ähnliche Aktionen am Esstisch oder zum Kaffeetrinken veranstalten auch Apple-Chef Tim Cook oder Yahoo-Chefin Marissa Mayer.

Finanzierung von Wikileaks

Zum Thema Offshore-Banking hätte auch Julian Assange einiges zu erzählen. Der selbsternannte Whistleblower und Gründer der Internet-Plattform Wikileaks sitzt aber seit geraumer Zeit in der ecuadorianischen Botschaft in London im Exil, da gegen ihn verschiedene Strafverfahren laufen. Doch früher war er durchaus für ein Essen zu haben.

Zur Finanzierung ihrer Aktivitäten versteigerte die Website Wikileaks 2011 ein Mittagessen mit Assange. Acht Bieter konnten an dem Treffen in einem Restaurant in London teilnehmen.

Der Enthüllungsstar hatte als zusätzlichen Gast den slowenischen Philosophen Slavoj Zizek mitgebracht, um mit ihm im Anschluss an das Essen über die Auswirkungen von Wikileaks zu debattieren. Insgesamt sollen umgerechnet mehr als 12'000 Franken zusammengekommen sein.

Und in der Schweiz?

Inzwischen ist es aber schwierig geworden, ein Essen mit Assange zu arrangieren. Denn seit in Schweden ein Verdacht auf Vergewaltigung gegen ihn erhoben worden ist, lebt Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London. Er hat dort um politisches Asyl ersucht.

Mit Bezug auf den Schweizer Finanzplatz fehlt eigentlich nur noch, dass der frühere Credit-Suisse- und spätere UBS-CEO Oswald J. Grübel ein Essen für einen guten Zweck veranstaltet. Als zweifacher Grossbanken-Chef und Vollblutbanker über gut fünf Jahrzehnte hätte er sicherlich eine Menge zu berichten.

Fragt sich bloss, für welchen guten Zweck er das Geld spenden würde. Vielleicht für die Formel 1?

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Die nächste Blase platzt im Bong
  • Nackfotos für einen Kredit
  • Die Rendite ist weiblich
  • Das sind Trumps Einflüsterer
  • Diese TV-Stars verdienen am meisten
  • Erfindungen, die Leben retten
  • So sehen die Innovations-Labs der Banken aus
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram Follow finews.ch

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Zürcher Bankenverband

News und Einschätzungen zum Zürcher Finanzplatz.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

GETWITTER

SELECTION

Die faszinierendsten Bankfilialen der Welt

Die faszinierendsten Bankfilialen der Welt

Ideen aus fünf Kontinenten für die Bank der Zukunft.

Selection

Unattraktive Bankjobs

Unattraktive Bankjobs

Warum es nicht mehr so begehrenswert ist, bei einer Bank zu arbeiten.

Selection