Marc Faber: «Ein Crash wäre gut für die Jungen»

Börsenguru Marc Faber

Börsenguru Marc Faber

Der notorische Schwarzseher Marc Faber beschwört erneut einen Aktien-Crash herauf. Neu ist, dass der Börsen-Guru mit Schweizer Wurzeln dies als gute Nachricht empfindet. Wie das kommt.

Der in Thailand lebende bekannte Schweizer Börsenguru Marc Faber ist bekannt dafür, dass er immer wieder vor Übertreibungen an den Finanzmärkten warnt und Crashs heraufbeschwört.

So auch in seinem jüngsten Interview mit dem amerikanischen Newssender «CNBC». Sein Fazit: «Der Crash steht uns noch bevor.» Überraschend fügte er an: «Und das sind gute Nachrichten.» Mit diesem Zusatz hatte der CNBC-Moderator nicht gerechnet, wie seiner Reaktion zu entnehmen ist (siehe Video).

Auch wenn Faber mit seinen Hiobsbotschaften innerhalb der Finanzgemeinde oft auf Ablehnung stösst, argumentiert der Börsen-Guru und Herausgeber des Gloom, Doom and Boom Reports durchaus stringent.

Junge schauen in die Röhre

Denn insbesondere für die junge Generation sind Investitionen in Anlagen derzeit schlicht zu teuer. Oder sie bringen keine Rendite. Um die Folgen dieser – nach Ansicht Fabers – von den Notenbanken verschuldeten Inflation von Vermögenswerten zu verdeutlichen, bedient sich der Börsen-Guru historischer Vergleiche. 

So musste ein junger Mensch mit mittlerem Einkommen in den 1970er-Jahren etwa 20 Stunden arbeiten, um den S&P500-Index zu kaufen. Heute sind 90 Stunden, rechnet Faber vor. Auch der Erwerb von Eigentum sei früher zu vernünftigeren Preisen möglich gewesen als heute, wo die Immobilienpreise durch die Decke gehen.

Negativrenditen auf Staatsanleihen

So auch bei den Staatsanleihen: In den 1970er- und 1980er-Jahren rentierten US-Staatsanleihen zwischen 6 bis 15 Prozent. «Der Zinseszinseffekt bescherte uns einen gewissen Wohlstand», so Faber. Allerdings liess der Anlageprofi unerwähnt, dass die Inflation in Dollar während dieser Zeit entsprechend hoch war.

Dennoch: Wer heute in Staatsanleihen investiert, geht oft leer aus oder verliert am Ende gar Geld. Insbesondere für die Jungen wäre deshalb ein Crash an den Finanzmärkten eine Chance, zu tieferen Preise in Anlagen zu investieren, so Fabers Schlussfolgerung.

Wenige Säulen stützen das Gebäude

Wer Faber vertraut, stellt aber seine Investitionsvorhaben noch etwas zurück. Denn der Börsenguru erkennt bereits Warnsignale am Finanzhimmel.

So verengen sich die Preissteigerungen auf Aktien weniger grosskapitalisierter Unternehmen. Laut Faber sind die 100 grössten Unternehmen des amerikanischen Technologie-Indexes Nasdaq 100 hauptsächlich für das 15-Jahres-Hoch im umfassenderen Nasdaq-500-Index verantwortlich. Die Aktien der kleineren und mittelgrossen Unternehmen verharrten stattdessen mehrheitlich an Ort.

Wann kommt der Crash?

In anderen Worten: Wenige Unternehmen stützen die Börsen – eine Beobachtung, die auch beim Schweizer Leitindex SMI zutrifft. Werden diese grossen Unternehmen den Gewinnerwartungen nicht gerecht – und davon geht Faber aus – wird die Blase platzen. Wann dies konkret sein wird, weiss auch Faber nicht.

 

 

 

 

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