Die schlimmsten Prognosen 2016

Storm@shutterstock.com

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Die Finanzmärkte wurden zu Beginn des noch jungen Jahres heftig durchgeschüttelt. Und laut diversen Anlage-Profis ist dies erst der Anfang – finews.ch trug sechs rabenschwarze Prognosen zusammen.

«Wie der Januar, so das ganze Jahr», lautet eine Börsenweisheit. In Anbetracht der miserablen Börsen-Starts weltweit ein denkbar schlechtes Omen. 

Noch überwiegen die Stimmen jener Anlage-Experten, die für das Gesamtjahr 2016 zwar mit einem weiter volatilen Kursverlauf rechnen, aber gegen Ende des Jahres dennoch höhere oder gleichbleibende Index-Stände erwarten.

In den letzten Tagen drängten aber vermehrt Prognosen an die Oberfläche, welche ein düsteres Anlagejahr prophezeien. 

«Der US-Markt wird um 75 Prozent einbrechen.» (Albert Edwards, Chefökonom bei Société Générale) 

Dies prophezeite der Ökonom kürzlich an einer Konferenz in London. Er sieht auf den Aktienmarkt ein Gewitter zukommen, das noch heftiger als die Finanzkrise wird. Damals brach der US-Aktienmarkt um gut 60 Prozent ein – nun droht dem S&P 500 gar eine Korrektur um 75 Prozent. 

Das Hauptargument für seine düstere Prognose sieht Edwards in den Billigmilliarden, mit denen die US-Notenbank in den vergangenen Jahren den Markt überschwemmt hat. Die Folgen waren zahlreiche Blasenbildungen. Nachdem die Notenbank die Geldschleusen zugesperrt hatte und die Zinsen nun wieder anhebt, drohen den bislang künstlich getriebenen Märkten die Luft auszugehen, so Edwards.

«Verkaufen Sie alles ausser hochqualitativen Obligationen.» (Andrew Roberts, Chef-Analyst für Europa bei Royal Bank of Scotland) 

Anleger sollten sich für ein «katastrophales Jahr» und eine «globale Deflationskrise» gefasst machen, empfiehlt die Royal Bank of Scotland laut dem britischen Newsportal «Telegraph» ihren Kunden. Die Märkte würden derzeit die gleichen Alarmsignale zeigen wie im Vorfeld der Lehman-Pleite 2008, dem Auslöser der weltweiten Finanzkrise.

«Der Blick auf die Finanzmärkte zeigt eine ernsthafte Herausforderung, die an die Krise erinnert, die wir 2008 hatten.» (George Soros, US-Investor)

Laut Soros liegt die Wurzel der Krise in China, wie er kürzlich gegenüber «Bloomberg» auf einem Wirtschaftsforum in Sri Lanka sagte. Das Land habe Schwierigkeiten, ein neues Wachstumsmodell zu finden, so Soros. «China hat ein grosses Anpassungsproblem», warnte der 85-Jährige. Und: «Ich würde sagen, es läuft auf eine Krise heraus.»

Die Auswirkungen der China-Schwäche sind längst in der westlichen Welt zu spüren. Soros sah auch 2008 und 2011 schwere Verluste voraus – und er behielt recht.

«Ölpreis droht auf 10 Dollar pro Fass zu fallen.» (Paul Horsnell, Rohstoffexperte bei Standard Chartered) 

Und mit einer baldigen Erholung rechnet der Experte nicht. Er begründet seine rabenschwarze Prognose unter anderem mit der Ölschwemme in der Golfregion und der lahmenden Wirtschaft in China, welche die Nachfrage nach Öl einbrechen liesse.

Ein nachhaltig tiefer Ölpreis ist deshalb gefährlich für die Finanzmärkte, weil Länder wie Russland auf die Einnahmen aus dem Ölexport angewiesen sind. Ein möglicher Zusammenbruch der russischen Wirtschaft steht somit als Gefahr im Raum und dies wiederum wäre das problematisch für die politische und wirtschaftliche Stabilität Europas.

«Goldpreis wird um 30 Prozent steigen.» (Jeff Gundlach, Chef von The DoubleLine Capital)

Für Goldanleger ist dies eine gute Nachricht, für Aktionäre hingegen nicht. Denn Gold gilt als Krisenwährung – nimmt ihr Wert zu, dann bedeutet dies nichts Gutes. Gundlach ist denn auch besonders pessimistisch für die Weltwirtschaft, wie er gegenüber «CNN Money» warnte.

Er sieht die gefallenen Rohstoffpreise als Zeichen für die starke Abkühlung der Wirtschaft Chinas, das daher seine Währung weiter abwerten müsse, was wiederum destabilisierende Effekte auf die Weltwirtschaft habe.

«Der Sieben-Jahres-Zyklus bei Aktien ist zu Ende.» (Michael Riesner und Marc Müller, UBS-Analysten) 

Die beiden technischen Analysten erwarten zwar, dass der S&P 500 bis zur Jahreshälfte ansteigen werde. Doch danach würde eine Kehrtwende folgen mit einem Korrekturpotenzial von gegen 30 Prozent gegen Ende 2016, schreiben sie in einer kürzlich publizierten Analyse. Der Worst Case drohe dann im Folgejahr. Die europäischen Aktienmärkte wähnen die Experten, mit Ausnahme der Nebenwerte, bereits in einer Baisse.

Anstelle von Aktien rät das Duo Anlegern zum Kauf von Gold. Das sich seit 2011 in einer Abwärtsphase befindende Edelmetall, habe nun den Boden für eine mehrjährige Aufwärtsbewegung erreicht, schreiben sie.

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