Ausländische Bankier-Familien an der Spitze

Die reichsten Bankiers: Zugewanderte Familien verdrängten die ältesten Bankiers von den Spitzenplätzen. Reichste reine Banker sind derweil die de Picciottos.

21,3 Milliarden Franken vereinten die zehn reichsten Banker vor zehn Jahren. 2012 sind es bloss 15,5 Milliarden, schreibt die «Bilanz» in ihrer neuen Ausgabe über die «300 Reichsten» in der Schweiz. 

2012 beendeten gleich mehrere Bankiersfamilien die Familientradition, allesamt in der Deutschschweiz. Die Bedeutung der Banken in der Schweiz untermauert Wirtschaftsmagazin mit folgender Feststellung: Vier Bankerclans bringen es unter die 100 Reichsten in der Schweiz. In Deutschland figuriert keine Bankerfamilie unter den 100 Reichsten.

Fürst von und zu Liechtenstein zählt nicht mehr zu den Bankiers

Diese Clans, wie die indische Industriellen-Grossfamilie Prakash Hinduja, die griechische Redersfamilie Latsis oder auch ursprünglich die aus dem Nahen Osten stammenden, dann nach Brasilien ausgewanderten Safras machten ihr Geld aber nicht ausschliesslich im Bankgeschäft. 

Den Fürsten Hans-Adam von und zu Liechtenstein hatte die «Bilanz» vor einem Jahr noch zu den Bankiers gezählt. Jetzt reiht er sich unter die zehn Allerreichsten in der Schweiz ein, mit einem geschätzten Vermögen von 7 bis 8 Milliarden Franken, allein 4 Milliarden in Form von der fürstlichen Kunstsammlung.

Die reichsten Bankiers sind noch jung im Metier

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Die reichste reine Bankerdynastie in der Schweiz sind die de Picciottos mit 2,5 Milliarden Franken an Vermögen. Zum Vergleich: Der reichste Banker Grossbritanniens heisst Bruno Schroder (79) und nennt 3 Milliarden sein eigen.

Edgar de Picciotto hält als Hauptaktionär und Verwaltungsratspräsident trotz seiner 83 Jahre noch immer die Fäden bei der von ihm gegründeten Union Bancaire Privée (UBP) mit Hauptsitz in Genf in Händen. Nach dem Madoff-Debakel hat er seine Bank nicht nur retten können.

Er hat mit dieser weitere Zukäufe getätigt: Nach der Akquisition der Schweizer Privatbankentochter von ABN Amro und der auf alternative Vermögensverwaltung spezialisierten Nexar Capital Group, stiegen die verwalteten Vermögen auf 76 Milliarden Franken an. Die UBP beschäftigt 1400 Mitarbeiter, ein Viertel davon im Ausland.

Bankiers unter anderem

Reichere Bankiers als die de Piciottos ist nur der indische Clan Prakash Hinduja mit einem geschätzten Vermögen von 3 bis 4 Milliarden FrankenDoch ihr Vermögen hat zahlreiche Quellen (Autoindustrie mit Ashok Leyland, Öl mit Gulf Oil und Telekom). 

Ihre Hinduja Bank mit Hauptsitz in Genf hat ihren Fokus auf Südostasien und Nahost verschoben. Sie unterhält in der Schweiz allerdings Niederlassungen in Zürich, Luzern, Basel, St. Margarethen.

Die Familie residiert mehrheitlich am Genfersee. Doch der Stammhalter Srichand Hinduja investierte jüngst 100 Millionen Pfund in eine Residenz in der Londoner City of Westminster. 

Die Familien Latsis und de Rothschild

Zur Gruppe der 2 bis 3 Milliarden schweren Bankiers gehören neben den de Picciottos auch die Familien Latsis und de Rothschild.

Die Latsis sind In der Schweiz vor allem durch die Privatbank EFG International bekannt. Seinen Reichtum verdankt der griechische Clan ursprünglich allerdings aus der See- und Luffahrt. Im Zuge der Krise in Griechenland schottete der Erbe Spiro Latsis die Bank von den griechischen Aktivitäten ab. Die Familie rekapitalisierte die Bank, stiess ihre Fluggesellschaft PrivatAir ab und verkaufte eine 30'000-Quadratmeter-Liegenschaft in Blandonnet (Vernier) für 335 Millionen an die Swiss Life.

Die de Rothschilds wurden reicher und stiegen ab

1 Milliarde Franken brachte der reichste Banker Edmond de Rothschild, in der Erstauflage der «Reichsten-Bilanz» auf die Waage. Heute erreicht die Familie mit ihrer Banque Privée Edmond de Rothschild 2,5 Milliarden.

Der Gewinn der Bank sank im ersten Halbjahr 2012 um 44 Prozent und der Aktienkurs der Bank büsste seit dem Frühjahr fast einen Drittel ihres Werts ein. Ihre Börsenkapitalisierung betrug zu Spitzenzeiten 2007 3,6 Milliarden Franken, heute beträgt sie noch 1,6 Milliarden. Das Aktienkapital befindet sich zu zwei Dritteln im Besitz von Edmonds Sohn Benjamin, seine Mutter hält noch 17 Prozent. Weitere 8,4 Prozent sind im Besitz von in Paris und London ansässigen Familienmitgliedern.

Lily Safra kehrte zurück

Auf Rang 5 findet sich Lily Safra. Sie verlegte ihren Hauptwohnsitz jüngst aus New York, London, Monaco zurück nach Genf, der letzten Ruhestätte des verstorbenen Ehemannes und Bankiers Edmond Safra (1932-1999).

Die J. Safra Holding hat vor kurzem die Basler Bank Sarasin gekauft und von der Börse genommen. 

Mit weiteren Beteiligungen unter anderem an Hotels bringt es die Wittwe auf ein Vermögen von 1 bis 1,5 Milliarden.

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