So legen Jung-Millionäre ihr Geld an

Sie glauben traditionellen Anlage-Prinzipien. Sie sind begrenzt risikobereit. Social Media sind drittranging: Reiche unter 35 ähneln beim Investieren ihren Eltern.

Wer heute jung und reich ist, passt keineswegs in die beliebten Stereotypen: Dies besagt eine Studie, die Jung-Millionäre im Fokus hatte; sie wurde erarbeitet von Merrill Lynch Wealth Management.

Konkret wurden dabei im Februar 18- bis 35-Jährige mit einem investierbarem Vermögen von mindestens einer Million Dollar befragt, qualitativ und quantitativ. Das Anlageverhalten der reichen amerikanischen «Millenials» würde in Europa wohl allerhand Entsprechungen finden.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

• Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Über vier von fünf Jung-Millionären verstehen und unterstützen den Investment-Ansatz ihrer Eltern voll oder teilweise. Und eine Mehrheit von 65 Prozent sagte, ihr eigener Approach sei ähnlich wie jener der früheren Generation.

• Was einst gut war, funktioniert immer noch. Dementsprechend fanden zwei Drittel, die Investmentmethoden der Eltern würden auch in der heutigen Welt noch funktionieren. Ein Drittel meinte indes, der Ansatz ihrer Eltern sei heute nicht mehr effizient.

• Jung heisst risikobereit. Eine deutliche Mehrheit sprach sich für höhere Risiken aus. Konkret: 63 Prozent wählten lieber Anlageformen mit mehr Risiken, aber dem Potantial grösserer Renditen. Andererseits setzen nur 12 Prozent ihre Priorität auf die langfristige Vermögensbewahrung.

• Nicht alle Eier im gleichen Korb. Zugleich meinten 78 Prozent, dass eine breite Diversifikation eine hohe Priorität habe. Nur jeder Fünfte war bereit, für Wachstumschancen auf eine gewisse Absicherung durch Diversifikation zu verzichten.

• Geduldsmenschen statt Trader. Die Anhänger einer klassischen «Buy and hold»-Strategie hatten einen leicht höheren Anteil – sie erreichten 40 Prozent, während knapp ein Drittel – 31 Prozent – durch regelmässige Umschichtungen die Märkte schlagen wollen.

• Old Media? Die wichtigsten Quellen für Investment-Informationen der jungen Reichen sind: Allgemeine Nachrichtensendungen (67 Prozent), Business-TV-Formate (58 Prozent), grosse Zeitungen (55 Prozent), Magazine (52 Prozent), Social Media und Blogs (27 Prozent).

• Grosse Unsicherheit. 27 Prozent der Jung-Millionäre gaben an, sie hätten sehr wenig Know-how in Finanzfragen. 56 Prozent beurteilten ihr Wissen als mittelmässig. Andererseits fanden immerhin 45 Prozent, sie wüssten in Anlage- und Finanzfragen besser Bescheid als ihre Eltern.

In der Studie weist Phil Sieg, Leiter des UHNW-Bereichs von Merrill Lynch Wealth Management, denn auch darauf hin, dass sich viele der jungen Reichen unter grossem Druck fühlten. «Diese Sorgen werden nur noch überholt durch die Furcht, finanzielle Fehler zu machen – sie ist sogar unter jenen jungen Erwachsenen verbreitet, die selber viel auf die Beine gestellt haben.»

• Zu den Unterlagen: Merrill Lynch, «Young High Net Worth Insights Survey» 2013.

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • So sehen die Innovations-Labs der Banken aus
  • Die geschrumpften Banken auf einen Klick
  • Morgan-Stanley-CEO macht Kasse mit Bankaktien
  • Trumps Kabinett der Milliardäre
  • London: Der Investmentbanker Europas
  • Der Sanierer soll ein Insider-Händler sein
  • RBS: Versagen auf der ganzen Linie
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram Follow finews.ch

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Zürcher Bankenverband

News und Einschätzungen zum Zürcher Finanzplatz.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

SELECTION

Selection

So «pimpen» Sie Ihr Profil

Banken suchen zunehmend in den sozialen Netzwerken nach geeigneten Mitarbeitern. Hier sind die Dos and Don'ts, die es dabei zu beachten gilt.

Selection

Selection

Wie sich Angstkultur ausbreitet

Mehrere Tausend Stellen im Schweizer Bankgewerbe sollen verschwinden. Besonders betroffen davon ist das mittlere Kader.

Selection