Hauptsache, das Kapital bleibt erhalten

Zwei Umfragen ergeben: Das «Affluent»-Segment setzt zwar grosse Hoffnungen auf Aktien – aber sogar noch grössere auf Gold.

Der «Investor Pulse Poll» von Morgan Stanley fühlt, wie der Name schon sagt, jeweils einer repräsentativen Auswahl an vermögenden Personen den Puls – oder genauer: Befragt werden gut tausend Menschen, die mindestens 100'000 Dollar anlegen können.

Und hier herrscht offenbar eine zuversichtliche Stimmung: 86 Prozent erwarten, dass ihr Portfolio am Ende dieses Jahres mehr oder gleich viel wert sein wird wie zu Jahresbeginn.

Befragt wurden, dies gilt es einzuschränken, nur amerikanische Anleger. Aber manch eine Tendenz dürfte ein umfassenderes Anlageverhalten spiegeln. Einige Ergebnisse:

  • Aktien machen mit 41 Prozent den höchsten Anteil des Durchschnitts-Portfolio der Befragten aus (Direktanlagen, ETF, Fonds). Festverzinsliche Anlagen beanspruchen 22 Prozent und Cash 20 Prozent der Gelder. 17 Prozent entfallen auf andere Anlageklassen (inklusive Rohstoffe und alternative Anlagen).
  • Bei der Frage, was im laufenden Jahr gute Investmentchancen biete, landete Gold zuvorderst: 48 Prozent setzten ihre grössten Hoffnungen aufs gelbe Metall. Es folgten dividendenstarke Aktien (46 Prozent), Aktienindex-Fonds (45 Prozent), gemanagte Aktienfonds und ETF (je 41 Prozent). Erwähnt sei, dass die Umfrage bis März durchgeführt wurde, also vor dem letzten Gold-Einbruch.
  • Eher schlecht waren dann die Ergebnisse von Staatsanleihen (für 26 Prozent ein «gutes Investment» im Jahr 2013) sowie Muni-Bonds (22 Prozent).
  • Als Länder mit guten Investmentchancen gelten: USA (56 Prozent), Brasilien (43 Prozent), China (39 Prozent), Indien (37 Prozent). Schwächer dann die Werte für Japan, Russland und Nahost (32 Prozent und tiefer).
  • Eine gewisse Unsicherheit wird aber trotz allen Optimismus' auch hier spürbar: Für 55 Prozent der Befragten ist der Kapitalerhalt heute ein wichtigeres Ziel als vor drei Jahren (für 41 Prozent ist die Bedeutung dieses Ziels unverändert).

Fast zeitgleich mit Morgan Stanley veröffentlichte auch die Fondsgesellschaft Legg Mason einen grosse «Affluent»-Befragung. Hier wurden gut 3'000 Personen mit Anlagevermögen von 150'000 Euro (respektive 200'000 Dollar) untersucht, und zwar in 13 Ländern. Bemerkenswert hier also die unterschiedlichen Akzente, die sich je nach Land ergaben.

  • Die Investoren in Hong Kong sind für die Aktie am optimistischsten: 82 Prozent finden, nun sei eine gute Zeit, um in Aktien zu investieren. Auf Rang 2 folgen die USA mit 74 Prozent.
  • Die Anleger in Deutschland sind am positivsten für die Immoblien: Hier sagen 75 Prozent, jetzt sei die richtige Zeit, um das Geld in Liegenschaften anzulegen. Es folgen Australien, Italien und die USA mit Werten um 60 Prozent.
  • In China setzen die Anleger auf Obligationen: 76 Prozent denken, es sei eine gute Zeit für Anlagen in Fixed-Income-Produkten. Es folgen Hong Kong, Singapur und die USA mit Werten um 70 Prozent.
  • Die Chinesen mit 71 Prozent, die Deutschen mit 63 Prozent und die Italiener mit 55 Prozent sind jene Völker, die am ehesten bereit sind, ihr Geld international anzulegen. Bei den Amerikanern erreicht die Quote nur 19 Prozent (was sich aus der Grösse des Landes und seiner Wirtschaft erklärt). Bemerkenswert allerdings: Die Franzosen liegen hier sogar tiefer; gerade mal 13 Prozent legen Geld im Ausland (respektive in ausländischen Werten) an.

Quellen:

Morgan Stanley «Investor Pulse Poll», April 2013.

Legg Mason «Affluent Investor Survey», April 2013. Dazu Beiträge in «Das Investment» und «Fondsweb» 

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