World Wealth Report: 15 überraschende Erkenntnisse

Der Reichtum boomt vor allem in Asien? Banker geniessen weniger Vertrauen als Regulatoren? Reiche Kunden wünschen komplexe Lösungen für sich, Familie und Firma? Ach was. 

Der «World Wealth Report» von Capgemini und RBC Wealth Management ist – neben dem «Gobal Wealth Report» von Boston Consulting – der wichtigste Indikator zur Entwicklung der Reichen in der Welt.

Dabei wird untersucht, wieviele HNWI (mit mindestens 1 Million Dollar an verfügbarem Anlagevermögen) sowie UHNWI (ab 30 Millionen Dollar) es in insgesamt 71 Ländern gibt. Und zusätzlich befragten die Autoren eine grosse Auswahl von 4'400 Vermögen nach diversen Haltungen und Einstellungen.

Der Report ist nun wieder erschienen – und wir bringen hier 15 Ergebnisse, die überraschen und manchem beliebten Klischee widersprechen.

  • Man ist konservativ. Die Reichen sind etwa so brav wie die Kleinsparer: Fast ein Drittel des Anlagevermögens hielten die HNWI letztes in Bargeld und kurzfristigen Geldanlagen.
  • Angst vor der Fremde. Rund Dreiviertel des Geldes investierten die Reichen in ihrer Heimatregion (die Quote schwankt zwischen 65 und 80 Prozent).
  • Subprime? Welches Suprime? Die Finanzkrise ist definitiv ausgesessen. Heute gibt es zwei Millionen mehr Vermögende (mit einer Million Dollar oder mehr) als im Jahr 2007. Auch in Europa stieg die Zahl, und zwar von 3,1 auf 3,4 Millionen.
  • Reicher in der Peripherie. Selbst in einem Krisenland wie Spanien stieg die Zahl der Millionäre letztes Jahr deutlich – nämlich um gut 7'000 oder 10 Prozent. Am steilsten war das Wachstum dabei in der Subgruppe der UHWNI.
  • Superreich schlägt reich. Das verfügbare Anlagevermögen der Reichen stieg innert eines Jahres um satte 10 Prozent. Dies vor allem dank der Börsenentwicklung. Die UHNWI waren dabei noch einen Prozentpunkt erfolgreicher: Sie legten um 11 Prozent zu.
  • West überholt Ost. Asien-Euphorie hin oder her: Die Zahl der Reichen stieg letztes Jahr in Nordamerika stärker als im Raum Asien-Pazifik. Der Hauptgrund lag darin, dass die amerikanischen Vermögenden stärker auf Aktien setzen.
  • Old Europe, rich Europe. Europa wird noch auf absehbare Zeit ein wichtiges Schlacht- und Wachstumsfeld für Vermögensverwalter bleiben. Laut dem «World Wealth Report» steigt die Zahl der Reichen hier in den nächsten drei Jahren um 2,2 Millionen. In Nordamerika sind es 2,3 Millionen, in Asien 3,9 Millionen.
  • Deutschland & Schweiz: In Deutschland (80 Millionen Einwohner) gibt es zum ersten Mal mehr als 1 Million Dollarmillionäre. Die Zahl in der Schweiz (8 Millionen Einwohner) lag letztes Jahr bei 282'000.
  • Der Anlagemix der Schweizer Millionäre: 23 Prozent Aktien, 29 Prozent Cash, 23 Prozent Immobilien, 14 Prozent Obligationen und 10 Prozent alternative Anlagen.
  • Die Anlageverteilung der deutschen Millionäre: 78 Prozent Europa, 9 Prozent Asien, 8 Prozent Nordamerika, 4 Prozent Naher Osten/Afrika, 2 Prozent Lateinamerika
  • Neues Vertrauen: 61 Prozent der befragten HNWI gaben an, sie hätten Vertrauen in ihre Vermögensverwalter. Dagegen äusserten nur 40 Prozent Vertrauen in die Regulatoren und 45 Prozent in die Finanzmärkte.
  • Aber: In-House-Produkte stossen ab. Gut 70 Prozent der befragten Reichen gaben an, sie seien uncomfortable, wenn ihr Berater mehrheitlich Produkte aus der eigenen Firma anbietet.
  • Guter Ruf ist teuer: 48 Prozent der Befragten wären bereit, höhere Honorare zu bezahlen für einen Vermögensverwalter, dessen Ruf tadellos ist.
  • Lob der Einfachheit 1: Rund drei Viertel der Reichen wünschen im Wealth Management eine «One Stop»-Lösung, also einen einzelnen Berater als Hauptanlaufpunkt für ihre Vermögensverwaltung.
  • Lob der Einfachheit 2: Klar die meisten – gut 75 Prozent – erachten ihre finanziellen Probleme als nicht komplex. Sie wollen grundsätzliche Geld- und Anlageprobleme gelöst haben, aber suchen nicht komplexe Strukturen, mit denen sich auch Unternehmens- oder Familienverhältnisse optimieren lassen.

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