«Enorm viele Leute bringen ihr Geld nach wie vor nur in die Schweiz»

Die Genfer Dukascopy Bank lancierte erstmals die «Miss Dukascopy»-Wahl, bei der die Teilnehmerinnen ihr Wissen über die Finanzwelt unter Beweis stellen konnten.

Fast 1'400 Frauen aus aller Welt beteiligten sich seit dem vergangenen Mai an der ersten «Miss Dukascopy-Wahl 2013». Der Hauptpreis belief sich auf 250'000 Dollar. Um ihn zu gewinnen, mussten die Teilnehmerinnen ihr Profil online auf eine Website laden und in der Folge verschiedene Aufgaben lösen. Im Wesentlichen ging es darum, das unternehmerische Verständnis und die Networking-Qualitäten der Kandidatinnen zu testen.

Als Siegerin und «Miss Dukascopy 2013» ging in diesem Monat die Lettin Atashi Tada hervor, die für eine Woche nach Genf einflog und im Rahmen eines festlichen Anlasses im Hotel des Bergues das Preisgeld entgegennehmen durfte. Was bewog diese junge Frau, an dem Wettbewerb teilzunehmen?

Frau Tada, was motivierte Sie, an der «Miss Dukascopy-Wahl 2013» teilzunehmen?

Nun, sicherlich einmal das Preisgeld von 250'000 Dollar. Ich hatte zuvor noch nie an einem solchen Wettbewerb teilgenommen. Allerdings hätte ich nicht mitgemacht, wenn es ein reiner Model-Wettbewerb gewesen wäre. Dafür habe ich eine zu starke Persönlichkeit und bringe das auch gerne zum Ausdruck. Ich denke überdies, dass ich wesentlich mehr Talente besitze, als bloss ein Model zu sein.

Bringen Sie auch Erfahrungen aus der Finanzwelt mit?

Ja, ein wenig. Als ich noch in Lettland lebte, habe ich eine Zeit lang für das Finanzinstitute Quick Loans gearbeitet, das – wie es der Name sagt – Darlehen an Privatkunden vergibt. Ich arbeitete dort im Marketing, nachdem ich zuvor an der Universität PR-Management studiert hatte. Mit der Zeit konnte ich selber über einzelne Darlehen entscheiden. Darüber hinaus habe ich ebenfalls in anderen, eher traditionellen Banken und Versicherungsfirmen gearbeitet – allerdings nie im Handel.

Die Finanzbranche ist heute weltweit im Wandel. Wie nehmen Sie das wahr?

Ich empfinde die Finanzwelt derzeit als sehr instabil, und man kann auch kaum einer Währung trauen. Prognosen über die weitere Entwicklung an den Märkten sind extrem schwierig. Grundsätzlich bin ich keine Anhängerin von Währungsharmonisierungen. Meine Heimat Lettland ist daran, den Euro einzuführen. Ich würde es vorziehen, wenn wir das nicht täten. Ich denke immer noch, dass jeder Staat seine eigene, nationale Währung haben sollte, als Teil seiner Identität.

Wie nehmen Sie den Schweizer Finanzplatz wahr?

Ich weiss nur, was generell über das Swiss Banking bekannt ist. Dass es nach wie vor enorm viele Leute auf der Welt gibt, die ihr Vermögen in der Schweiz und nur bei Schweizer Finanzinstituten haben wollen. Wäre ich reich, würde ich das auch so handhaben.

Sie sind ein Jahr lang «Miss Dukascopy». Sind Sie während dieser Zeit in ihrer Handlungsfreiheit nun eingeschränkt?

Nein, das glaube ich nicht. Ich war zunächst etwas unsicher und eingeschüchtert, angesichts des ganzen Rummels. Doch inzwischen habe ich mich daran gewöhnt. So bevorzugt behandelt zu werden, ist sicherlich etwas, das man sich immer gewünscht hat. Ich denke, dass die Erfahrungen, die ich nun mache, zweifelsohne nützlich für mein weiteres berufliches Vorwärtskommen sein werden.

Gibt es Themen, die Ihnen während ihrer Zeit als «Miss Dukascopy» besonders am Herzen liegen?

Meine Hauptaufgabe wird es sein, neue Kandidatinnen für die Wahl im nächsten Jahr zu animieren und zu inspirieren. Es wichtig, dass sich möglichst viele Frauen bewusst werden, was sie aus sich selber machen können. Darüber hinaus werde ich dazu beitragen, die Dukascopy Bank international noch bekannter zu machen und an deren Anlässen teilzunehmen. Das im Online-Devisenhandel tätige Institut geht in mehrfacher Hinsicht neue Wege und veranstaltet eine ganze Reihe von Wettbewerben. Neben der Wahl der «Miss Dukascopy» auch Wettbewerbe für Devisenhändler.

Zum Abschluss noch folgende Frage, was würden Sie vorziehen: Eine reiche und erfolgreiche Bankerin zu werden, oder einen reichen und erfolgreichen Banker zu heiraten?

Ich bin überzeugt, dass ich in der Bankbranche durchaus erfolgreich haben kann. Doch jetzt ist es noch zu früh, ich fange ja erst an. Aber ich hätte gewiss nichts dagegen, eine erfolgreiche Managerin oder eine erfolgreiche Geschäftsfrau zu werden; und einen reichen, erfolgreichen Banker könnte ich ja auch noch heiraten – dann hätte ich beides.

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