Es wird Zeit, den Ferrari zu verkaufen

Jeder Boom findet einmal ein Ende. Und im Markt für rare Luxusgüter wie Oldtimer, Kunst oder Keramik verdichten sich die Anzeichen, dass dieser Boom seine Spitze bald erreicht hat.

Zu diesem Schluss kommt das britische Magazin «Spectator» in einer Betrachtung des Marktes für rare «Sachwerte», der in den letzten Jahren enorme Anlagesummen absorbiert hat.

All diese Ferrari GTOs oder chinesischen Ming-Vasen, Kunst-Installationen und Kisten gefüllt mit hundert Jahre alten Bordeaux-Weinen sind keine produktiven Assets. Sie werden gelagert in Garagen, Zollfreilagern oder Safes und verursachen Kosten.

Angst vor Bankenkollaps

Im Prinzip stellt diese Kauf- und Sammelwut der Wohlhabenden einen Widerspruch zum Zeitgeist und Lebensstil der modernen Nomaden in ihren Architektenhäusern dar, in denen so gut wie keine Möbel oder sonstige Dinge rumstehen dürfen.

Es ist klar, dass der Sachwerte-Boom getrieben worden ist von der Angst der Reichen vor einem Bankenkollaps, von der Wirtschaftskrise, den unsicheren Aktienmärkten und ebenso unsicheren Obligationenmärkten. Wie Gold galten Luxus, Oldtimer, Kunst etc. als «sicherer Hafen».

Goldmarkt ist eingebrochen

Getrieben wurde der Boom auch durch den Niedergang des Schweizer Bankgeheimnisses und der Jagd nach unversteuerten Vermögen. Denn Zollfreilager bieten noch immer einen sehr guten Schutz vor Steuerbehörden.

Seit rund einem Jahr ist die Wahrnehmung gegenüber den Finanzmärkten allerdings wieder eine andere. Das Wirtschaftswachstum kehrt zurück, und in Erwartung steigender Zinsen ist der Goldmarkt eingebrochen. Paradoxerweise hat sich der Sachwerte-Boom vorläufig aber ungebrochen fortgesetzt. Doch warum sollte man in unproduktive Güter investieren, wenn die Wirtschaft sich erholt?

Raus aus der Garage

Das Paradox könnte sich aber bald auflösen, darauf deutet zum Beispiel der Knight Frank Wealth Report hin. Zwar wolllen immer noch 31 Prozent der Befragten ihre Investitionen in Luxusgüter in diesem Jahr erhöhen, doch 61 Prozent planen keine weiteren Ausgaben und 8 Prozent geben sogar an, ihren «Plunder» zu verkaufen.

Ausserdem: Rund 70 Prozent der Befragten sehen höhere Investitionen in Aktien vor.

Ist darum der Sachwerte- und Luxus-Boom zu Ende? Vielleicht noch nicht. Aber der Anstieg wie in den letzten zehn Jahre kann sich nicht ewig fortsetzen. Darum könnte es klüger sein, den seit Jahren in der Garage stehenden Ferrari in die nächste Auktion zu geben.

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