Superreiche sind gar nicht so

Von wegen alles nur geerbt. Von wegen Yacht und Privatjet. Marktforscher räumen mit acht Mythen rund um Ultra-High-Net-Worth-Individuals auf.

Den Superreichen dieser Welt wird vieles nachgesagt. Doch was stimmt genau? Entgegen der landläufigen Meinung besitzt beispielsweise nur eine Minderheit Superyachten oder Privatjets.

Das Research-Unternehmen Wealth-X ging den sagenhaften Reichen-Geschichten auf die Spur und deckte acht Mythen über Ultra-High-Net-Worth-Individuals (UHNWI) auf. Wir haben einen Blick in das Papier geworfen und zusammengefasst:

  • Das Vermögen stammt aus einer Erbschaft

Falsch. Bei nur knapp einem Fünftel der obersten wohlhabenden Schicht stammt der Reichtum voll und ganz aus einem Vermächtnis. 65 Prozent sind laut der Erhebung durch eigene Kraft ultravermögend geworden. Der Rest erbte zwar, schuf aber anschliessend durch unternehmerische Anstrengungen selbst ein grosses Vermögen.

Erwähnenswert ist dabei auch, dass Selfmade-Millionäre im Schnitt 12 Millionen Dollar mehr auf der hohen Kante haben als die Erbengeneration. Ausserdem: 60 Prozent der weltweit 2'170 Milliärdäre haben laut dem Report ihr Vermögen aus eigener Kraft erschaffen.

  • Superreiche sind oft Investmentbanker

Falsch. Es trifft zwar zu, dass grosse Vermögen wesentlich mit der Finanz-, Banken- und Investmentbranche verknüpft sind. Trotzdem sind weniger als 20 Prozent der weltweit reichsten untersuchten Personen primär in Bereichen wie Hedge Funds, Investmentbanking oder Private Equity tätig.

  • «Technopreneurs» sind Uni-Abbrecher im Kapuzenpulli 

Falsch. Als Stereotyp für «Technopreneurs» muss oft der 30-jährige Facebook-Gründer Mark Zuckerberg herhalten. Doch das Durchschnittsalter für einen UHNWI aus der Tech-Industrie ist höher als das vorherrschende Bild: Es beträgt 54 Jahre. Die meisten dieser Tech-UHNWIs sind gestandene Unternehmer und verfügen ausserdem über einen hohen Studienabschluss. Überraschend ist dabei, dass UHNWI-Vertreter aus der Tech-Branche nur einen geringen Prozentsatz der Superreichen bilden.

  • Superreiche haben an einer Elite-Hochschule studiert

Falsch. Es stimmt zwar, dass mitunter Absolventen einer Top-Universität in der obersten Liga der Superreichen vertreten sind. Doch von den analysierten 7'000 Ultra-High-Net-Worth-Individuals haben nur gerade 3,5 Prozent einen Hochschulabschluss von einer Elite-Universität aus den USA. Andererseits verfügen über 27'000 Personen respektive knapp 14 Prozent der gesamten UNWI-Bevölkerung aus der Stichprobe nicht einmal über einen höheren Schulabschluss.

  • Superreiche sind immun gegen Konjunkturschwankungen

Falsch. Die absolute Anzahl der UHNWI sank zwischen 2008 und 2009 um 20 Prozent. Im gleichen Zeitraum nahm der Reichtum um 22 Prozent ab. Bei den Milliardären sah es noch dramatischer aus: Ihr Vermögen schrumpfte 2009 auf Grund der Turbulenzen an den Finanzmärkten buchmässig sogar um fast 50 Prozent – mehr als der S&P-500-Index.

  • Chinas Superreiche überholen alle anderen

Falsch. In den USA leben immer noch drei Mal so viele Milliardäre wie in China. Auch Japan hat laut dem Report mehr Ultra-High-Net-Worth-Individuals als das Reich der Mitte. Es dauert laut Wealth-X noch mindestens zwanzig Jahre, bis Asiens Superreiche die reichsten Nordamerikaner in der Anzahl überholen werden. Und im vergangenen Jahr sei sowohl die Anzahl der UNHWIs in China als auch deren Kollektiv-Vermögen zurückgegangen. Die 2013 am schnellsten gewachsenen Volkswirtschaften mit UHNWIs waren hingegen:

Wealth-X

  • Superreiche geben nichts zurück

Falsch. Ein philanthropisch angehauchter Ultra-High-Net-Worth-Individual spendet während seinem Leben durchschnittlich 25 Millionen Dollar. Einige sogar bis zu 100 Millionen Dollar. Trotzdem spendet nur ein Drittel aller Superreichen mindestens 1 Million Dollar, steht im Report weiter. Das ist weniger als 1 Prozent ihres Durchschnittvermögens. Eng verwandt mit Spenden seien allerdings auch Aspekte des Impact Investing, die Mikrofinanzierung oder die Schaffung von Arbeitsplätzen.

  • Superreiche fliegen im Privatjet und haben eine Superyacht

Falsch. Die Mehrheit der Ultrareichen lebt nicht protzig. Nur gerade ein Fünftel aller UHNWIs aus der Stichprobe leisten sich eine 30-Meter-Yacht oder ein Privatflugzeug. Charter-Flugzeuge sind zwar beliebt, doch viele Superreiche und deren Familien fliegen lieber Business Class oder First Class mit gewöhnlichen Fluggesellschaften.

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