Aufs Fass gekommen

Was superreiche Kunden bald von ihren Bankberatern verlangen werden – und wo sie die grösste Gefahr für ihr Vermögen wittern.

Öl©Shutterstock

Es war ein wilder Auftakt ins Börsenjahr 2015: Der Frankenschock, die neuerliche Geldschwemme seitens der Europäischen Zentralbank und schliesslich das Zittern um den «Grexit» schickten die Märkte auf einen wilden Zickzack-Kurs. Allein der Schweizer Leitindex SMI taumelte seit Jahresbeginn zwischen 7800 und 9400 Punkten.

Während das Publikum mal panisch, mal überschwänglich auf die neuesten Umwälzungen reagierte, zeigte sich bei den superreichen Anlegern ein anderes Bild. Sie hielten Stur an ihrem Lieblings-Investment fest: an Aktien.

Bloss raus aus Asien

Das besagt jedenfalls eine Umfrage, welche die amerikanische Grossbank J.P. Morgan zwischen Januar und März 2015 bei rund 900 schwerreichen Privatkunden in ganz Europa durchführte. Demnach glaubt mehr als die Hälfte jener potenten Klientel, dass Aktien in den nächsten zwölf Monaten besser abschneiden werden alles das Gros der anderen Anlageklassen.

Dabei favorisieren die superreichen Kunden gemäss J.P. Morgan nach wie vor die Papiere amerikanischer Firmen. Ein gutes Viertel der Befragten sprach zudem Aktien aus der Eurozone die besten Gewinnchancen zu, während gerade mal 11 Prozent für einen Aufschwung in Asien votierten.

Eine schwaches asiatische Wachstum und eine starke US-Wirtschaft (und damit ein tendenziell stärkerer Dollar) – dieser Mix war in der Vergangenheit zumeist Gift für den Ölpreis. Umso mehr erstaunt es, dass die schwerreichen Investoren kürzlich aufs Fass gekommen sind: Nach dem dramatischen Preissturz des Rohöls im Jahr 2014 sind sie nun der Meinung, dass dieses nach Aktien innert Jahresfrist die beste Performance verspreche (siehe Grafik unten).

Steigende Zuversicht beim Öl

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Das sind Hoffnungen, die wohl auch die Kundenberater bei den Banken gerne hören. Denn Investments ins Öl lassen sich praktisch nur vermittels von Derivaten tätigen, an denen die Banken in der Regel gut verdienen. Ebenso dürfen die Geldinstitute darauf hoffen, dass die Nachfrage nach Aktien dem darbenden Handel neue Nahrung zuführt.

Indes: Die Superreichen sind nicht ganz frei von Furcht, dass ihnen am Ende ein Schock von Aussen einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Laut der Umfrage sehen diese Anleger im aufstrebenden Populismus in Europa die grösste Gefahr fürs Portefeuille (siehe Grafik unten).

Angst vor radikalen Parteien in Europa

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Am stärksten ist die Angst vor dem Aufstieg radikaler Parteien demnach bei griechischen und spanischen Superreichen ausgeprägt. Was Wunder: Diese erleben jene Bedrohung derzeit hautnah mit.

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