Credit Suisse macht vorwärts mit Facebook für Reiche

Reiche Millennials: Bild Shutterstock

Reiche Millennials: Bild Shutterstock

In den USA hat die Grossbank Credit Suisse eine eigene Social-Media-Plattform für die reiche Kundschaft lanciert. finews.ch weiss sogar schon den Namen.

Urs Rohner hatte es vor mehr als einem Jahr angetönt: Die Schweizer Grossbank teste ein exklusives Netzwerk für Vermögende im Stil von Facebook, stellte der Credit-Suisse-Präsident damals in Aussicht. Seither blieb es still um das Projekt.

Bis jetzt: Die Credit Suisse (CS) hat den Namen der Social-Media-Media-Plattform in den USA markenrechtlich eintragen lassen, wie sich auf der Webseite «Justitia Trademark» nachlesen lässt. Demnach heisst der neue Dienst «Eleven», in Anspielung an das CS-Hauptquartier an der noblen 11 Madison Avenue in Manhattan.

Laut dem Markeneintrag soll die Plattform einen ganzen Strauss von Diensten ermöglichen. Neben klassischen Social-Media-Funktionen können über Eleven Auktionen abgewickelt werden, aber auch klassische Bankdienstleistungen wie Investments in Privatmarkt-Anlagen und Wagniskapital, die Finanzierung von Immobilien sowie den Handel mit Luxuswagen, Jachten, Schmuck, Kunst und edlem Wein.

Eintritts-Ticket bei 10 Millionen Dollar

Das lässt vermuten, dass der neue Dienst vielmehr ist als bloss ein «Facebook für Reiche». Kenner der Projekts erzähltem dem amerikanischen Branchen-Portal «Advertising Age», was es mit Eleven wirklich auf sich hat. Demnach bietet die Plattform die Grundlage für einen Club, der exklusiv schwerreichen CS-Kunden zugänglich sein soll. Die Eintritts-Schwelle sei ein Vermögen von mindestens 10 Millionen Dollar, wollen die Insider wissen.

Das Angebot richte sich an junge Selfmade-Millionäre, welche in den USA vor allem in der Tech-Szende des Silicon Valley zu finden sind, so das Portal weiter. Doch das dürfte noch nicht alles sein. Wie CS-Präsident Rohner im Herbst 2014 durchblicken liess, zielen die Social-Media-Experimente der Bank insbesondere auf den Boom-Markt in der Region Asien-Pazifik.

Gut möglich deshalb, dass der Reichen-Club der Grossbank bald auch unter den Internet-affinen asiatischen Millennials nach Mitgliedern sucht. Eine aktuelle Studie der Schweizer Grossbank UBS und der Beratungsfirma PWC geht etwa davon aus, dass die Anzahl der jungen Milliardäre in den nächsten zehn Jahren kontinuierlich ansteigen wird.

Rückkehr ins US-Private-Banking

Mit Eleven landet die CS deshalb einen Coup, mit dem sie nicht nur ihren Anspruch der «Unternehmerbank», sondern auch jenen des «innovativsten» Schweizer Finanzdienstleisters untermauert. Diesbzüglich blieb es in den letzten Monaten seltsam still um zweitgrösste Schweizer Bank – im Fintech-Rennen übernahmen Konkurrenten, zumal die Erzrivalin UBS, den Lead.

Gleichzeitig ist fraglich, auf welche Weise die CS den Dienst in den USA spielen will. Im Rahmen der Strategieanpassung vom letzten Oktober hat das Institut bekanntlich ihr Private Banking (Brokerage) an den amerikanischen Bank-Riesen Wells Fargo verkauft. Es ist anzunehmen, dass dieser Deal erneute Private-Banking-Dienste der CS in den USA ausschliesst.

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Morgan-Stanley-CEO macht Kasse mit Bankaktien
  • Trumps Kabinett der Milliardäre
  • London: Der Investmentbanker Europas
  • Der Sanierer soll ein Insider-Händler sein
  • RBS: Versagen auf der ganzen Linie
  • Streitpunkt neue Kapitalregeln
mehr

SELECTION

Selection

So werden Sie ein guter Chef

Ausgezeichnete Fachkenntnisse reichen nicht. Diese sieben Punkte sind genauso wichtig.

Selection

Unattraktive Bankjobs

Unattraktive Bankjobs

Warum es nicht mehr so begehrenswert ist, bei einer Bank zu arbeiten.

Selection