Die Reichsten spüren schon die Inflation

Das schöne Leben wird in der Schweiz teurer. Höhere Preise fürs standesgemässe Wohnen, für Kunst und Yachten treiben den SALLI-Index der Stonehage Gruppe nach oben.

Für die so genannten Ultra High Net Worth Individuals (UHNWI) wird das Leben in der Schweiz erstmals seit zwei Jahren kostspieliger. Dies hat das Genfer Family Office Stonehage in der Neuausgabe ihres «Stonehage Affluent Luxury Living Index» (SALLI) ermittelt.

Gemäss SALLI nahmen die Preise für Güter und Dienstleistungen aus dem Luxussegement im Vergleich zur offiziellen Inflationsrate um mehr als das Sechsfache zu. 

Luxus-Warenkorb ist teuer geworden

Trotz des Wertzerfalls von Dollar und Euro gegenüber dem Franken kletterte der SALLI in den letzten zwölf Monaten bis Ende August 2011 um immerhin 1,2 Prozent. Der breitere Verbraucherpreisindex stieg derweil nur um 0,2 Prozent an.

In den vergangenen zwei Jahren waren die Kosten für den Warenkorb aus 50 Luxusprodukten und Dienstleistungen, die von reichen Familien regelmässig gekauft werden – dagegen um 6,2 Prozent gesunken.

Nationalbank setzt dem Luxusleben zu

Die Trendwende geht laut Stonehage vor allem auf die stark angestiegenen Wohnkosten zurück. Zum SALLI gehören neben den Mietkosten für ein schönes Haus in Genf oder Zürich und die Schulkosten für zwei Kinder auch Skiferien in St. Moritz mit der ganzen Familie, Spitzenweine und Zigarren.

Die von den UHNWI gefühlte Inflation sei viel stärkeren Schwankungen unterworfen als der normale Verbraucherpreisindex, sagt Mark McMullen, Geschäftsführer der Stonehage Gruppe. Er rechnet damit, dass der Inflationsdruck auf ihre Kunden weiter zunehmen wird, jetzt da die Schweizerische Nationalbank eine Euro-Untergrenze bei 1.20 Franken fixiert habe.

Freud und Leid der Reichen

Luxusgüter erleben derzeit weltweit eine Preishausse. Und die Spirale auf dem Wohnungsmarkt dreht mit den Niedrigzinsen weiter nach oben. Ohne die Aufwertung des Franken im letzten Jahr wäre der SALLI sogar um 5,3 Prozent gestiegen.

Den Reichen, denen der Luxusstress zu gross wird, bleibt ein kleiner Trost: Sie können immerhin noch günstiger verreisen.

Weitere Resultate des «Luxury Living Index 2011» für die Schweiz:

  • Reisen: Die Preise für Reisen im Topsegment brachen um 5,6 Prozent ein und damit am stärksten von allen Konsumkategorien. Das Fliegen im Privatjet vergünstigte sich sogar um 9 Prozent.
  • Verbrauchsartikel: Erfreuen konnten sich alteingesessene wie neu zugezogene Millionäre auch am Preissturz bei Zigarren (-10 Prozent) sowie bei Spitzenweinen und Champagner (-4 respektive -11 Prozent), was diese Kategorie gesamthaft um 4,7 Prozent vergünstigte.
  • Leidenschaften: Die Ausgaben für Schmuck, Kunst und Fahrzeuge stiegen dagegen an. Der Preisanstieg bei den Kunstobjekten (+8 Prozent) machte die Preisnachlässe auf importierten Luxusautos mehr als wett.
  • Kultur und Unterhaltung: Die Yacht aus dem obersten Preissegment gehört in UHNWI-Kreisen schlicht dazu. Die gute Nachfrage liess die Preise um 5 Prozent steigen. Das Genfer Opernhaus und das Jazz Festival in Montreux beliessen ihre Preise unverändert. Dennoch stieg der Index in dieser Kategorie um 2,7 Prozent.
  • Wohnen: Unter allen Kategorien am stärksten ins Gewicht fielen auch für die Reichen die Kosten fürs Wohnen: Erstmals seit Beginn der Umfrage im Jahr 2007 haben die Mietpreise für ein stattliches Haus in Zürich mit 12 Prozent noch stärker angezogen als in Genf (+4 Prozent). Dies liess die Unterbringungskosten für eine Familie im Index um 6,8 Prozent ansteigen.

Die ganze Studie finden Sie unter diesem Link.

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